Zum Inhalt springen

„Den Menschen zu helfen ist das Gebot der Stunde"

Caritas international stockt Hilfe auf 1,2 Millionen Euro auf. Vorbereitungen auf Aufnahme von Geflüchteten in Deutschland laufen auf Hochtouren.

Freiburg / Kiew
Angehörige und Freunde warten auf Geflüchtete aus der Ukraine nach ihrem Grenzübertritt von Schehyni in der Ukraine nach Medyka in Polen. Zahlreiche Ukrainer verlassen nach Militäraktionen Russlands auf ukrainischem Staatsgebiet das Land. Foto: picture alliance/dpa | Michael Kappeler

Angehörige und Freunde warten auf Geflüchtete aus der Ukraine nach ihrem Grenzübertritt von Schehyni in der Ukraine nach Medyka in Polen. Zahlreiche Ukrainer verlassen nach Militäraktionen Russlands auf ukrainischem Staatsgebiet das Land. Foto: picture alliance/dpa | Michael Kappeler

Die Caritas fordert humanitäre Korridore, um humanitäre Hilfe für die Menschen in den besonders umkämpften Städten der Ukraine zu ermöglichen. „Wir sind äußerst beunruhigt über die Zuspitzung der Kämpfe rund um die Städte Mariupol im Süden und Charkiw im Nordosten der Ukraine“, sagt Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa. Der massive Truppenaufmarsch, auch gegen die Hauptstadt Kiew, lasse schreckliche Entwicklungen befürchten, so die Präsidentin. „Den Menschen zu helfen ist das Gebot der Stunde. Wir haben unsere Hilfe für die Menschen in der Ukraine und die Caritasverbände der Nachbarländer auf 1,2 Millionen Euro deutlich aufstocken können. Die Spendenbereitschaft ist ungebrochen.“

Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes unterstützt mit diesen Mitteln die akute Katastrophenhilfe der Caritas Ukraine sowie die Flüchtlingshilfe der Caritasverbände in Polen, Slowenien, Moldawien und Rumänien finanziell. 

Die Versorgung in der Ukraine wird schwieriger

Mit einem weiteren Kriegsverlauf wird die Flucht gefährlicher und die Versorgung der Flüchtenden schwieriger, sagte die Präsidentin der Caritas Ukraine, Tetiana Stawnychy, am Dienstag. Sie bedankte sich für die umfassende Solidarität der unterstützenden Caritas-Organisationen weltweit.

„Wir sind tief beeindruckt vom unermüdlichen Engagement der Mitarbeitenden der Caritas Ukraine und den dort tätigen Freiwilligen“, so Welskop-Deffaa. „Aus Caritaseinrichtungen der Ukraine, etwa Lviv, Czernowitz, Ivano-Frankivsk, erreichen uns Berichte von einer unglaublichen Hilfsbereitschaft und Solidarität“, so Welskop-Deffaa.

Die Caritas Ukraine hat Suppenküchen eingerichtet; sie verteilt Essen, warme Kleidung, Decken und Schlafsäcke sowie Hygienekits an die Flüchtenden, die kaum etwas von Zuhause mitnehmen konnten. Viele Geflüchtete packen selbst mit an.

Hilfe in den Nachbarländern, demnächst auch in Deutschland

In den Nachbarländern der Ukraine wird konkrete Hilfe und Unterstützung angeboten in Form von Notunterkünften, der Verteilung von Lebensmitteln und psychologischer Unterstützung für zutiefst traumatisierte Menschen. 

Auch in Deutschland werden in den kommenden Tagen und Wochen voraussichtlich viele Menschen aus der Ukraine ankommen und unterschiedlichste Formen von Hilfe und Unterstützung brauchen. Mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge stimmt der Deutsche Caritasverband regelmäßig die Lagebeurteilung ab. In enger Abstimmung mit staatlichen Stellen, anderen Wohlfahrtsverbänden und weiteren Akteuren der Zivilgesellschaft bereiten sich die Caritasverbände vor Ort auf die Notaufnahmen vor. „Wir erleben schon jetzt überwältigende Solidarität, zählbar an der Anzahl der Menschen, die sich an uns wenden und ihre Hilfe anbieten,“ so die Caritas-Präsidentin. „Nicht wenige wären bereit, sich sofort ins Auto zu setzen und Richtung Ukraine zu fahren“.

„Es wird sicherlich Gelegenheiten geben, den Menschen tatkräftig und unmittelbar zur Seite zu stehen, sobald Lieferengpässe und Kriegsgeschehen besser abschätzbar sind – im Moment helfen Geldspenden am meisten und sind sorgfältige Planung und kühle Köpfe gefragt“.  

Mehr zur Autorin

Aktuelles

zum Thema

Ein Angebot an die Gesellschaft

Stuttgart-Mitte

Mitten in Stuttgart erprobt die Diözese ein neues Dialogformat, das für Solidarität und Teilhabe steht, und trifft damit auf großes Interesse.

Mit den Bürgermeistern auf dem Martinusweg

Am 12. September pilgern die Bürgermeister im Zollernalbkreis auf dem Martinusweg. Franziska Deubel von KiP hat mit Achim Wicker darüber gesprochen.

Aktuelles

aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Bild: picture alliance SZ Photo Alessandra Schellnegger

Christliche Kirchen gratulieren zum jüdischen Neujahrsfest

Rottenburg am Neckar

Bischöfe und Bischöfin aus Baden-Württemberg übermitteln ihre gemeinsamen Glück- und Segenswünsche und äußern ihre Hoffnung auf Frieden und Freiheit.

Christian Turrey

War der 11. September vorhergesagt?

Ein New Yorker Künstler gestaltet in den 90er Jahren einstürzende Brücken und fallende Twin Towers aus Stein. Eine Prophezeiung für den Anschlag 2001?

Matthias Zahner

Beeindruckende Wegmarken des Glaubens

Rottenburg am Neckar

Der emeritierte Bischof Dr. Fürst und Weihbischof Dr. Schneider segnen den nun vollständig restaurierten Prozessionsweg im Weggental in Rottenburg.

Gregor Moser

Bürgermeister bei Pilgertag in Oberschwaben

Weingarten

Rund 40 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister nutzen Angebot der Diözese für Auszeit mit geistlichen Impulsen, Gesprächen und Zeit zur Besinnung.

Angelika Sönnichsen

Frieden wächst, wo Menschen einander begegnen

Rottenburg

Bischof Dr. Klaus Krämer besucht Friedens-, Bildungs- und Klimaprojekte in Burundi. In Nyanza Lac eröffnet ein Zentrum für Frieden und Versöhnung.