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Ein Leidensweg zur Altstadtkapelle

Der frisch renovierte Kreuzweg zur Altstadtkapelle in Rottenburg ist eingeweiht worden. Er zeigt Schmerz und Hoffnung.

Rottenburg am Neckar
Diözese Rottenburg-Stuttgart

Der evangelische Pfarrer Tilman Just-Deus (links) und der Dompfarrer Klaus Rennemann führten den Kreuzweg entlang. Foto: DRS / Jacqueline Fritsch

Eigentlich ist ein Kreuzweg ein ziemlicher Störenfried, meint Tilman Just-Deus. Mitten in der friedlichen Natur erinnern Steintafeln an den Leidensweg Jesu, an seinen Weg zum Tod. Aber, betont der evangelische Pfarrer: Ein Kreuzweg zeigt auch, dass Leid und Tod überwunden werden können. So macht auch der Kreuzweg zur Altstadtkapelle in Rottenburg Hoffnung auf das ewige Leben. Seine 14 Stationen sind restauriert und neu gestaltet – und jüngst bei einer ersten gemeinsamen Begehung geweiht worden.

Die Bürgerstiftung Rottenburg und die Kirchengemeinde St. Moriz hatten zur Einweihung des neu gestalteten Kreuzwegs eingeladen. Gekommen waren so viele Interessierte, dass sich auf dem schmalen Kieselweg eine regelrechte Schlange bildete. An jeder Station gaben der evangelische Pfarrer Tilman Just-Deus und der Dompfarrer Klaus Rennemann einen kurzen Impuls. Während sie an der sechsten Station standen, waren manche Teilnehmende noch gar nicht auf Höhe der fünften Station. So dauerte der gemeinsame Weg nach oben länger als gedacht. Alle 14 Stationen sind von den Pfarrern geweiht worden.
 

Stelen waren heruntergekommen

Mit dabei war auch Uli Gsell, der Bildhauer, der die neuen Steintafeln des Kreuzwegs gestaltet hat. Die Platten geben den Spaziergängern Raum zur Interpretation. An Station 9 zum Beispiel sind drei große Risse in einer dunkelgrauen Platte zu sehen. „Es wird immer schwieriger, die Welt zusammenzuhalten“, so die Interpretation der beiden Pfarrer.

Vor sechs Jahren schon hat die Sanierung des Kreuzwegs begonnen. Wesentlich an der Initiative beteiligt war Ute Drews von der Bürgerstiftung Rottenburg. Sie konnte es damals kaum mit ansehen, wie heruntergekommen der Kreuzweg war. Viele Stationen waren eingewachsen oder wackelig, die Inschriften und Motive nur noch schwer zu erkennen. Nun stehen sie auf neuen Fundamenten, die Inschriften sind gut zu erkennen und die neuen Steinplatten von Uli Gsell runden das Bild ab. Die Stelen sind sogar mit QR-Codes versehen, die zu einer Internetseite führen, auf der die Geschichte des Kreuzwegs nachzulesen ist. 

Bischof bedankt sich für Engagement

Bei der Einweihungsfeier des restaurierten Wegs würdigte Bischof Gebhard Fürst den Einsatz aller Helfer:innen. „Ohne das unermüdliche Engagement von Frau Drews wäre es nicht zum heutigen Tag gekommen“, sagte er. Der Bischof ist an diesem Tag den Kreuzweg nicht mitgegangen, war aber bei der Abschlussandacht in der Altstadtkapelle dabei. Er ist mit der neuen Gestaltung der Stationen sehr zufrieden. „Uli Gsell hat in seinen Steintafeln die Geschichte Jesu auf das Wesentliche reduziert, ohne dabei eine eigene Sichtweise aufzudrängen“, sagte er. Der Kreuzweg ist laut Fürst ein „bedeutendes Element der Stadt“.

Der Bischof beteiligte sich an den Kosten für die Restaurierung mit 8000 Euro aus seinem Privatvermögen. Weitere Geldgeber waren die Stiftung Wegzeichen-Lebenszeichen-Glaubenszeichen der Diözese Rottenburg-Stuttgart, die Stadt Rottenburg sowie Bürger, die für das Projekt spendeten.

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