Arkadius Guzy Die Kirche im Demokratiedorf
Arkadius Guzy Betriebsseelsorgerin Birgit Elsasser lässt eine Besucherin ein Demokratie-Jenga spielen. Foto: DRS/Guzy
In Heilbronn hat die „Lange Nacht der Demokratie“ bereits ab Freitagnachmittag ein vielfältiges Programm auf dem Marktplatz, im Rathaus und an weiteren Orten in der Innenstadt geboten. Herzstück bildete das Demokratiedorf mit 16 Ständen auf dem Marktplatz.
Dieses durfte als Reminiszenz an den Ursprung von Demokratie, die auf antiken Plätzen ihren Anfang nahm, verstanden werden. Neben verschiedenen Vereinen, Organisationen und Einrichtungen beteiligten sich die Caritas Heilbronn-Hohenlohe, die Stadtkirche Heilbronn, die Betriebsseelsorge Heilbronn und die Katholische Erwachsenenbildung Stadt- und Landkreis Heilbronn (Keb) an dem Demokratiedorf.
Am Stand der Caritas konnten die Besucherinnen und Besucher sich auf einem Plakat selbst porträtieren. Dazu malten sie mit bunten Stiften aufgedruckte Gesichtsumrisse aus. So entstand am Ende ein großes Bild der Heilbronner Vielfalt.
„Es ist wichtig, sichtbar zu machen, wie viele Menschen an Demokratie glauben und für diese eintreten“, sagte Betriebsseelsorgerin Birgit Elsasser am Nachbarstand. Aber was verleiht einer Demokratie Stabilität? Und wann fängt sie an zu wackeln? Das veranschaulichte ein großes Jenga-Spiel, das Elsasser aufgebaut hatte.
Die 54 aufgetürmten Holzklötzchen trugen verschiedene Beschriftungen wie „zuhören“, „zustimmen“, „diskutieren“, „austauschen“. Sie konnten nacheinander aus dem Turm gezogen werden, bis dieser zusammenbrach. Das Spiel machte damit deutlich, was passiert, wenn diese Elemente abhandenkommen.
Bodenplakat lässt über Grundrechte abstimmen
Nebenan, am Stand der Stadtkirche, konnten die Besucherinnen und Besucher des Demokratiedorfs Holztäfelchen und Papierkronen zum Stichwort „Würde – unantastbar“ gestalten. Einige Meter weiter fragte die Keb, welche Grundrechte persönlich als die wichtigsten erachtet werden. Plättchen auf einem großen Bodenplakat zeigten am Ende das Abstimmungsergebnis.
Arkadius Guzy Die Keb veranstaltete zusätzlich zu ihrem Stand drei Schreibwerkstätten im Rathaus. Die Schreibwerkstätten mit Autor Alexander Estis, die in Kooperation mit der Stabsstelle Chancengerechtigkeit der Stadt und dem Literaturhaus Heilbronn stattfanden, sollten die demokratische Funktion von Literatur erlebbar machen. „Die Bereitschaft und die Fähigkeit, miteinander zu reden, ist Voraussetzung nicht nur für eine funktionierende demokratische Gesellschaft, sondern auch für jede kulturelle und literarische Praxis: Literatur spricht immer zu jemandem, entsteht aber auch vielfach erst im Gespräch“, hieß es dazu in der Programmbeschreibung.
Estis leitete daher verschiedene dialogische Schreibspiele an. Mit ihrer Hilfe entwickelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Texte. „Die Keb Heilbronn bietet den Menschen ein Forum, sich auszutauschen, weil dies ja die Grundlage der Demokratie ist“, erklärte keb-Leiterin Ingrid Wegerhoff.