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Das Schöne in der vierten Lebensphase

„Es ist ein unheimlicher wichtiger Teil der Begleitung“, sagt Ilse Richler über ihre Arbeit in der „Seelsorge für Senioren“ in Schwäbisch Gmünd.

Schwäbisch Gmünd

Seelsorge für Senioren ist mehr als geistliche Begleitung, weiß Theologin Ilse Richler. Foto: Schwenk

Einen großen Teil ihrer Arbeitszeit verbringt Ilse Richler, Gemeindereferentin in der Seelsorgeeinheit Schwäbisch Gmünd-Mitte, dort, wo Menschen sich in der „vierten Lebensphase“ befinden: in Senioren- und Pflegeeinrichtungen, im Betreuten Wohnen, bei Menschen, die geistliche Begleitung brauchen oder einfach jemanden zum Reden. „Ich mache das sehr gerne“, sagt llse Richler. Denn: Es geht nicht immer nur um Krankheit oder Tod. „Oft“, so sagt die Theologin, „wollen die Menschen einfach lachen oder wissen, was im Städtle passiert.“

Als in Schwäbisch Gmünd die Landesgartenschau geplant wurde und die ersten Baumaßnahmen begonnen haben, hat Ilse Richler alles fotografiert und das Leben in der Stadt mit ihrem Notebook zu den alten Menschen gebracht. „Hier in Schwäbisch Gmünd haben wir fünf Einrichtungen für Seniorinnen und Senioren“, berichtet Ilse Richler. Im Vergleich zu anderen Städten ein hoher Anteil. Diesen Umstand hat das Pastoralteam wahrgenommen und beschlossen, dem Bereich „Seelsorge für Senioren“ mehr Aufmerksamkeit zu widmen. An fünf Standorten der Diözese wurde im Jahr 2009 die „Pastoral in der vierten Lebensphase“ als Pilotprojekt gestartet. Mit dabei: Ilse Richler und Schwäbisch Gmünd. Auch nach den drei Jahren, die vom Fachbereich Senioren der Diözese begleitet wurden, blieb sie diesem Zweig der Seelsorge treu.

Oft herrscht große Einsamkeit

Nicht nur in Zeiten der Pandemie erlebt sie häufig eine große Einsamkeit. Wenn beispielsweise die einzige Tochter 500 Kilometer entfernt wohnt oder der Ehepartner weggestorben ist, dann sind die Menschen alleine, einsam. Ilse Richler bekommt den Hinweis zum Teil von den Angehörigen selbst, zum Teil auch von den Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern in der Einrichtung. „Wichtig sind für mich auch die Pflegekräfte, die die Leute tagaus tagein sehen und sie versorgen.“ Einige Kontakte bekommt die Seelsorgerin auch durch den Beerdigungsdienst, den sie innerhalb der Seelsorgeeinheit ausübt. In den Trauergesprächen erfährt sie dann, dass der zurückgebliebene Ehepartner in eine Einrichtung eingewiesen wird. „Dann gehe ich später hin und besuche diesen Menschen“, sagt Ilse Richler.

Wenn sie eines aus ihrer langjährigen Erfahrung in diesem Bereich mitnehmen kann, dann ist es die Erkenntnis, sich möglichst früh in ein Betreutes Wohnen oder in eine andere Wohnform zu begeben. „Es fällt den Menschen mit steigendem Alter natürlich viel schwerer, plötzlich umzuziehen und die eigenen vier Wände verlassen zu müssen“, meint sie. Oftmals sei auch die Vereinsamung zu Hause schon weit fortgeschritten und eine Eingliederung fällt viel schwerer.

Dabei helfen, das Schöne zu entdecken

Auch über den Tod spricht Ilse Richler mit den Menschen. Wie soll die eigene Beerdigung aussehen? Was möchte ich und was nicht? Wie bringe ich es meinen Angehörigen bei? Diese Dinge sortiert zu haben, sei für Menschen in der vierten Lebensphase sehr wichtig.

Darüber hinaus jedoch will man dort einfach noch gut leben, lachen und gemeinsam Freude erleben. Denn auch diese Lebensphase bietet noch Schönes. Das zu entdecken, dabei hilft Ilse Richler.

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