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Der Faktor Bildung wächst beständig

Die Katholische Erwachsenenbildung beendet am Freitag vorläufig das Projekt "Faktor Bildung" und veröffentlicht Abschlussbericht.

Stuttgart

Mit einer Tagung am Freitag, 22. November, von 13 bis 16.30 Uhr im Rottenburger „Theater am Thorbogen“ findet das 2017 gestartete Projekt „Faktor Bildung. Neuvermessungen der katholischen Erwachsenenbildung“ seinen vorläufigen Abschluss. Anlässlich der Tagung soll es auch zur feierlichen Übergabe des Abschlussberichts an Weihbischof Matthäus Karrer kommen.

Zeugnis geben von der Liebe Gottes

"Trotz all der Schmerzen, die Maria erleiden musste, hat sie doch die Hoffnung und das tiefe Vertrauen darauf nie aufgeben, dass Gott zu seinem Wort stehen wird", sagte der Bischof. Sie möge die Menschen als "Stern der Hoffnung" auf ihrem Pilgerweg begleiten. Krämer rief die Wallfahrer:innen auf, auch selbst Zeug:innen der Liebe Gottes zu sein, im Alltag die Spirale des Hasses und der Gewalt zu durchbrechen, den Pessimismus der anderen nicht noch zu überbieten und darauf zu hören, was andere Menschen zu sagen haben. Vielleicht habe der Heilige Geist mit dem eigenen Leben noch Ungeahntes vor. "Die Pläne Gottes sind immer größer als alles, was wir uns vorstellen können", gab der Bischof zu bedenken.

Neben der Musikkapelle Schemmerhofen, der Organistin am Keyboard und allen, die den Wallfahrtsgottesdienst liturgisch mitgestalteten, dankte Bussenpfarrer Pater Alfred Tönnis am Ende auch den Rettungs- und Ordnerdiensten sowie den anwesenden Vertretern von Bundestag, Landtag und vom Kreis Biberach, dem das Gelände um die Bussenkirche gehört. Als sich die Prozession mit dem Gnadenbild wieder Richtung Gotteshaus auf den Weg gemacht hatte, stellte eine Gruppe aus dem benachbarten Dietelhofen ein paar Bierbänke zusammen, holte Wurst, Käse, Brot Gemüse und Obst aus dem Rucksack und begann zu picknicken. Für sie hat die Wallfahrt Tradition.

Das Bussenfeuer mitnehmen

Walter Schmickl war wohl mit sechs Jahren das erste Mal auf dem Bussen dabei. Seine Familie sei damals meist schon nach der Kommunion aufgebrochen, um in einer der fünf Wirtschaften in Offingen einen Platz zu ergattern. "Dann gab es eine rote Wurst und eine Bluna", erinnert er sich. Petra Hinz sei als Kind immer auf der Familiendecke eingeschlafen, weil sie sich langweilte. Für sie war auf dem Nachhauseweg das Bussenkindle aus Marzipan das Wichtigste. Ob die Gruppe auch ein "Bussenfeuer" zu sich nahm, ein regionaler Bio-Likör, wie ihn Pater Alfred dem Bischof überreichte, ist nicht bekannt. Aber dass so manche Pilgernden das pfingstliche Feuer des Wallfahrtstages mit ins Tal trugen, war ihren strahlenden Gesichtern anzusehen.

Zum Hintergrund:

Katholische Erwachsenenbildung (keb) ist ein gewichtiger, stetig wachsender Bildungs-Faktor in der Diözese Rottenburg-Stuttgart und in Baden-Württemberg, denn gemeinsam mit ihren ökumenischen Partnern erreicht die kirchliche Erwachsenenbildung landesweit so viele Interessenten wie kein anderer Weiterbildungsträger. 2018 waren es insgesamt 2,3 Millionen Menschen. Während in vielen kirchlichen Bereichen die Teilnahme- und Mitgliederzahlen zurückgehen, trifft dies nicht auf die keb zu. Im Gegenteil: Der Faktor Bildung in der Diözese wächst stetig. Seit 1993 ist die Zahl der Unterrichtseinheiten um 81,6 Prozent angewachsen. Als ein herausstechendes Merkmal steht dabei die Kooperation mit ungewöhnlich vielen kirchlichen aber noch mehr nicht-kirchlichen Einrichtungen. Dazu zählen beispielsweise Initiativen des bürgerschaftlichen Engagements, kulturelle Einrichtungen, Stadt- und Landkreisverwaltungen, Vereine und auch die Volkshochschulen.

Ziel des Projekts „Faktor Bildung“ ist es, die Chancen, Aufgaben, Handlungsfelder und künftigen Bildungsstandards der keb im Hinblick auf die gegenwärtigen gesellschaftlichen Umwälzungen und Herausforderungen neu zu vermessen und auszurichten und nach den benötigen Ressourcen zu fragen: Wie muss die keb aufgestellt sein, um auch künftig handlungsfähig zu sein? Dazu gab es unter anderem Workshops, Interviews und einen Online-Fragebogen. Das Projekt steht unter der Schirmherrschaft von Bischof Dr. Gebhard Fürst und wird begleitet durch Dr. Joachim Drumm, Leiter der Hauptabteilung „Kirche und Gesellschaft“ der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Der geplante Ablauf der Schlusstagung ist wie folgt: Nach einer Präsentation des wissenschaftlichen Teils des Abschlussberichts durch Professor Dr. Reinhold Boschki und Marian Schirmer vom Lehrstuhl für Religionspädagogik der Universität Tübingen werden als wichtige Kooperationspartner der keb Ministerialrätin Suzan Bacher (Kultusministerium), Pfarrer Dr. Wolfgang Schnabel, Vorstand der kirchlichen Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung in Baden-Württemberg (KiLAG) , Professor Dr. Herbert Müther (Vorsitzender der keb Tübingen), Ordinariatsrat
Dr. Joachim Drumm sowie Elisabeth Vanderheiden (Vorsitzende KEB Deutschland) die Ergebnisse des Projekts sowie weiterführende Perspektiven diskutieren.

Weitere Informationen zum Thema gibt es bei Christine Höppner, Leiterin der Katholischen Erwachsenenbildung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Telefon 0711 9791 4921 und E-Mail: choeppner@bo.drs.de

 

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