Dankbar, (bissle) wehmütig und neugierig, was kommt
Ein Mosaik aus mehr als 100 Einzelveranstaltungen war das kirchliche Angebot auf der Landesgartenschau Ellwangen. Manche Werkstücke der letzten Blumenschau im Kreuzgang sind vom Erntedank inspiriert. Fotocollage: DRS/Jerabek
Rund 300 Kinder und Jugendliche, die um 10.30 Uhr den ökumenischen Abschlussgottesdienst musikalisch mitgestalten, sorgen am Sonntag, dem letzten Tag der Landesgartenschau Ellwangen, nochmals für ein Highlight – in einer langen Reihe von besonderen und bemerkenswerten Veranstaltungen, die das kirchliche Angebot auf der LGS geprägt haben. „Dazu zählten immer die Mittwochabende, wo sich unterschiedlichste Gruppen und Gruppierungen eingebracht haben – mit Musik, Text, Gebet“, berichtet Schwester Franziska Trögler vom ökumenischen Kirchengarten-Team. Mit „150 Leuten plus“ sei die „Abendquelle“ immer sehr gut besucht gewesen. Auch die Reihe „FamilienTräume“ am Wochenende, die jungen Familien oder Großeltern mit ihren Enkeln Raum bot zum Kreativsein, zum Spielen und zum Glauben erleben, seien gut angenommen worden. Besonders dankbar ist Schwester Franziska aber für die „ganz vielen schönen, herzlichen Begegnungen“, die nicht selten auch in längere und tiefere Gespräche mündeten.
Durch die Blumenschau in die Kirche
Als seelsorgerisch sehr wertvoll beschreibt auch der Ellwanger Stadtpfarrer Prof. Sven van Meegen die verschiedenen Gesprächsangebote, etwa das „Zuhörbänkle“ im Kirchengarten und in der Basilika, „wo Ordensschwestern und Comboni-Missionare Menschen zugehört und begleitet haben“, aber auch die Mittagsgebete auf dem LGS-Gelände und „rappelvolle“ Gottesdienste und Kirchenkonzerte. Als segensreich und nachgerade genial erwies sich die Platzierung der Blumenschau, die zu den Besuchermagneten der Gartenschau zählt: Der Kreuzgang der Basilika bot für die 14-tägig wechselnden Inszenierungen floraler Kunst nicht nur „klimatisch“ günstige Bedingungen, sondern „wir konnten dadurch die Menschen mit Glaube, mit Kirche, mit Symbolen und Traditionen und mit Pater Philipp in Berührung bringen“, freut sich van Meegen. Rund 2000 Andachtskerzen pro Woche seien in der Basilika entzündet worden.
Ökumenische Zusammenarbeit verbessert
Nach den Worten von Pfarrer van Meegen hat die LGS auch die Ökumene vorangebracht: „Was da zusammengewachsen ist zwischen evangelischer, neuapostolischer und katholischer Kirche, ist wirklich klasse.“ Auch mit der Stadt Ellwangen habe es gute Zusammenarbeit gegeben. Besonders betonen er und Schwester Franziska das Engagement und die positive Stimmung der vielen Ehrenamtlichen, bei denen zum Teil „so ein bisschen ein Wehmutsgefühl aufkommt, weil es zu Ende geht“. Manche hätten schon gefragt: Was kommt dann?
Der Kirchengarten blüht weiter
Für ein Treffen aller, „die Freude haben, sich weiter zu engagieren und sich mit ihren Ideen einzubringen“, gebe es schon einen Termin, verrät Schwester Franziska. „Wir wollen hören: Was wollen wir weiterführen und was können wir weiterführen?“ Klar ist: Der Kirchengarten mit der markanten Pilgermuschel-Wand wird bleiben, aber verlegt und als Freiluftkirche sogar näher an die Stadt herankommen, um weiter vor allem für ökumenische Veranstaltungen genutzt zu werden. „Auch am Ende gibt es eine Aufbruchstimmung, weil die Menschen gemerkt haben: Wenn wir gut zusammenarbeiten, können wir Großartiges miteinander erreichen“, sagt der Stadtpfarrer. Und Schwester Franziska fasst zusammen: „Mein persönlicher Wunsch war, dass wir ein positives Bild von Kirche zeigen können – und das ist, glaub ich, mehr als gelungen.“