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„Du bist nicht allein“

Erstmals seit Beginn der Corona-Krise spendet Bischof Dr. Gebhard Fürst wieder das Sakrament der Firmung. Vor seinem Besuch in Wiblingen betont er die Nähe und den Zuspruch der Kirche.

Ulm (Donau)

"Ist da jemand?" - Das Motto der Firmung in der Seelsorgeeinheit Ulm-Basilika (hier ein Blick durch das Portal zum Klosterhof) ist auch ein Aufruf an jede und jeden in den Gemeinden, Jugendlichen gute Erfahrungen mit Gott und Kirche zu ermöglichen. Foto: DRS/Jerabek

„Ich freue mich auf die Begegnung mit den jungen Menschen und über ihre Entscheidung, als junge Christinnen und Christen Verantwortung zu übernehmen für den Glauben, für die Nächstenliebe und für die Gegenwart Gottes in dieser Welt“, sagt Bischof Fürst. Er sei froh, dass dank fortschreitender wissenschaftlicher Erkenntnisse und bei Einhaltung der geltenden Anordnungen zum Infektionsschutz dieses wichtige Sakrament der Verbundenheit wieder gefeiert werden könne.

Im vergangenen Schuljahr mussten in der Diözese Rottenburg-Stuttgart 184 Firmungen abgesagt bzw. verschoben werden. Dank der Beauftragung von Dekanen und leitenden Pfarrern in den Seelsorgeeinheiten konnten die ersten Firmungen bereits nachgeholt werden.

Gute Erfahrungen mit Gott und Kirche sammeln

Die Firmung in Wiblingen steht in diesem Jahr unter dem Motto „Ist da jemand?“. Damit greift das Vorbereitungsteam um Pastoralreferent Christoph Esser nicht nur eine zentrale Frage auf, die sich junge Menschen am Übergang vom Kindsein zum Erwachsenwerden in besonderer Weise stellen, sondern unterstreicht auch die Bedeutung von Glaubenserfahrungen, von Gemeinschaft im Glauben und Solidarität im Alltag. Das Sakrament der Firmung „ist die Zusage Gottes: ‚Du bist nicht allein. Meine Kraft ist mit dir und in dir‘“, erklärt Esser.

Zur Vorbereitung gebe es in der Seelsorgeeinheit Ulm-Basilika keine Katechese im herkömmlichen Sinne, sondern im Rahmen von Jugendgottesdiensten und besonderen Projekten. „Einige Jugendliche haben sich sozial engagiert, zum Beispiel bei den Sternsingern und für Kinder in Tanzania. Andere sind mit dem Kanu zu den Schwestern nach Untermarchtal gepilgert und haben dort die Spiritualität des Klosters erleben können“, berichtet Esser.

Appell an die Gemeinden

In einem Grußwort an die Firmbewerberinnen und -bewerber erinnert der Bischof daran, „wie viele wundervolle und vielseitig talentierte junge Menschen ich bei Firmungen kennenlerne. Sie sind ein besonderer Schatz unserer Gemeinden. Sich dessen zu vergewissern, ist gerade jetzt in der Corona-Krise wichtig. Darum ist es wichtig, dass wir uns gegenseitig nicht aus dem Blick geraten – die Älteren, die Kranken, die Familien, die Alleinerziehenden nicht, aber auch die Kinder und Jugendlichen nicht. Denn gerade die jüngere Generation wird aus den Erfahrungen lernen und Konsequenzen für das Miteinander in der Zukunft ziehen“, schreibt Bischof Fürst. Gerade die Firmung sei ein sichtbares Zeichen des Vertrauens darauf, „dass Gott in dieser Welt wirklich wirkt und dass wir alles nur gemeinsam schaffen“.

An die Eltern, Paten und die ganze Gemeinde richtet der Bischof den Appell: „Seien auch Sie für die jungen Menschen da. Begleiten Sie sie durch diese wichtige Zeit des Erwachsenwerdens. Dann wird diese Zeit eine Zeit der Begeisterung für alle!“

Stichwort: Firmung

In der katholischen Kirche bildet die Firmung neben der Taufe und der Eucharistie (Erstkommunion) eines der drei Einführungssakramente (Initiationssakramente). Firmung bedeutet „Stärkung“ und „Ermutigung“. Der Firmspender legt die Hand auf den Kopf des Firmlings und zeichnet mit Chrisam-Öl ein Kreuz auf dessen Stirn. Dazu sagt er: „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist!“ Das Sakrament soll die Gläubigen bestärken und befähigen, ihren Glauben als Zeugen Christi in Wort und Tat spürbar zu machen und wenn nötig auch zu verteidigen.

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