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Ein prophetisches Zeugnis von Frauen

Die Mitglieder des Christinnenrats thematisieren in einem ökumenischen Gottesdienst ihre Träume und Hoffnungen.

Stuttgart
Diözese Rottenburg-Stuttgart

Ökumenischer Frauengottesdienst des Christinnenrats auf dem 102. Deutschen Katholikentag in Stuttgart am Samstag, 25. Mai 2022. „Träume leben – Hoffnungen teilen“ mit Sr. Bernadette Dunkel aus Eriskirch-Moos und Margarete Willburger aus Ravensburg. Foto: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Markus Waggershauser

Junge Menschen, vor allem junge Frauen wollten sich nicht länger vertrösten lassen und in Tippelschritten vorangehen, sagte Viola Kohlberger in ihrem Predigtbeitrag. Beim ökumenischen Frauengottesdienst des Christinnenrates, den die Mitglieder traditionell auf Katholiken- und Kirchentagen gestalten, unterstützte die Diözesankuratin der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) im Bistum Augsburg die Forderung der Jugend, dass alle gleichberechtigt leben sollen - auch in Kirche. Im ausgewählten Bibeltext aus der Apostelgeschichte wird ausnahmslos allen Menschen die göttliche Geistkraft zusprochen - explizit auch den ausgebeuteten Menschen, wie Doris Köhncke, Leiterin des Stuttgarter Fraueninformationszentrums betonte.

Brigitte Glaab von der Alt-Katholischen Kirche in Wiesen berichtete, dass ihre Kirche in Deutschland lange um die Zulassung von Frauen zu den kirchlichen Ämtern gerungen habe und fürchtete, von den anderen Kirchen ausgeschlossen zu werden. Doch das Gegenteil sei der Fall gewesen. Die meisten hätten mit der Zeit die Frauenordination übernommen. "Unsere Zeit braucht das prophetische Zeugnis von Frauen", fasste Sylvia Herche, evangelische Pfarrerin in Görlitz, die Predigtgedanken zusammen. Die "effata[!]-Band" aus Münster verband die gesprochenen Zeugnisse unter dem Motto "Träume leben - Hoffnungen teilen" in der vollbesetzten Domkirche St. Eberhard mit Liedern zum Mitsingen

Die Sehnsuchtswörter wie Gerechtigkeit, Frieden, Liebe, oder Veränderung, die die Gottesdienstbesucher über ihr Handy auf die Leinwand schickten, griffen die Steyler Missionsschwester Bernadette Dunkel aus Eriskirch-Moos am Bodensee und die Ravensburgerin Margarete Willburger, Nationalkoordinatorin des Ökumenischen Forums Christlicher Frauen in Europa (ÖFCFE), in den Fürbitten auf. Sie beteten darum, dass die Begabungen von Frauen gefördert werden und dass die Kirchen den Aufbruch zulassen. Gott möge neue Schritte in die Freiheit begleiten. Dabei legte Schwester Bernadette Weihrauchkörner auf glühende Kohlen und ließ den Rauch aufsteigen. Den Wunsch, dass durch das Wirken von Gottes Geistkraft die Welt mit den derzeitigen Krisen ein neues Gesicht bekommen möge, teilten sicher viele der Gottesdienstbersucherinnen und -besucher.

Hintergrund: Die Interkulturelle Woche

Die bundesweit jährlich stattfindende Interkulturelle Woche (IKW) ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Sie findet seit 1975 Ende September statt und wird von Kirchen, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Integrationsbeiräten und -beauftragten, Migrantenorganisationen, Religionsgemeinschaften und Initiativgruppen unterstützt und mitgetragen. In mehr als 500 Städten und Gemeinden gibt es rund 5.000 Veranstaltungen. Der nationale „Tag des Flüchtlings“, dieses Jahr am 1. Oktober, ist Bestandteil der Interkulturellen Woche. Weitere Informationen gibt es unter www.interkulturellewoche.de.

In der Diözese Rottenburg-Stuttgart werden im neu gegründeten Fachbereich Interkulturelles Sozialmanagement der Einsatz der kirchlichen Einrichtungen vernetzt; der Fachbereich ist Teil der Hauptabteilung Kirche und Gesellschaft im Bischöflichen Ordinariat. Der Fachbereich unterstützt auch finanziell Projekte und Einzelpersonen

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