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Das Blut Christi steht für Hingabe und Liebe

Bei der zweitgrößten Reiterprozession in Mitteleuropa erwartet Bad Wurzach am 10. Juli etwa 1.000 Reiter:innen und zahlreiche Pilger:innen.

Bad Wurzach
Hinter den Reitern mit Standarten und einem Priester in Chorrock mit Birett ist die Kirche auf dem Gottesberg zu sehen. Markus Waggershauser

Eine Blutreitergruppe erreicht mit ihrem Pfarrer den Gottesberg in Bad Wurzach. Foto: DRS/Waggershauser

Bad Wurzach am Übergang von Oberschwaben ins Allgäu bereitet sich auf einen seiner jährlichen religiösen Höhepunkte vor. Am Freitag, 10. Juli, ziehen etwa 1.000 Reiter:innen durch die Stadt sowie die umliegenden Flure und verehren das Blut Christi, das in einem blumengeschmückten Landauer bis zum Fuß des Gottesbergs mitgetragen wird. „Wenn wir die Reliquien dieses Heiligen Blutes verehren, so wie beim Heilig-Blut-Fest in Bad Wurzach, stellen wir uns hinein in Jesu Liebe und Hingabe“, schreibt Benediktinerabt Dr. Marianus Bieber aus Niederaltaich in seinem Grußwort.

Die Reiterprozession beginnt um 7 Uhr mit der Abholung der Heilig-Blut-Reliquie in der Stadtpfarrkirche St. Verena. Abt Marianus segnet die Reitergruppen am Schlossportal und unterhalb des Gottesbergs mit der Reliquie, steht dem Pontifikalamt um 10.30 Uhr an der Gottesbergkirche vor und hält die Predigt. Das Fest findet seinen Abschluss mit der Bergpredigt an gleicher Stelle ab 14.30 Uhr, zu der Pfarrer Manuel Hammer an seine einstige Vikarstelle zurückkehrt. Als politischen Ehrengast begrüßt die Stadt Bad Wurzach in diesem Jahr den Tübinger Regierungspräsidenten Klaus Tappeser.

Paulanerbrüder brachten Reliquie nach Wurzach

Die Heilig-Blut-Reliquie befindet sich seit gut 250 Jahren auf dem Gottesberg. 1764 brachten Paulanerbrüder die Reliquie, die Papst Innozenz XII. 1693 dem deutschen Rompilger Martin Denzer aus Albrechts bei Obergünzburg überlassen hatte, nach Wurzach. Die Verehrung der Reliquie nahm bereits damals ihren Ursprung und ließ den Gottesberg in der Folge zu einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte der Region werden. Nachdem die Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts längere Zeit für eine Unterbrechung der Wallfahrten gesorgt hatte, wurde die Verehrung der Reliquie nach dem Einzug des Salvatorianerordens auf dem Gottesberg 1924 wieder aufgenommen und 1928 erstmals als Reiterprozession mit damals rund 350 Reitern gefeiert.

Die Feierlichkeiten zum Heilig-Blut-Fest beginnen bereits am Sonntag, 5. Juli, um 21 Uhr mit einer Prozession von der Stadtpfarrkirche zum Gottesberg und nach dem Wortgottesdienst mit Pfarrer Stefan Maier als Lichterprozession zurück durch die Stadt. Bei Regen findet der Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Verena statt. Am Donnerstag, 9. Juli, beginnt der Gottesdienst für die Blutreiter und Wallfahrer um 19.30 Uhr auf dem Gottesberg.

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