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Digitales Erbe: Was wird aus meinen Daten?

Was passiert mit den Daten im Internet, wenn ein Mensch verstirbt? Ein Online-Vortrag der Caritas befasst sich mit der digitalen Vorsorge.

Ulm (Donau)

Was passiert mit meinen Daten, wenn ich sterbe? Ein Online-Vortrag der Caritas gibt Hinweise zur digitalen Vorsorge. Foto: Caritas

Über den Tod nachzudenken, scheuen viele; Vorkehrungen fürs eigene Ableben zu treffen, ist unangenehm – und trotzdem sehr wichtig. Was viele bei der Vorsorge nicht bedenken, sind die Daten und Spuren im Internet, die fast jeder Mensch hinterlässt: das Profil bei Facebook, die Urlaubsfotos bei Instagram, das Online-Abo der Tageszeitung, die Rechnung der Stadtwerke, Konten bei Zahlungsdienstleistern und anderes mehr. „Ein Leben ohne Internet, Computer und Smartphone ist kaum noch möglich“, sagt Carmen Diller, Koordinatorin für „LebensFaden“ in Ulm, einem Dienst der Caritas zu Fragen der Vorsorge. „Nicht nur Greifbares, also Gegenstände werden vererbt, sondern auch unsere Accounts, Abos und Verträge. “

Wenn Abos weiterlaufen, Mahnungen eintreffen, weil niemand auf das E-Mail-Postfach zugreifen kann, geht es nicht nur um finanzielle Aspekte. Die digitale Identität „lebt“ weiter. „Es geht auch um Sensibilität für die Privatsphäre“, erklärt Carmen Diller. „Wie regle ich meine Dinge, dass ich gut vorbereitet bin für den Moment, wenn ich nicht mehr in der Lage bin zu entscheiden.“ Dass diese Frage immer wichtiger wird, liegt auf der Hand. „Auch in der Kirche müssen wir uns damit beschäftigen.“

Erstmals bietet „LebensFaden“ einen Online-Vortrag zu diesem Thema an. „LebensFaden“ ist eine Initiative der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Zusammenarbeit mit der Caritas: ein Netzwerk aus speziell geschulten Ehrenamtlichen, die Ratsuchende über Vorsorgemöglichkeiten informieren. In Zeiten von Corona wählt die Caritas Ulm-Alb-Donau jetzt auch diesen Weg: Die Medienreferentin Inge Veil-Köberle wird am 13. Oktober über die digitale Plattform „Zoom“ über den digitalen Nachlass sprechen und Fragen beantworten.

„Das ersetzt beim Thema „Vorsorge treffen“ nicht Gespräche von Mensch zu Mensch, kann aber ein erster Schritt sein, sich mit dem digitalen Nachlass und mit Fragen der Vorsorge überhaupt zu befassen“, betont die „LebensFaden“-Koordinatorin. Auch jüngere Menschen möchte Carmen Diller mit diesem Angebot erreichen. Denn – das zeigen Umfragen – neun von zehn Internetnutzern haben ihren digitalen Nachlass nicht geregelt.

In einem weiteren Vortrag am 10. November geht es dann um „Medizinische Aspekte der Christlichen Patientenverfügung“. Referentin ist die Ärztin Dr. Eva-Maria Mörike, stellvertretende Vorsitzende der Tübinger Hospizdienste e.V.

Online-Vortrag zur Digitalen Vorsorge

Der Vortrag „Digitalisierung – Wer kümmert sich um meinen digitalen Nachlass?“ findet als „Zoom“-Veranstaltung am 13. Oktober um 19 Uhr statt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldung erforderlich über die Katholische Erwachsenenbildung Ulm-Alb-Donau, Telefon (0731) 920 60 20 oder keb.ulm@drs.de

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