Thailand gilt international als eines der Hauptziele für Sextourismus, insbesondere in Städten wie Bangkok, Pattaya und Phuket. Diese Entwicklung begann in den 1960er-Jahren, insbesondere durch den Aufenthalt US-amerikanischer Soldaten während des Vietnamkriegs, und wurde durch Armut, wirtschaftliche Ungleichheit und fehlende soziale Sicherungssysteme begünstigt.
Viele Bars, Clubs und Massagesalons fungieren als Orte der kommerziellen sexuellen Dienstleistungen. Auch die Kinderprostitution und der Menschenhandel sind problematische Begleiterscheinungen, obwohl sie illegal sind. Sextourismus wird oft von westlichen Männern betrieben, aber auch der "Romantik-Tourismus" (z. B. alleinreisende Frauen, die Beziehungen zu jüngeren Thai-Männern suchen) ist Teil des Phänomens.
Prostitution ist in Thailand offiziell illegal, wird aber in vielen Bereichen geduldet. Internationale und lokale NGOs kämpfen gegen Ausbeutung, setzen sich für Menschenrechte ein und fordern bessere Regulierung sowie Aufklärung. Thailand arbeitet zunehmend mit internationalen Organisationen zusammen, um den Menschenhandel zu bekämpfen und Opfer zu schützen.
Dennoch bleibt Sextourismus ein vielschichtiges Problem, das tiefgreifende soziale, ökonomische und kulturelle Veränderungen erfordert. Denn Schätzungen zufolge macht der Sextourismussektor bis zu 14 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Frauen, die im städtischen Sexgewerbe in Thailand arbeiten, überweisen jährlich fast 300 Millionen US-Dollar an Familien auf dem Land.
Die Einnahmen daraus sind entscheidend für den Lebensunterhalt und die Verdienstmöglichkeiten von Millionen Arbeitnehmenden über Prostituierte hinaus, wie die Internationale Arbeitsorganisation (IAO) schreibt. In Gebieten, in denen die Prostitution floriert, erzielen die staatlichen Behörden ebenfalls beträchtliche Einnahmen, so die IAO - illegal durch Bestechungsgelder und Korruption, aber legal durch Lizenzgebühren und Steuern auf die vielen Hotels, Bars, Restaurants und Spielsalons, die in ihrem Kielwasser florieren.