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Diözesanrat und Verbände

Ideen und Fördermöglichkeiten für bezahlbaren Wohnraum

Podiumsdiskussion beim Fachtag bezahlbarer Wohnraum - Foto: ako

Eine passende Wohnung zu finden ist heute schwierig - vor allem für Haushalte mit kleinerem Geldbeutel. Der soziale Wohnungsbau wurde in den vergangenen Jahren vernachlässigt. Vertreter der Katholischen Verbände und der Diözesanrat berieten am vergangenen Samstag, wie Kirchengemeinden und andere kirchliche Organisationen zu mehr Wohnraum beitragen können.

Bezahlbarer Wohnraum ist ein wesentliches Thema im Kommunalwahlkampf und die baden-württembergische Regierung hat sich erst kürzlich für eine Überarbeitung der Landesbauordnung ausgesprochen. Im Stuttgarter Haus der Wirtschaft informierten sich nun etwa 60 Personen aus Verbänden, Kirchengemeinden und anderen Institutionen über Möglichkeiten des Bauens und Wohnens, über Mehrgenerationenhäuser, genossenschaftliches Bauen, Formen der Bürgerbeteiligung und nicht zuletzt über finanzielle Fördermöglichkeiten durch die Diözese.

Dabei gehe es neben dem Neubau von Wohnungen vor allem darum, „bereits bestehenden Wohnraum besser zu nutzen beziehungsweise überhaupt zu nutzen“, betonte Peter Beck, Fachberater für Bürgerbeteiligungen. Auch Wohngebäude und Grundstücke in kirchlichem Besitz müssten auf den Prüfstand. „Wer etwas geben kann, sollte überlegen, wie er es für andere einsetzen kann“, erinnerte Diözesanratssprecher Johannes Warmbrunn an die soziale Verantwortung der Kirche.

Aufgaben passen sich den Herausforderungen an

Da sich die Welt verändert habe, musste auch der Verein immer wieder nachjustieren, erklärte Vorstandsmitglied Paul Locherer. Der damalige Amtzeller Bürgermeister, einer der Gründungsväter, moderierte das Gespräch mit den Rottenburger Gästen. Die Geflüchteten aus dem Nahen Osten, Afrika und jüngst aus der Ukraine hätten Amtzell in den letzten Jahren herausgefordert. Neben Begegnungs- und Hilfsangeboten fanden sich über die Wohnrauminitiative der Caritas Privatunterkünfte für geflüchtete Menschen. Der Verein engagiert sich aber auch in den Herkunftsländern. In Kooperation mit der Stiftung Liebenau läuft gerade die Altenpflegeausbildung von Kenianern aus der Diözese Machakos.

Neue Initiativen sind beim Verein Füreinander-Miteinander immer willkommen. Christine Schuler und Saskia Graf, seit 2022 im Vorsitzendenteam, hatten mit Christina Morgenroth die Idee eines Ortes, an dem man einfach sitzen kann und jemanden zum Reden findet. Dazu Getränke und Essen ohne Konsumzwang. Das Café Herzraum öffnete 2018 seine Pforten. Inzwischen bietet das von den beiden angestoßene Netzwerk Alna (Amtzell lässt niemand allein) nicht nur für Cafégäste Hilfe in allen Lebenslagen. Die Möglichkeit für ein günstiges gemeinsames Mittagessen, eine Demenzgruppe und ein Backhäusle stehen derzeit auf der To-Do-Liste des Vereins.

Junge Menschen wachsen ins Engagement hinein

Während sich die Vertreter:innen aus Amtzell und die Rottenburger Delegation im Garten des Café Herzraum beim Schloss Kaffee und Kuchen schmecken ließen, plante ein gutes Duzend Mädchen zwischen 12 und 15 Jahren im Inneren das Programm für die nächsten Wochen. Sie sind aus einer Kinder-Zumba-Gruppe herausgewachsen, wollten sich aber weiterhin treffen. Seit mehr als einem Monat kommen sie nun wöchentlich in die Begegnungsstätte und helfen dort auch mit. Nachwuchsprobleme scheint es in der wertschätzenden Art des Miteinanders in Amtzell nicht zu geben. „Wenn sich Menschen jung engagieren, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie auch später dabei sind“, bestätigte Gabriele Denner vom Diözesanrat.

Auch wenn die Strukturen des ehrenamtlichen Engagements für Neu-Amtzeller nicht so einfach zu durchschauen sind, wie der katholische Pfarrer Matthias Hammele und Bürgermeisterin Manuela Oswald zugaben, so zeigten sich die Gäste aus Rottenburg gerade von der vernetzten Gemeinwesenarbeit von Kommune, Kirchen, Stiftungen und Gesellschaft beeindruckt. Im neuen Kränzle-Areal soll für die Quartiersarbeit ein Büro eingerichtet werden für vier Mitarbeitende auf Minijob-Basis. Die Stelle einer Ehrenamtskoordinatorin finanziert die Diözese Rottenburg-Stuttgart bereits mit. „Amtzell zeigt, dass auch kleinere Summen einen großen Hebel entfalten können“, freute sich Weihbischof Karrer.

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