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Durch Gastfreundschaft zum Glauben

„Dinner mit dem Abt“: Über ihren ganz persönlichen „Umweg zum Glauben" berichtet Autorin Nina Brunetto bei einer Lesung in Ulm.

Ulm (Donau)

„Dinner mit dem Abt - Mein Umweg zum Glauben": Auf Einladung der keb Ulm-Alb-Donau und der Aegis Buchhandlung liest Nina Brunetto aus ihrem Buch. Foto: drs/Jerabek

„Ich bin Nina und eigentlich nur die Begleitung von einem Ihrer Autoren", so beginnt ein Dialog in der Abtei Münsterschwarzach. Abt Michael Reepen hat im Rahmen einer „Buchmesse im Kloster" zum festlichen Abendessen geladen, dessen „Sitzordnung" auf dem Prinzip beruht, dass man seine Tischnachbarn möglichst nicht kennt. Unerwartet sitzt Nina Brunetto, die in einem Haushalt aufwuchs, in dem Religion keine Rolle spielte, neben dem Gastgeber. In dem Gespräch zwischen Abt und Atheistin in der Buffet-Schlange und am Tisch geht es „um Gott und die Welt" und recht schnell „ans Eingemachte". Es wird zu einem Wendepunkt in Brunettos Leben, zum Beginn einer spannenden Suche nach Gott. Fünf Monate später lässt sie sich taufen.

Über das „Dazwischen" schreibt Brunetto in ihrem Buch „Dinner mit dem Abt - Mein Umweg zum Glauben". Bei einer Lesung und im Gespräch mit Frank Berzbach berichtet sie über ihre Reise von der überzeugten Atheistin über Ersatzreligionen bis zur christlichen Taufe.

„Mich beeindruckt, wie Nina Brunetto sich als junge Frau auf den Weg gemacht hat, wie sie 'über Umwege', wie sie es nennt, zum Glauben findet - und wie sie davon Zeugnis gibt", sagt Sarah Scharpf, Bildungsreferentin bei der Katholischen Erwachsenenbildung (keb) Ulm-Alb-Donau. In Kooperation mit der Buchhandlung Aegis lädt sie zu dem Abend ein, der - wie das Buch - eine Ermutigung sein könne, die Spuren Gottes im eigenen Leben zu entdecken. Auch für Menschen, die von kommerziellen Ersatzreligion genug haben und die auf die eigenen kulturellen Wurzeln und nicht nur nach Ostasien oder auf Vorurteile vor allem gegenüber der Institution Kirche schauen wollen, könne Ninas Reise Türen öffnen.

„Lange dachte ich, ich sei Atheistin, brauche und kennen keinen Gott, will keine Kirche, nichts davon. Aber an irgendetwas Höheres habe ich immer schon geglaubt, ich wollte es nur nicht sehen. Heute erkenne und bewundere ich die Arbeit vieler, die für ihre Gemeinden und Menschen überall auf der Welt eintreten, die das Licht für andere sind, wenn es am dringendsten gebraucht wird“, schreibt Nina Brunetto, die als Drehbuchautorin und Jazz-Sängerin arbeitet und in Köln lebt.

„Dinner mit dem Abt": „Das Buch liest sich, wie wenn Nina mir das direkt erzählt", findet Sarah Scharpf von der keb. Als junge Frau und Musikerin - soweit gibt es Parallelen zur Autorin - freut sie sich auf ein anregendes Gespräch im Aegis Café. Scharpf selbst verfügt über Erfahrungen mit „Dinner for one" - einem Sketch, der in der nachgespielten Rollenbesetzung ein „Dinner mit dem Dekan" ist. Vielleicht müssten Kirchenleute öfter zum Dinner einladen, überlegt sie mit Blick auf die Regel des heiligen Benedikt, der schreibt: „Alle Fremden, die kommen, sollen aufgenommen werden wie Christus; denn er wird sagen 'Ich war fremd, und ihr habt mich aufgenommen'. Allen erweise man die angemessene Ehre." Man darf gespannt sein, was das „Dinner mit dem Abt" an Erkenntnissen bereit hält.

„Dinner mit dem Abt - Mein Umweg zum Glauben“ - Lesung und Gespräch mit Autorin Nina Brunetto (Moderation: Frank Berzbach) am Freitag, 29. November, 20 Uhr, Aegis Café, Hafengasse 19, Ulm. Eintritt 12 Euro, ermäßigt 6 Euro.

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