Weihbischof Dr. Gerhard Schneider beauftragte bei einem Gottesdienst im Dom St. Martin in Rottenburg am Mittwochabend vier Frauen und sechs Männer aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart für den künftigen ehrenamtlichen Dienst bei der Leitung von Begräbnisfeiern in der Diözese.
Trost bedeutet Zuversicht weitergeben
In seiner Predigt bezog sich der Weihbischof auf den Beginn der Bergpredigt und hielt fest: „Trost spenden zu dürfen heißt, die Erfahrung weitergeben zu können, dass es gerade in schwierigen Zeiten des Lebens Momente gibt, in denen man sich von einem barmherzigen Gott bedingungslos gehalten weiß.“ Trost bedeute die Zuversicht weiterzugeben, dass mit dem Tod eben nicht alles aus ist, sondern dass er in eine Zukunft mündet, von der wir einerseits überhaupt nicht wissen, wie sie aussieht. „Wir rechnen als Christen aber andererseits damit, dass sie gut sein wird, unendlich gut. Das geben sie von nun an in ihrem Dienst weiter“, hielt Dr. Schneider fest.
Dank an Ehrenamtliche
Die Männer und Frauen, die künftig ehrenamtlich die Leitung kirchlicher Begräbnisfeiern übernehmen werden, würden damit selbst „ein wertvolles Zeugnis ihres Glaubens“ geben, setzte der Weihbischof hinzu. „Echter Trost entsteht erst, wenn man merkt: Wir Christen werden wirklich von dieser Hoffnung getragen“, sagte Dr. Schneider und dankte den Ehrenamtlichen, dass sie den Trauernden künftig diese Erfahrung weitergeben werden.
Dienst in der katholischen Kirche
Nachdem im Juni 2025 erstmals Ehrenamtliche nach einem Pilotprojekt für den Beerdigungsdienst in der Diözese durch Bischof Dr. Klaus Krämer beauftragt wurden, war dies die zweite Beauftragungsfeier Ehrenamtlicher für diesen Dienst in der katholischen Kirche in Württemberg.
Frauen und Männer stärken
Pastoralreferentin Sonja Kohr, Referentin für liturgische Fort- und Weiterbildung Ehrenamtlicher in der Hauptabteilung „Liturgie (mit Kunst und Kirchenmusik) und Berufungspastoral“ des Bischöflichen Ordinariats, betonte am Ende des Gottesdienstes wie wichtig es der Diözese sei, Frauen und Männer in ihrem liturgischen Ehrenamt zu stärken und zu stützen. Mit Blick auf die Beauftragten hielt sie fest, dass diese sich in einer halbjährigen Ausbildung, bei der sie in ihren Seelsorgeeinheiten von Mentor:innen begleitet worden waren, in vier Modulen mit den Themenfeldern Theologie, Trauerpastoral, Kommunikation im Trauerfall sowie der Leitung der Liturgie des Begräbnisses qualifiziert hatten. Die Ehrenamtlichen waren von ihren Kirchengemeinderäten und Pastoralteams zur Teilnahme an der Fortbildung vorgeschlagen worden.