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Ein Kleinod ins Bewusstsein gerückt

Im Nachgang zur Feier 700 Jahre Münster Heiligkreuztal im letzten Jahr erschien ein Buch über Bau und Bedeutung des Zisterzienserinnenklosters.

Heiligkreuztal
Michael Hörrmann, Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten in Baden-Württemberg, Verlegerin Dr. Annette Nünnerich-Asmus und Pfarrer Heinrich-Maria Burkard vom Geistlichen Zentrum Kloster Heiligkreuztal stehen bei Sonnenschein im Innenhof des Kreuzgangs und halten das neue Buch in Händen.

Michael Hörrmann, Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten in Baden-Württemberg, Verlegerin Dr. Annette Nünnerich-Asmus und Pfarrer Heinrich-Maria Burkard vom Geistlichen Zentrum Kloster Heiligkreuztal (vordere Reihe v.l.) bei der Vorstellung des Buches - Foto: Akademie der Diözese/Barbara Thurner-Fromm

„Dieses Buch hat mich geflasht und zu einem harten Fan des Klosters Heiligkreuztal gemacht.“ Michael Hörrmann, der Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten in Baden-Württemberg, schwärmte von dem unter seiner Herausgeberschaft erschienenen Buch über die Klosteranlage, deren Klosterkirche schon im Jahr 1319 eingeweiht wurde. Dieses 700-Jahr-Jubiläum wollte die Stefanus-Gemeinschaft vor Ort nicht verstreichen lassen, ohne das Leben und Wirken der Zisterzienserinnen in der langen Zeit zu würdigen.

Forschungsarbeiten darüber gibt es kaum. Das Jubiläum sollte dieses oberschwäbische Kleinod aus der Vergessenheit ins Bewusstsein der modernen Menschen bringen. Wie groß das Interesse an diesem Kloster ist, bewies schon die Tagung im vergangenen Jahr, die gemeinsam von der Akademie und dem Geschichtsverein der Diözese, der Stefanus-Gesellschaft und den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg veranstaltet wurde.

Begeisterndes Werk mit erstklassigen Bildern

Hörrmann erinnerte kürzlich bei der Präsentation des Buches daran, wie breit gefächert das Themenspektrum und der wissenschaftliche Zugang bei der Tagung war. Aus theologischer, bau-, kunst-, ideen-, wirtschafts- und sozialgeschichtlichem Blick widmeten sich die Experten der Klosteranlage. Und selbst diese breitgefächerten Fragestellungen wurden in dem jetzt vorgestellten Buch über das Kloster noch einmal erweitert. „Es ist ein Gemeinschaftswerk im besten Sinne“, sagte Geschäftsführer Hörrmann.

Pfarrer Heinrich-Maria Burkard vom Geistlichen Zentrum Kloster Heiligkreuztal bekannte offen, es sei ein „verrücktes Abenteuer“ gewesen, die Tagung und das Buch über einen steinigen Weg zu bringen. Das Kloster erzähle nicht nur von vielen Höhen und Tiefen, sondern auch von Zeiten großer Probleme und Zeiten des Widerstands. Das Tagungs- und Buchprojekt hat für Burkard  eine wichtige Erkenntnis gebracht: „Wir haben eine Verantwortung vor Ort und wir haben die Schönheit und Fülle dieses Ortes wieder entdeckt. Heute sei Heiligkreuztal ein Hoffnungsort, die Kirche teilen sich Katholiken und evangelische Christen.

Leistung der Zisterzienserinnen gewürdigt

Stephan Fuchs, der Leiter der Bildungsstätte Heiligkreuztal, berichtete, dass es bisher keine Studien über das Kloster gegeben habe. Durch die Tagung und das Buch sei nun angestoßen worden, dass Heiligkreuztal endlich auch in den Reiseführern den Platz bekomme, der ihm gebührt. Verlegerin Annette Nünnerich-Asmus stellte die geistlichen Frauen des Klosters in den Mittelpunkt. Die 43 Äbtissinnen müssten gebildete Frauen gewesen sein, denen man gute Unternehmensführung attestieren müsse. Die Frauen "sind auch den weltlichen Zwängen gerecht geworden. Sie mussten für Frieden und das Zusammenleben sorgen. Und auch das ist, wie das Buch zeigt, durch politische Irrungen und Wirrungen gut gelungen,“ sagte Nünnerich-Asmus.

Infos zum Buch

Kloster Heiligkreuztal. Geistliche Frauen im Mittelalter

herausgegeben von Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

272 Seiten 214 Abbildungen

Nünnerich-Asmus Verlag Oppenheim

Preis: 27 Euro

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