15 Bildtafeln zählt der „Kreuzweg der Migranten“ des Stuttgarter Malers und Bildhauers Joachim Sauter (Jahrgang 1956), der im Rahmen des „Zentrums Weltkirche“ des Katholikentags in der Schlosskirche im Alten Schloss präsentiert wird. Bewegt durch die Fluchtschicksale ungezählter Menschen vor allem seit 2014, hat Sauter die einzelnen Szenen der traditionellen Darstellungen des Kreuzwegs Jesu auf die Erfahrungen geflüchteter Menschen übertragen. Herausgekommen ist dabei eine erschütternde Aktualisierung des biblischen Wortes, dass in den Schicksalen bedrohter, geschundener, scheiternder, einsam und vergessen Sterbender der Gekreuzigte und Auferstandene selbst begegnet
Sauter hat seinen Kreuzweg angesichts der Passion Geflüchteter aus Afrika gestaltet; in der Katastrophe des Ukraine-Kriegs würden seine Bilder heute vielleicht etwas anders aussehen als damals – oder vielleicht auch nicht, wie Thomas Broch bei der Ausstellungseröffnung sagte, „denn alle anderen Fluchtschicksale gibt es ja immer noch, nur sind sie aus dem öffentlichen Bewusstsein weithin verschwunden“.
Joachim Sauters „Kreuzweg der Migranten“ ist also (auch) ein Appell, dieses universelle Menschheitsdrama nicht zu verschweigen und zu vergessen.
Kreuzweg der Migranten
Diözese Rottenburg-Stuttgart Foto: Thomas Broch
Hintergrund: Die Interkulturelle Woche
Die bundesweit jährlich stattfindende Interkulturelle Woche (IKW) ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Sie findet seit 1975 Ende September statt und wird von Kirchen, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Integrationsbeiräten und -beauftragten, Migrantenorganisationen, Religionsgemeinschaften und Initiativgruppen unterstützt und mitgetragen. In mehr als 500 Städten und Gemeinden gibt es rund 5.000 Veranstaltungen. Der nationale „Tag des Flüchtlings“, dieses Jahr am 1. Oktober, ist Bestandteil der Interkulturellen Woche. Weitere Informationen gibt es unter www.interkulturellewoche.de.
In der Diözese Rottenburg-Stuttgart werden im neu gegründeten Fachbereich Interkulturelles Sozialmanagement der Einsatz der kirchlichen Einrichtungen vernetzt; der Fachbereich ist Teil der Hauptabteilung Kirche und Gesellschaft im Bischöflichen Ordinariat. Der Fachbereich unterstützt auch finanziell Projekte und Einzelpersonen