Das Zusammenleben der Völker in Bosnien und Herzegowina ist auch mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem Friedensschluss von Dayton von Konflikten geprägt. Und auch wenn der Krieg in der Ukraine derzeit andere Konfliktherde überschattet, ist diese Region „eine Vulkanstelle“, wie der katholische Bischof von Banja Luka, Franjo Komarica, beklagt. Systematische Benachteiligung und Diskriminierung der kroatischsprachigen katholischen Minderheit und die Tatenlosigkeit der internationalen Staatengemeinschaft stehe der Bildung eines funktionierenden Rechtsstaats in Bosnien und Herzegowina im Wege und könne gewaltige Verwerfungen im komplizierten ethnischen und rechtlichen Gefüge auf dem Balkan zur Folge haben. Mit einem Europa-Zentrum für Frieden und Zusammenarbeit in der ehemaligen Trappisten-Abtei Mariastern in Banja Luka will der Bischof ein kleines Hoffnungszeichen in dieser verfahrenen Situation setzen. Das frühere Kloster steht wie kaum ein anderer Ort für die paneuropäische Idee.