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Die Liebe Gottes gilt allen Menschen

Bischof Dr. Klaus Krämer segnet beim Heilig-Blut-Fest in Bad Wurzach die über 1.000 Reiterinnen und Reiter und hält die Predigt.

Bad Wurzach
Der Bischof mit Mitra, Rauchmantel, weißen Handschuhen und der Reliquie in Kreuzform in der Hand ist von hinten zu sehen, wie er die Reiter:innen segnet.

Bischof Dr. Klaus Krämer segnet am Fuß des Bad Wurzacher Gottesberges Reiterinnen und Reiter mit der Heilig-Blut-Reliquie - Foto: DRS/Waggershauser

Nach der Bischofsweihe hat es eine riesige Flut an Terminanfragen gegeben. Dies sei die wenig hoffnungsvolle Antwort aus dem Büro von Bischof Dr. Klaus Krämer gewesen, berichtete Pater Konrad Werder, als er diesen zum Heilig-Blut-Fest 2025 nach Bad Wurzach einladen wollte. Am Freitag zu Beginn des Pontifikalamtes vor der Gottesbergkirche freute sich der Salvatorianer und Gottesberg-Hausherr über die damals unerwartet rasche Zusage des Bischofs, worauf Beifall aufbrandete. Krämer, der als Sekretär seines Vorvorgängers Walter Kasper die Reiterprozession bereits miterlebt hatte, kam im vom Papst Franziskus ausgerufenen Heiligen Jahr als Pilger der Hoffnung in die oberschwäbische Kurstadt.

Kurz nach 7 Uhr am Morgen segnete Bischof Krämer bereits die erste Hälfte der insgesamt über 1.000 Reiterinnen und Reiter vor dem Bad Wurzacher Schloss. Als der üppig mit Blumen geschmückte und von vier Pferden gezogene Festwagen vorfuhr, überließ der Bischof die Heilig-Blut-Reliquie Pfarrer Stefan Maier. Der Leiter der Seelsorgeeinheit Bad Wurzach trug mit ihr den Segen Gottes hinaus auf die Wiesen, Felder und Gehöfte südöstlich der Stadt. Am Fuß des Gottesbergs übergab Maier die Reliquie, ein mit dem Blut Jesu getränktes Tüchlein aus dem Privatbesitz von Papst Innocenz XII., das im Jahre 1693 über einen deutschen Pilger nach Bad Wurzach gelangte, wieder an den Bischof.

Trotz Bedrängnis nicht hoffnungslos

Nachdem Bischof Krämer das Kreuzzeichen über die übrigen Reitergruppen und Musikkapellen gemacht hatte, zog er in Begleitung von etlichen Priestern, von Kinder-Pagen mit den Leidenswerkzeugen Christi und jugendlichen Schweizergardisten zum Altar vor der Gottesbergkirche. In seiner Predigt rief der Festgast die Gläubigen auf, sich für die Botschaft Jesu von der barmherzigen Liebe Gottes zu allen Menschen stark zu machen, „auch dann, wenn wir dabei auf Unverständnis und Ablehnung stoßen.“ Diese Bedrängnis, wie es biblische Texte nennen, sieht Krämer heute in Verfolgung und Diskriminierung von Männern und Frauen, „die sich vielfach unter schwersten Bedingungen für gerechte und menschenwürdige Lebensbedingungen anderer Menschen einsetzen.“

Die Bedrängnis sei jedoch kein Grund, die Hoffnung aufzugeben. Denn Christus sei mit auf dem Weg, was besonders in der Feier der Eucharistie zu spüren sei. Dieses Zeichen der Liebe Gottes stärke auf dem Pilgerweg der Hoffnung. In der Bergpredigt am Nachmittag griff Pfarrer Monsignore Heinrich-Maria Burkard aus Heiligkreuztal den Gedanken auf. Im Blut Christi verehrten die Wallfahrer:innen das Herzblut Gottes für die Menschen, für den Frieden und die Einheit. Wie aus Bedrängnis Frieden und Einheit werden kann, zeigten 30 Gäste von der Kanalinsel Jersey. Fünf von ihnen hatten die Internierung von 1942 bis 1944 im Wurzacher Schloss noch selbst erlebt. Seit Jahren verbinde nun Stadt und Insel eine tiefe Freundschaft, erklärte Pater Konrad.

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