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Der Katholikentag ist eröffnet!

Bundespräsident Steinmeier würdigt die Rolle der Kirche in der Pandemie. Diözesanratssprecher Warmbrunn lädt zum großen Straßenfest ein.

Stuttgart
Diözese Rottenburg-Stuttgart / Caroline Czaplik

Eröffnung des 102. Deutschen Katholikentags. Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Caroline Czaplik

Der 102. Deutsche Katholikentag in Stuttgart hat begonnen. Bei der Eröffnung im Oberen Schlossgarten begrüßte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Gläubigen. "Die Welt braucht praktische Beispiele der Nächstenliebe", rief er ihnen zu und würdigte das Gute und Tröstende, das die Katholische Kirche während der Corona-Pandemie im Stillen den Kranken und Sterbenden in den Krankenhäusern entgegenbrachte.

 

Die Welt braucht praktische Beispiele der Nächstenliebe.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

 

Mit Blick auf den Ukrainekrieg sagte Steinmeier an die Adresse von Putin gewandt: "Beenden Sie Leid und Zerstörung, ziehen Sie Ihre Truppen zurück und verweigern Sie keine ernsthaften Gespräche mit Selenskyj." Und auf das Katholikentags-Leitwort "leben teilen" gemünzt hielt das Staatsoberhaupt fest: "Wenn wir etwas für die Welt tun wollen, müssen wir auch an Verzicht denken."

 

Durch Teilen entsteht Leben.
Bischof Dr. Gebhard Fürst

 

Zuvor hatte bereits Bischof Dr. Gebhard Fürst daran erinnert, dass der Heilige Martin von Tours einerseits Patron der gastgebenden Diözese Rottenburg-Stuttgart ist und er andererseits als Friedensstifter ein großes Vorbild, auch in unserer Zeit, sei. "Durch Teilen entsteht Leben", sagte der Bischof und mit Blick auf die kommenden Tage in Stuttgart wünschte er allen Teilnehmenden, dass sie sich die Freude gönnten, die aus der Begegnung und dem Gespräch entsteht. "Daraus erwächst uns Kraft", hielt er fest.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann schloss hier an. Auch er wünschte den Gläubigen, dass sie Kraft und Zuversicht aus dem Katholikentags-Programm in Stuttgart erhalten und "gestärkt aus diesen Tagen hervorgehen".  

 

Teilen gibt die Hoffnung auf ein besseres Morgen.
ZdK-Präsidentin Dr. Irme Stetter-Karp

 

Dr. Irme Stetter-Karp, Präsidentin des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken, kam in ihrem Beitrag zur Eröffnung des 102. Deutschen Katholikentags ebenfalls auf das Leitwort zu sprechen. Der Gedanke, dass wir nur für genügend Wachstum sorgen müssten und dann auf nichts verzichten müssten, führe in die Irre. "Denn in Wahrheit teilen wir unsere Lebensgrundlagen mit unseren Kindern und Enkeln und es führt kein Weg daran vorbei, dass wir unseren Lebensstil ändern müssen", sagte sie. Katholikinnen und Katholiken müssten Verantwortung übernehmen für die Welt als Ganzes und Teilen gebe die Hoffnung auf ein besseres Morgen.

 

Der spirituelle Tank soll wieder aufgefüllt werden, denn der ist derzeit auf Reserve.
Katholikentags-Besucherin Regina Seyfried

 

Zum Ende der Eröffnung lud Dr. Johannes Warmbrunn, Sprecher des Diözesanrates der Diözese Rottenburg-Stuttgart, zum "Abend der Begegnung" ein; einem Straßenfest, bei dem sich die gastgebende Diözese Rottenburg-Stuttgart den vielen Besucherinnen und Besuchern auf sechs Bühnen in der Stuttgarter Innenstadt präsentiert. "Ich freue mich auf gute Begegnungen und den Austausch", blickte Regina Seyfried, die aus Landau im Bistum Speyer nach Stuttgart angereist war, während der Eröffnung im Oberen Schlossgarten auf das kommende Katholikentags-Programm. "Der spirituelle Tank soll wieder aufgefüllt werden, denn der ist derzeit auf Reserve", sagte sie und sprach damit vielleicht dem einen oder anderen Besucher aus der Seele.   

Eindrücke von der Eröffnung und dem Abend der Begegnung

Wir haben die schönsten Bilder in einer Galerie zusammengestellt

Hintergrund: Die Interkulturelle Woche

Die bundesweit jährlich stattfindende Interkulturelle Woche (IKW) ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Sie findet seit 1975 Ende September statt und wird von Kirchen, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Integrationsbeiräten und -beauftragten, Migrantenorganisationen, Religionsgemeinschaften und Initiativgruppen unterstützt und mitgetragen. In mehr als 500 Städten und Gemeinden gibt es rund 5.000 Veranstaltungen. Der nationale „Tag des Flüchtlings“, dieses Jahr am 1. Oktober, ist Bestandteil der Interkulturellen Woche. Weitere Informationen gibt es unter www.interkulturellewoche.de.

In der Diözese Rottenburg-Stuttgart werden im neu gegründeten Fachbereich Interkulturelles Sozialmanagement der Einsatz der kirchlichen Einrichtungen vernetzt; der Fachbereich ist Teil der Hauptabteilung Kirche und Gesellschaft im Bischöflichen Ordinariat. Der Fachbereich unterstützt auch finanziell Projekte und Einzelpersonen

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