Zum Inhalt springen

Ein Quartier für die Lieblinge Jesu

Kirche, Kindertagesstätte und Wohnhaus für junge Menschen mit Behinderungen feierlich eröffnet.

Ludwigsburg (Württemberg)

Die Hauptakteure freuen sich über das gelungene Projekt (v.l.): Bernhard Hösch, Stiftung Liebenau Teilhabe; Volker Kurrle, Architektenbüro Harris und Kurrle; Stefanie Kern, Einrichtungsleitung „Junges Wohnen“; Dr. Gabriele Schwenk-Ebbighausen, Gewählte Vorsitzende Gesamtkirchengemeinderat; Pfarrer Heinz-Martin Zipfel, OB Dr. Matthias Knecht, Dr. Alois Krist Leitender Pfarrer; Manuela Bittner, Leitung Bereich Kindertagesstätten und Renate Schmetz, Erste Bürgermeisterin Stadt Ludwigsburg.

Zahlreiche Gäste kamen zur Einweihung des neuen Quartiers St. Paulus.

„Lasst uns miteinander singen, loben, danken“: Unter diesem Motto kamen zahlreiche Menschen der katholischen Kirchengemeinde, der neuen Kindertagesstätte, dem „Jungen Wohnen“ für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen der Stiftung Liebenau, der Stadtpolitik, dem Landtag, dem Sozialpädiatrischen Zentrum sowie verschiedene Kooperationspartner und Architekten zusammen, um das neue Quartier St. Paulus im Ludwigsburger Osten feierlich einzuweihen.

Begegnungen auf Augenhöhe, die Möglichkeit anders sein zu dürfen, Unterstützung zu bekommen und diese anzunehmen, Teilhabe am gesellschaftlichen Leben für jeden zu ermöglichen, all das ist das Ziel des neuen Quartiers, das von langer Hand geplant wurde und nun nach rund 10 Jahren einen erfolgreichen Abschluss fand. Auf dem rund 5500 Quadratmeter großem Areal können in der Kita bis zu 95 Kinder zwischen ein und sechs Jahren betreut werden. Im „Jungen Wohnen“ gibt es Platz für insgesamt 24 Kinder und Jugendliche ab sieben Jahren. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 18,5 Millionen Euro.

Lieblinge Jesu

Eröffnet wurde der festliche Akt durch Pfarrer Dr. Alois Krist, der die Offenheit und Durchlässigkeit des Quartiers durch die Architektur lobte. „Kirche muss bei den Menschen und offen für alle sein“, so Krist. Dabei spielen die Schwachen, „die Lieblinge Jesu“ eine besondere Rolle. Im St. Paulus Quartier seien dies vor allem die Kinder der neuen Kita und die jungen Menschen mit Einschränkungen.

Ein großartiger Tag

Darüber freut sich auch Matthias Knecht, Oberbürgermeister von Ludwigsburg, denn das soziale Engagement der Stadt hat durch den gelebten Zusammenhalt aller Konfessionen und Hautfarben, sozialen Schichten und Fähigkeiten ein menschliches Gesicht bekommen. Hier gehe es um Inklusion und Partizipation, es sei ein großartiger Tag für die Stadt Ludwigsburg, so Knecht.

Gelungene Kooperation

Möglich wurde dies aber nur durch die gute Zusammenarbeit aller Akteure, so manch ein Kompromiss musste gefunden und der ein oder andere Stolperstein beiseitegeschoben werden. Bernhard Hösch, Bereichsleiter der Liebenau Teilhabe, betont das partnerschaftliche Miteinander, nur so konnten gemeinsam Strukturen und Möglichkeiten geschaffen werden, die auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft auf fruchtbaren Boden fallen.

Visionen werden Wirklichkeit

„Die wohnortnahe Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Unterstützungsbedarf“, so Hösch, „ist ein wichtiger Bestandteil der UN-Behindertenrechtskonvention und der UN-Kinderrechtskonvention mit dem Recht auf Teilhabe und Bildung, Fürsorge und Förderung.“ Auch die Sozialraumorientierung könne in dem neuen Quartier umgesetzt werden, indem nicht nur Erziehung und Bildungsangebote für die Kinder, sondern Begleitung, Einbindung und Teilhabe der Familien ermöglicht und in das soziale Umfeld integriert seien.

Goldener Wasserhahn

Ein besonderer Dank galt Pfarrer Heinz-Martin Zipfel von St. Paulus, der durch sein unermüdliches Engagement und mit seinem Sachverstand der Motor der Umsetzung war und „die Vision von diesem besonderen Ort immer im Blick behalten hat“, betont Erhard Keicher, Vorsitzender des Gesamt-Kirchengemeinderats. So bekam er zum Abschluss einen goldenen Wasserhahn als „Bestem Bauleiter der Welt“ überreicht.

Mehr Infos auf gibt es hier.

Mehr zur Autorin

Aktuelles

zum Thema

Lothar Schubert neu im Vorstand der Bischof-Moser-Stiftung

Rottenburg

Lothar Schubert gehört seit dem Sommer dem Vorstand der Bischof-Moser-Stiftung an. Diese fördert die pastoralen Dienste innerhalb der Diözese.

Viele Schwalben machen einen Sommer

Stuttgart

Aus einer weihnachtlichen Geste des Wohnungslosen namens Schwalbe ist mit der neu gegründeten "Schwalbennest Stiftung" ein Sommertraum geworden.

Aktuelles

aus der Region

Markus Waggershauser

Friedensglocken verbinden Deutsche und Tschechen

Aichtal

Gegenbesuch von Pilgern aus Grötzingen und Lustnau in Pìst‘ stärkt die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Gemeinden der beiden Länder.

TVB-Maltatal

Micky Maus eine Kirchenmaus?

Stuttgart

Mit großen runden Ohren und einer spitzen Mäuseschnauze ist sie an der Außenfassade einer Kirche im österreichischen Maltatal in Kärnten gemalt.

Aktuelles

aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Franziska Deubel

Diese Orgel schwebt von A nach B

Wer am Tag des Offenen Denkmals am 13. September etwas Besonderes sehen möchte, für den kommt vielleicht die schwebende Orgel in Alpirsbach in Frage.

Bild: picture alliance SZ Photo Alessandra Schellnegger

Christliche Kirchen gratulieren zum jüdischen Neujahrsfest

Rottenburg am Neckar

Bischöfe und Bischöfin aus Baden-Württemberg übermitteln ihre gemeinsamen Glück- und Segenswünsche und äußern ihre Hoffnung auf Frieden und Freiheit.

Christian Turrey

War der 11. September vorhergesagt?

Ein New Yorker Künstler gestaltet in den 90er Jahren einstürzende Brücken und fallende Twin Towers aus Stein. Eine Prophezeiung für den Anschlag 2001?

Matthias Zahner

Beeindruckende Wegmarken des Glaubens

Rottenburg am Neckar

Der emeritierte Bischof Dr. Fürst und Weihbischof Dr. Schneider segnen den nun vollständig restaurierten Prozessionsweg im Weggental in Rottenburg.

Gregor Moser

Bürgermeister bei Pilgertag in Oberschwaben

Weingarten

Rund 40 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister nutzen Angebot der Diözese für Auszeit mit geistlichen Impulsen, Gesprächen und Zeit zur Besinnung.