Zum Inhalt springen

Eine Nacht in Rot

Am Samstag, 26. September, findet im Remstal die Nacht der offenen Kirchen mit vielen Programmpunkten statt.

Waiblingen (Rems)

Rund 30 Kirchen, die in rotes Licht getaucht werden. Kirchen, die zu Kirchenkino und einer Clownin einladen, zu Konzerten, zu Lyrik und spirituellen Impulsen, zu Stille, Andacht und einer Tanz-Performance. Die Nacht der offenen Kirchen (NOK) 2020 bietet besondere Momente, wenn am 26. September von Essingen bis Remseck ab 20:20 die Kirchenglocken läuten, die Kirchen in Rot, der Farbe der Liebe und des Geistes Gottes leuchten, und im Inneren alle willkommen sind, die Kirche besinnlich, fröhlich, kulinarisch oder kulturell erleben wollen. Und natürlich ökumenisch – als Kirche im Remstal.

Es ist die zweite Nacht der offenen Kirchen, die 2019 im Rahmen der Remstal Gartenschau das erste Mal mit großem Anklang stattfand. In diesem Jahr entfallen aufgrund der Pandemie viele Veranstaltungen. Für Dr. Marcel Dagenbach, Referent des Dekanats Rems-Murr und Mitglied im Organisationsteam NOK ein Grund mehr, an dem Angebot festzuhalten. „Für uns ist es wichtig, gerade in Zeiten rarer Möglichkeiten und Angebote ein sinnerfülltes und sinnenvolles Programm anbieten – live und nicht nur digital. Wir können als Kirche so in besonderer Weise sichtbar sein und Kirchenräume auf andere Weise und für viele erfahrbar machen.“ Die Gäste werden die bekannten Abstands- und Hygienevorschriften vorfinden. OB Michael Scharmann, Vorsitzender des Remstal Tourismus, freut sich auf die NOK: „Ich finde es großartig, dass die Kirchen gerade in dieser schwierigen Zeit so ein Engagement aufbringen und das Remstal mit Leben füllen. Wir sind gerne dabei.“

Statt Programmheft gibt es in diesem Jahr das komplette Angebot auf der neuen Homepage www.kirche-im-remstal.de, das ständig erweitert wird. Bei Silke Stürmer, Pfarrerin in Dekanat Schorndorf und mit M. Dagenbach Organisatorin der NOK, laufen die Fäden zusammen: „Das Programm ist so bunt wie die Menschen, auf die wir uns freuen. In diesem Jahr besonders. Sich begegnen, Erlebnisse miteinander teilen, bunte Vielfalt. Das ist Kirche, wie ich sie mir wünsche.“

Welche Rolle spielt dabei die Religion?

Der Islam und das Christentum sind in Nigeria etwa gleich stark vertreten. Doch es ist schon so: Wer Muslim ist, hat ein Ticket in ein besseres Leben gezogen. Besonders bitter ist, dass bei den Wahlen eigentlich ein Christ gewonnen hat, der den Menschen Hoffnung gegeben hat. Doch er hatte halt keine Chance, gegen die Korruption anzukommen. Eigentlich ist Nigeria ein sehr reiches Land. Wir haben viele Bodenschätze, Öl… Doch es ist so, dass sich die Reichen alles nehmen, die jetzt schon armen Menschen werden unterdrückt, sie haben keine Stimme. Es fehlt die Stimme der Menschlichkeit, die wir aus den Religionen hören möchten.

Was würden Sie in Ihrem Land sofort ändern wollen?

Wir brauchen gerechte, offene, transparente Wahlen. Wir brauchen ein Gericht, das dies überwacht. Und wir brauchen Menschen in der Regierung, die an das ganze Volk denken und nicht nur an sich selbst. 

Kann der Weltgebetstag mit seinem diesjährigen Leitwort „Kommt! Bringt eure Last.“ etwas bewirken?

Ja, natürlich. Die Menschen dürfen die Hoffnung nicht aufgeben. Durch den Weltgebetstag beschäftigen sich Frauen und Männer in allen Ländern mit Nigeria und der Situation dort. Das Mitgefühl und das Verstandenwerden, das tut den Nigerianerinnen und Nigerianern gut. Nicht zuletzt macht Gott diese Zusage an uns alle: „Kommt! Bringt eure Last“ - ich helfe dir tragen, du bist nicht alleine, ich bin an deiner Seite.

Sie besuchen jedes Jahr Ihre Familie im Südosten des Landes. Wie geht es ihr und was wünscht sie sich am meisten?

Gottseidank geht es meiner Familie einigermaßen gut. Aber sie alle dort wünschen sich ein Ende der großen Armut, eine gerechte Gesellschaft und eine Regierung, die sie vor der überall gegenwärtigen Gewalt schützt. 

Weltgebetstag 2026 aus Nigeria

Rund um den 6. März 2026 feiern Menschen in über 150 Ländern der Erde den Weltgebetstag der Frauen aus Nigeria.„Kommt! Bringt eure Last.“ lautet ihr hoffnungsverheißendes Motto, angelehnt an Matthäus 11,28-30. Über Länder- und Konfessionsgrenzen hinweg engagieren sich Frauen seit gut 100 Jahren für den Weltgebetstag. Allein in Deutschland werden hunderttausende Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder die Gottesdienste und Veranstaltungen zum Weltgebetstag besuchen: Gemeinsam mit Christ:innen auf der ganzen Welt feiern sie diesen besonderen Tag.

Mit über 230 Millionen Menschen ist Nigeria das bevölkerungsreichste Land Afrikas – vielfältig, dynamisch und voller Kontraste. Der Norden ist muslimisch geprägt, der Süden christlich.

In Nigeria werden Lasten von Männern, Kindern vor allem aber von Frauen auf dem Kopf transportiert. Doch es gibt auch unsichtbare Lasten wie Armut und Gewalt. Das facettenreiche Land ist geprägt von sozialen, ethnischen und religiösen Spannungen. Islamistische Terrorgruppen wie Boko Haram verbreiten Angst und Schrecken. Die korrupten Regierungen kommen weder dagegen an, noch sorgen sie für verlässliche Infrastruktur. Umweltverschmutzung durch die Ölindustrie und Klimawandel führen zu Hunger. Armut, Perspektivlosigkeit und Gewalt sind die Folgen all dieser Katastrophen.

Hoffnung schenkt vielen Menschen in dieser existenzbedrohenden Situation ihr Glaube. Diese Hoffnung teilen uns christliche Frauen aus Nigeria mit – in Gebeten, Liedern und berührenden Lebensgeschichten. Sie berichten vom Mut alleinerziehender Mütter, von Stärke durch Gemeinschaft, vom Glauben inmitten der Angst und von der Kraft, selbst unter schwersten Bedingungen durchzuhalten und weiterzumachen.

Der Weltgebetstag ist eine Einladung, sich inspirieren zu lassen von den Stimmen aus Nigeria und ihrer Stärke; es ist eine Einladung zur Solidarität, zum Gebet und zur Hoffnung. Kommt! Bringt eure Last.

Aktuelles

zum Thema

Ein Blütenmeer der Impulse

Ellwangen (Jagst)

Lebendig. Bewegend. Inspirierend. Farbenfroh. Nachdenklich. Das alles ist der Kirchengarten auf der Landesgartenschau. Momentaufnahmen. Für Dich.

"Segensmomente Zollernalb" startet

Balingen

Veranstaltungsreihe beginnt an Christi Himmelfahrt, 14. Mai, mit mehreren Gottesdiensten im Freien. Prospekte gib es in Kirchen und bei Touristinfo.

Aktuelles

aus der Region

Christian Turrey

Zwischen Krieg und Hoffnung

Stuttgart

Vier Monate saß Rabbiner Jeremy Milgrom wegen des Kriegs in Israel fest. Jetzt erzählt der Friedensaktivist im Interview von seinen Erfahrungen.

Nelly Swiebocki-Kisling

Mut, sich auf freies Feld zu begeben

Ditzingen

Bischof Dr. Klaus Krämer beauftragt in Ditzingen acht Frauen und einen Mann als neue Pastoralreferent:innen für die Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Aktuelles

aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Gute Gedanken im Wimmelbild des Lebens

Ellwangen (Jagst)

Pater Philipp für Profis und für Anfänger - In einer kleinen, feinen Ausstellung im Programm der Landesgartenschau kann man den Seligen neu entdecken.

iStock.com/IR_Stone

Feier des Weihejubiläums

Rottenburg

Folgende Priester und Diakone der Diözese sind vor 50, 60 und mehr Jahren geweiht worden und feiern in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum.

Gregor Moser

Quereinstieg zum Beruf Gemeindereferentin mit Studium

Rottenburg am Neckar

Simone Stein berichtet im Interview über ihr Fernstudium, über die Unterstützung durch die Diözese und über ihre Aufgaben in der Ausbildung heute.

Christina Kirsch

Gewandelt und bereichert vom Frauenfest

Untermarchtal

Unter dem Leitwort „wunderbar - wandelbar: Frauen gestalten Zukunft“ feierte der KDFB-Diözesanverband sein Frauenfest.

Maria Mack

Söflinger Minis radeln 3247 km für guten Zweck

Ulm (Donau)

Anlässlich des 333. Weihejubiläums ihrer Kirche haben die rund 40 Ministranten aus Söflingen einen 33-stündigen Spendenmarathon absolviert.