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Dankbarkeit, Verantwortung und Hoffnung

Die ökumenische Aktion „Handys als Kollekte“ schafft Bewusstsein für globale Verflechtungen und für unsere Konsumgewohnheiten.

Pforzheim
Ökumenische Aktion „Handys als Kollekte“: Gottesdienst in St. Franziskus in Pforzheim

Gemeinsam bei dem Gottesdienst in St. Franziskus mit dabei (von links), Michael Starck, Stefan Kansy, Ioan Brstiak, Desmond Ifesinachi Uche, Dorothée Kissel von der Erzdiözese Freiburg und Ralf Häußler. Bild: missio-Diözesanstelle

Ökumenische Aktion „Handys als Kollekte“: Gottesdienst in St. Franziskus in Pforzheim

Im Zentrum des Gottesdienstes steht das missio-Recyclingkreuz. Bild: missio-Diözesanstelle

In Dankbarkeit und bewusstem Innehalten fand die ökumenische Aktion „Handys als Kollekte“ am 11. Januar mit einem besonderen Gottesdienst in St. Franziskus in Pforzheim ihren Abschluss. Anlass war nicht nur das Ende einer Sammelaktion, sondern vor allem das Staunen über das, was gemeinsames Engagement bewirken kann: An über 500 Orten in Baden-Württemberg wurden alte Mobiltelefone gesammelt: Ein beeindruckendes Zeichen gelebter Solidarität und Verantwortung, heißt es in einer Mitteilung der missio-Diözesanstelle in Rottenburg.

Zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer

Allein in der Diözese Rottenburg-Stuttgart beteiligten sich so 36 Sammelzentren mit rund 200 Sammelstellen. „Dieser Erfolg ist vor allem dem Engagement zahlreicher ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer zu verdanken, die die Aktion vor Ort tragen“, wird missio-Diözesanreferent Ioan Brstiak in der Mitteilung zitiert. Ein Blick auf den aktuellen Zwischenstand verdeutliche den Erfolg der Aktion auch auf lokaler Ebene: Am Sammelzentrum der missio-Diözesanstelle in Rottenburg seien bislang 17 Sammelstellen aus Kirchengemeinden und Institutionen registriert, hinzu kämen zwei weitere Sammelstellen. „Obwohl bisher erst zwei Sammelstellen ihre Boxen zurückgegeben haben und einige einzelne Endgeräte abgegeben wurden, wurden bereits rund 300 alte Handys gesammelt“, heißt es in der Mitteilung.

Gelebte Solidarität

Nach den Osterferien 2026 soll der Recyclingpartner JuRec-IT eine umfassende Auswertung der Sammelergebnisse vorlegen. Bis dahin könnten weiterhin Handys gesammelt werden, teilt die missio-Diözesanstelle mit. Schon jetzt zeige sich: „‘Handys als Kollekte‘ verbindet gelebte Solidarität, Umweltbewusstsein und ökumenisches Engagement und macht deutlich, dass nachhaltiges Handeln bereits bei ausgedienten Geräten beginnen kann“, sagt Brstiak.

Unser Handeln hat unmittelbare Auswirkungen

„Handys als Kollekte“ habe weit mehr bewirkt als das Zusammenführen alter Geräte. Die Aktion habe Bewusstsein geschaffen: für unsere Konsumgewohnheiten, für unseren Umgang mit Ressourcen und für die globalen Verflechtungen, in die unser Alltag eingebettet sind. Anschaulich und berührend mache dies auch das Begleitheft rund um „Frida, die Rohstoffdetektivin“. Es zeige auf einfache Weise, was oft verborgen bleibt: Unser Handeln hier hat unmittelbare Auswirkungen auf das Leben von Menschen an anderen Orten der Welt. Und: Jede Entscheidung, so klein sie auch erscheinen mag, kann ein Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit sein.

Weltweite Dimension des Glaubens

In gelebter ökumenischer Verbundenheit wurde der Gottesdienst in Pforzheim von Pfarrer Michael Starck von der Evangelischen Landeskirche in Baden und Pfarrer Ralf Häußler von der Evangelischen Landeskirche in Württemberg gemeinsam mit Pater Desmond Uche sowie missio-Referent Ioan Brstiak gestaltet. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst unter anderem vom Afrikanischen Chor der Gemeinde. Lesungen und Fürbitten wurden auf Deutsch, Französisch und Englisch vorgetragen und machten so die weltweite Dimension des Glaubens erfahrbar.

Achtsam mit Gottes Schöpfung umzugehen

Anschließend setzte sich die Gemeinschaft im Gemeindehaus fort: Beim „Bring and Eat“ wurde geteilt, was jede und jeder mitgebracht hatte: Speisen, Gespräche und Begegnungen. „So klang dieser besondere Tag aus: in Dankbarkeit für das Erreichte, im Bewusstsein unserer Verantwortung und im Vertrauen darauf, dass kleine Schritte Großes bewirken können. Ermutigt, achtsam mit Gottes Schöpfung umzugehen und solidarisch mit unseren Mitmenschen weltweit zu leben, gingen wir gestärkt auseinander“, stellt Brstiak fest.

Das missio-Recyclingkreuz

Im Zentrum des Gottesdienstes am vergangenen Wochenende stand das missio-Recyclingkreuz. Gefertigt aus dem, was wir wegwerfen, und doch voller Bedeutung. Es verband Kunst, Mahnung und Hoffnung auf eindrucksvolle Weise, teilt die missio-Diözesanstelle in Rottenburg mit. Geschaffen wurde das Kreuz von dem ghanaischen Künstler Salifu Iddriss, der in der Nähe der größten Elektroschrott-Deponie der Welt in Accra, der Hauptstadt von Ghana, lebt, gemeinsam mit dem deutschen Künstler Till-Martin Köster. Ihre Botschaft ist klar: Elektroschrott ist kein lokales Problem, sondern eine globale Herausforderung. Was bei uns scheinbar erledigt ist, bleibt für andere eine schwere Last, oft verbunden mit gesundheitlichen Risiken, Umweltzerstörung und fehlenden Zukunftsperspektiven, heißt es in der Mitteilung weiter.

Zugleich sei das Recyclingkreuz ein Zeichen der Hoffnung. Es erinnere daran, dass Gott auch durch das Unscheinbare wirkt, durch das, was wir für wertlos halten. Aus Weggeworfenem könne Neues entstehen. Aus Schuld und Verfehlung könne Umkehr wachsen. Und aus kleinen, bewussten Entscheidungen könnten große Veränderungen hervorgehen. So werde das Kreuz zu einem sichtbaren Auftrag an Christinnen und Christen, die Schöpfung zu bewahren und sich für gerechte Lebensbedingungen weltweit einzusetzen: im Großen wie im Kleinen, im Alltag ebenso wie im gemeinsamen Handeln.

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