„Ein Segen, wenn der Strom ausgeht“
„Oifach loslaufa“ - so brachte Stiftungsvorstand Albert Rau auf den Punkt, wie man zum Pilger oder zur Pilgerin wird. „Man kann viele Sachen erleben, wenn man sich auf Pilgerschaft begibt“, zeigte er sich überzeugt und appellierte besonders an die jungen Leute, sich auf den Weg zu machen. „Und es ist ein Segen, wenn euch beim Handy der Strom ausgeht - dann seid ihr zum ersten Mal wirklich auf euch selber gestellt und müsst mit den Leuten schwätzen." Davon, was Menschen beim Pilgern erlebt haben, von spirituellem Suchen und von den Antworten, die Kursteilnehmer im Cursillo-Haus fanden, berichtet die Festschrift, die sich als „spirituelles Lesebuch“ versteht. Weihbischof Renz, der dem Cursillo-Haus seit fast 30 Jahren verbunden ist und als Schirmherr der „Stiftung Haus St. Jakobus - Schwäbische Jakobusgesellschaft“ fungiert, bekam eines der ersten Exemplare überreicht.
Ähnlich wie in dem 112-seitigen Buch, in dem zum Beispiel Dekan Ulrich Kloos das Cursillo-Haus auch für dienstliche Besprechungen oder Einkehrtage für pastorale Mitarbeiter empfiehlt, weil hier „mehr Geist“ zu spüren sei als anderswo, äußerten sich auch am Ende des Festgottesdienstes Freunde, Förderer und Festgäste: Bürgermeister Wolfgang Schmauder würdigte die verbindende Kraft des Cursillo-Hauses und dankte für die von Vertrauen und gegenseitiger Wertschätzung geprägte Zusammenarbeit mit der Gemeinde: „Das Cursillo-Haus bringt Menschen zusammen, es berührt, es inspiriert und es wirkt weit über unsere Gemeindegrenzen hinaus.“
„Ehrlich gesagt, beneide ich Sie um dieses Haus“
Anton Wölfl von der Cursillo-Arbeitsgemeinschaft Deutschland hob die gastfreundliche Aufnahme und die intensiven Begegnungen hervor, durch die viele Freundschaften entstanden seien und viele Menschen neue Ermutigung im Glauben erfahren hätten; all dies habe diesen Ort „zu einem wahrhaften Zeugnis für Gottes Wirken in unserer Mitte und in unserer Zeit gemacht“, so Wölfl. Nach den Worten von Jürgen Rist, Pilgerreferent der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, ist es „bereichernd, dass hier im Geist des Pilgerns ökumenisches Miteinander in gegenseitiger Wertschätzung geschieht – und ehrlich gesagt, beneide ich Sie um dieses Haus“. Schriftliche Glückwünsche des emeritierten Erzbischofs von Santiago de Compostela, Julián Barrio Barrio, trug Wolfgang Schneller, Hausleiter von 1983 bis 2005 und Mitinitiator des Pastoralprojekts für deutschsprachige Seelsorge in Santiago, vor.
Am Abend und das ganze Wochenende über hatten Haupt- und Ehrenamtliche, aber letztlich auch die Festgäste „alle Hände voll zu tun“ - um einige weitere „Häusernamen“ sowie Bedeutungen, die das Cursillo-Haus für seine Gäste hat, mit Leben zu füllen: „Haus des Miteinanders“, „Haus des Beschenktwerdens“, „Haus des Wiedersehens“ und „Haus des neu Aufbrechens“ - und last but not least: „Haus der Dankbarkeit“.