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„Eine ganz besondere Stele für einen ganz besonderen Mann“

Bischof Fürst hat in Backnang ein Denkmal für den Bekennerbischof Joannes Baptista Sproll eingeweiht.

Backnang
Stele für Bischof Sproll eingeweiht

Bischof Fürst (mitte), Robert Antretter MdB a. D. (li.) und Pfarrer Wolfgang Beck (re.) betrachten die Stele für Bekennerbischof Sproll. Bild: Thomas Broch

Im Rahmen eines feierlichen Abendgottesdienstes in der Christkönigskirche in Backnang hat Bischof Gebhard Fürst am Sonntagabend eine Gedenkstele zur Erinnerung an den Rottenburger Bischof Joannes Baptista Sproll (1870–1949) gesegnet. Der Backnanger Bildhauer Norbert Kempf hat dieses Denkmal gestaltet.

Sproll, der siebte Bischof der schwäbischen Diözese, hatte bereits ab 1933 als erster und lange Zeit als einziger deutscher Bischof offen die Auseinandersetzung mit den Nationalsozialisten gesucht, deren rassistische und nationalistische Blut- und Bodenideologie er als zutiefst menschenverachtend verurteilte und die er als kriegstreiberische Verbrecher betrachtete. 1938 wurde er von der Gestapo gewaltsam aus seiner Diözese entfernt und verbrachte sieben Jahre des erzwungenen Exils im bayerisch-schwäbischen Krumbad, ehe er 1945 schwer krank und gelähmt wieder in die Diözese Rottenburg zurückkehren konnte. Schon früh wurde er als „Bekennerbischof“ verehrt.

Sprolls Botschaft sei auch heute von größter Bedeutung, denn Ausgrenzung, Rassismus, Missachtung der Menschenwürde und Krieg seien nicht einfach Vergangenheit, sondern bedrückende Gegenwart, sagte Bischof Fürst. Drei Sätze aus einer Predigt Sprolls seien ein bleibendes Vermächtnis: „Seid wachsam. Seid fest im Glauben. Seid stark.“

Norbert Kempf, so der Bischof, sei es in dem an einen Leuchtturm erinnernden Denkmal eindrucksvoll gelungen, exemplarisch tragende Werte dieses widerständigen Bischofs gestalterisch umzusetzen: Glaube, Friede, Demokratie, Menschenwürde, Vergebung und Seelsorge.

Backnangs Oberbürgermeister Maximilian Friedrich würdigte in einem Grußwort „diese ganz besondere Stele für einen ganz besonderen Mann“. Es sei erstaunlich, dass Sprolls Lebenswerk und sein Widerstand gegen die Nationalsozialisten so wenig bekannt sei und gewürdigt werde. Sproll habe den Geist der Unterscheidung von Gut und Böse besessen. Als „Leuchtturm des Friedens“ sei er heute aktueller denn je zuvor, sagte Friedrich, sein Gedenken erinnere daran, dass es gut sei, sich für das Gute einzusetzen. Die Gedenkstele von Norbert Kempf hebe auch Sprolls universalistische Friedensethik hervor und sei ein Beitrag zur Stärkung und Erhaltung einer offenen Gesellschaft.

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