Michaela Reimann und Simone Rapp arbeiten als Kirchenpflegerinnen in der Seelsorgeeinheit Horb. Doch was macht diesen Beruf eigentlich aus? Im Interview erzählen sie, was zu ihren zahlreichen und vielfältigen Aufgaben gehört und welche schönen und herausfordernden Momente er mit sich bringt.
Wie reagieren die Leute, wenn sie ihnen erzählen, dass Sie Kirchenpflegerin sind?
Simone Rapp: Die meisten nehmen an, dass ich eine Putzfrau bin – sie denken an Reinigung und ans Saubermachen. Ich muss mich immer erklären. Dann rattert’s aber bei ihnen – und sie sind ganz schnell ruhig.
Michaela Reimann: Sobald die Leute es verstehen, sind viele beeindruckt. Denn man muss tatsächlich ein Organisationstalent sein und viele Bereiche unter einen Hut bringen.
Welche Aufgaben haben Kirchenpflegerinnen?
Michaela Reimann: Wir haben eine sechsseitige Liste mit Aufgaben (lacht). Drei Bausteine sind besonders groß. Zum einen kümmern wir uns um nicht-pastorales Personal – ob Reinigungspersonal, Hausmeister oder Mesner. Wir führen Bewerbungen durch, verfassen Änderungsverträge, machen die Urlaubsplanung, tragen Krankmeldungen ein und führen Mitarbeitergespräche. Wenn die Mitarbeitenden Fragen haben, sind wir die Anlaufstelle. Wir leisten Aufklärungsarbeit bei den Ehrenamtlichen und stimmen uns mit den Pfarrbüros ab.
Zum anderen gehört das Bauwesen zu unserem Aufgabenbereich – also alles, was die Instandhaltung von Gebäuden betrifft. Dabei müssen viele Regelungen beachtet werden, weil es sich häufig um Denkmal- und Kunstgegenstände handelt. Wir kümmern uns auch um Vermietungen, Pachtsachen und Parkplätze.
Wir verwalten auch den Friedhof. Dazu gehört beispielsweise, einen passenden Platz für die Verstorbenen zu finden, Verträge aufzusetzen, Kosten zu berechnen und zu schauen, welche Gräber bald ablaufen. Aktuell gestalten wir den Friedhof in Horb um, es wird einen schönen Ruhegarten geben.
Außerdem bestellen wir Material - von Reinigungsmitteln oder Klopapier bishin zu Druckern, Telefonanlagen und Rechnern für die Mitarbeitenden.