Ein eigenes kleines Dorf
Bei der Scheckübergabe hatten die Auszubildenden auch direkt die Möglichkeit zu sehen, wo ihre Spende landet. Denn die Leitung der Geschäftsstelle, Stefanie Rothmund, hat den Auszubildenden der Diözese eine Hausführung gegeben. „Wir haben hier einen Therapiestall mit Eseln und Pferden, eine Holzwerkstatt, ein Schwimmbad, verschiedene Kreativräume, einen Sportraum, eine Lehrküche oder eine Bibliothek: Es ist wie ein eigenes kleines Dorf“, sagt Rothmund. Rund 165 Mitarbeiter:innen sind für die Familien da. „Besonders bei Familien mit kranken Kindern ist der Alltag fremdbestimmt wegen Arztterminen und anderen Verpflichtungen. Hier sollen die Familien den Raum bekommen, auch für sich etwas zu tun und sich zu stärken. Denn eine starke Familie kann ein krankes Kind viel besser unterstützen“, erklärt Stefanie Rothmund. Bei verwaisten Familien, also Familien, die ein Kind verloren haben, ist der gegenseitige Austausch besonders wichtig: „Man merkt die Entwicklung, die die Menschen während ihres Aufenthalts hier durchmachen. Es geht ihnen von Tag zu Tag besser.“ Bei ihrer Abreise spüre man dann die große Dankbarkeit. „Eine Familie hat beim Abschied gesagt: `Tannheim ist für uns ein Leuchtturm im Meer der Sorgen.`“
Damit diese wichtige Arbeit aufrecht erhalten werden kann, ist die rein spendenfinanzierte Stiftung auf Unterstützung dringend angewiesen. Rund 500.000 Euro benötigt die Klinik jährlich, um den „Standardbetrieb“ aufrechtzuerhalten. Mit zusätzlichen Spenden können dann beispielsweise Materialien für den Kreativraum angeschafft werden. Nach dem Besuch sind sich die Azubis sicher, dass ihre Spende hier gut aufgehoben ist: „Ich bin beeindruckt, wie einem da geholfen wird und was es für Angebote gibt. Ich finde, das ist eine tolle Sache“, sagt Alina Tittjung.