Zum Inhalt springen

„Ein Papst, der ganz auf der Linie von Franziskus liegt“

Robert F. Prevost wurde zum 267. Papst der Römisch-Katholischen Kirche gewählt. Bischof Dr. Klaus Krämer gratuliert dem neuen Papst.

Rottenburg

Ein freundlicher Papst Leo XIV. stellt sich der Katholiken in der ganzen Welt vor. Bild: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Andrew Medichini

Nur ein Tag nach Beginn des Konklaves haben die Kardinäle heute, am 8. Mai einen neuen Papst gewählt. In der Diözese Rottenburg-Stuttgart wurde das neue Kirchenoberhaupt mit Glockengeläut begrüßt. Bischof Dr. Klaus Krämer gratulierte Papst Leo XIV. herzlich zu seiner Wahl mit den Worten: „Wir wünschen Papst Leo XIV. Gottes Segen für dieses wichtige Amt und freuen uns, ihm bald begegnen zu dürfen.“

Papst Leo XIV. war lange in Peru

Es sei eine große Überraschung gewesen, dass zum ersten Mal ein US-Amerikaner zum Papst gewählt wurde, gleichzeitig aber auch ein großes Ereignis, sagte Bischof Krämer direkt nach Bekanntgabe des neuen Papstes. Der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart erklärte: „Robert Prevost hat fast seine gesamte berufliche Tätigkeit in Lateinamerika verbracht, war lange in Peru und kennt deshalb die Situation dort sehr gut. Gleichzeitig war er Vorsitzender des Dikasteriums der Bischöfe, also der Personalabteilung des Vatikans, und kennt auch viele Bischöfe gut. Wir sind sehr gespannt auf ein Pontifikat, das sicher das Pontifikat von Franziskus fortführen wird. Prevost ist ein Mann, der ganz auf der Linie von Papst Franziskus liegt, aber sicher seine eigenen Akzente setzen wird.“

Vor seiner Vatikanzeit war Papst Leo XIV. Bischof von Chiclayo in Peru. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart unterstützte 2019 ein von ihm empfohlenes Projekt - die Anschaffung einer Hostienbackmaschine für die Karmelitinnen in Chiclayo.

 

„nos multi in illo uno unum“

„In dem einen (Christus) sind wir Vielen eins“

Wahlspruch von Papst Leo XIV.

 

Habemus Papam

Nach dem Dankgebet in der Sixtinischen Kapelle verkündete der erste Kardinaldiakon, Kardinal Dominique Mamberti, den Namen des neuen Papstes mit den Worten: „Annuntio vobis gaudium magnum. Habemus papam…“.

Von der Loggia der Vatikanischen Basilika sprach er zu den Menschen auf dem Petersplatz: „Ich verkünde Euch eine große Freude: Wir haben einen neuen Papst: Seine Eminenz, den Hochwürdigsten Herrn Robert Francis Kardinal der Heiligen Römischen Kirche Prevost, der sich den Namen Leo XIV. gegeben hat.“

 

„Mit großer Freude habe ich die Wahl von Papst Leo XIV. aufgenommen. Robert Francis Prevost ist ein Mann mit einem tiefen Glauben und großer weltkirchlicher und kurialer Erfahrung, der in Kontinuität mit dem Pontifikat von Papst Franziskus steht, zugleich aber seine eigenen Akzente setzen wird. Sein bischöflicher Wahlspruch ‚In dem Einen sind wir vielen eins‘  unterstreicht seine Vision einer Kirche der Einheit in Vielfalt. Hier dürfen wir neue Impulse für die Weltkirche erwarten. Dass er in seiner ersten Ansprache als Papst den Frieden und den Dialog zwischen uns Menschen in den Mittelpunkt stellte, war für mich ein starkes Zeichen in einer Zeit großer Herausforderungen, das mich sehr angesprochen hat. Ich bete für unseren neuen Papst und freue mich auf sein Wirken im Dienst unserer Kirche.“

Bischof Dr. Klaus Krämer

 

Akzent für die Weltkirche

Bischof Dr. Krämer wies auf den bischöflichen Wahlspruch von Provost hin, der ein Augustinuszitat aufnehme, und erklärte: „Das ist nochmal ein neuer Akzent, der jetzt wirklich für die Weltkirche auf uns wartet und wir sind wirklich gespannt auf diesen Papst.“

Robert Francis Prevost ist der 266. Nachfolger des Apostels Petrus und ist damit der 267. Papst auf dem Heiligen Stuhl.

 

Statement von Dr. Johannes Warmbrunn zur Wahl des neuen Papstes

Diözesanratsprecher Dr. Johannes Warmbrunn:

Unsere Segenswünsche begleiten Papst Leo XIV.

Papst Leo übermittle ich im Namen des Diözesanrat und der Mitglieder der Diözese Rottenburg-Stuttgart herzliche Glückwünsche. Gott geleite ihn bei der Ausübung seines verantwortungsvollen Amtes mit seinem reichen Segen.
Für uns wäre es ein ermutigendes Zeichen, wenn unser Papst Leo an der überzeugenden Haltung seines Vorgängers Franziskus anknüpft und sich weiterhin für den Frieden in der Welt, für soziale Gerechtigkeit und für die Bewahrung der Schöpfung einsetzt. Ich wünsche mir von ihm einen großherzigen und weitsichtigen Blick auf die Welt und unsere Kirche, in der Einmütigkeit in vielen Gestalten gelebt werden darf. In Gott und seine schöpferische Liebe sind wir alle geborgen, unabhängig von Herkunft, Geschlecht und Nation. Ich hoffe auf die Stärkung einer Kultur der Wertschätzung gegenüber den Menschen und der Natur überall auf der Welt. Möge unser Papst Leo mit seinem Vorbild die Freude am Glauben an Gott und am Miteinander in den vielfältigen Gemeinschaften unserer Weltkirche beleben!

 

Lebenslauf von Robert Francis Prevost

Papst Leo XIV., bürgerlich Robert Francis Prevost, wurde am 14. September 1955 in Chicago geboren. Seit seiner Wahl am 8. Mai 2025 ist er der 267. Papst und Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche. Zuvor war er Kurienkardinal, Generalprior des Augustinerordens (2001–2013) und Bischof von Chiclayo in Peru (2015–2023). Am 30. Januar 2023 wurde er zum Präfekten des Dikasteriums für die Bischöfe ernannt und ist zudem Präsident der Päpstlichen Kommission für Lateinamerika. Mit seiner Wahl ist er der erste US-Amerikaner sowie der erste Peruaner, der das Papstamt bekleidet.

Prevost stammt aus einer katholischen Familie mit französisch-italienischen und spanischen Wurzeln. Seine Eltern waren in Chicago aktiv in der Pfarrei St. Mary of the Assumption. Er studierte in den USA, trat 1977 in den Augustinerorden ein und wurde 1982 zum Priester geweiht. Nach Tätigkeiten in Peru, unter anderem als Leiter von Ausbildungsprojekten und Provinzialoberer, war er von 2001 bis 2013 Generalprior des Augustinerordens in Rom.

2014 wurde er von Papst Franziskus zum Bischof von Chiclayo ernannt, 2015 zum Bischof bestätigt. 2023 wurde er zum Kardinal ernannt, nahm am 30. September 2023 am Konsistorium teil und wurde als Kardinaldiakon in das Kardinalskollegium aufgenommen. Im Februar 2025 wurde er zum Kardinalbischof des Bistums Albano erhoben.

Mehr zur Autorin

Aktuelles

zum Thema

picture alliance / SIPA | Grzegorz Galazka

Bischof Krämer: „Bin Papst dankbar für die klare Positionierung“

Rottenburg

Papst Leo XIV. veröffentlicht Enzyklika "Magnifica humanitas" über die wichtigsten Fragen unserer Zeit: Künstliche Intelligenz und Menschenwürde.

Die Menschheit überlebt nicht mit geschlossenen Grenzen

Besigheim

Die Enzyklika Fratelli tutti vom verstorbenen Papst Franziskus feiert fünfjähriges Jubiläum. Sie wird als prophetisches Wort für heute gesehen.

Aktuelles

aus der Region

DRS / Annika Werner

Landwirt sein, aus Liebe zur Familie und zur Natur

Rottweil

Der Hof der Sauters ist seit 300 Jahren im Familienbesitz. Damit er weiterbestehen kann, führt ihn der 33-jährige Samuel auf mehreren Standbeinen.

Angelika Sönnichsen

Frieden wächst, wo Menschen einander begegnen

Rottenburg

Bischof Dr. Klaus Krämer besucht Friedens-, Bildungs- und Klimaprojekte in Burundi. Die Reise zeigt, wie langjährige Partnerschaft Zukunft schafft.

Aktuelles

aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Blutreitergruppe Meckenbeuren

In Treue zum Weingartener Blutritt

Meckenbeuren

Wie andere in den letzten Jahren feiert die Blutreitergruppe Meckenbeuren 2026 ihre Gründung vor 100 Jahren mit Gottesdienst und Reiterprozession.

Christine Eberle

Kunst zum Entdecken und Nachdenken

Ellwangen (Jagst)

Eine Ausstellung mit Werken von Judith Wettemann-Ebert knüpft an die Themen der Landesgartenschau und besonders an die dortige Blumenschau an.

Markus Waggershauser

Im Storchengang durchs kalte Wasser

Jordanbad

Wassertreten im Kneippbecken ist gut für die Gesundheit und erfrischt im Biberacher Jordanbad und anderswo Körper und Seele - nicht nur im Sommer.

Constanze Stark

Eine Kirche mit außergewöhnlicher Geschichte

Hechingen

Eine alte Legende erzählt, dass Engel die Wallfahrtskirche über Nacht an ihren heutigen Ort getragen haben. Doch was steckt dahinter?

Markus Waggershauser

Friedensglocken verbinden Deutsche und Tschechen

Aichtal

Gegenbesuch von Pilgern aus Grötzingen und Lustnau in Pìst‘ stärkt die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Gemeinden der beiden Länder.