Energiefonds der Diözese Rottenburg-Stuttgart: Gelder vollständig vergeben
istock_monkeybusinessimages Symbolbild: Mutter mit Kind versucht sich während der Energiekrise zu Hause am Heizkörper warm zu halten. Bild: istock/monkeybusinessimages Nr.1427514409
Die Mittel aus dem im Jahr 2022 aufgelegten Energiefonds der Diözese Rottenburg-Stuttgart sind fast vollständig ausgeschöpft. Mit den Mitteln wurden Menschen unterstützt, die durch stark gestiegene Energiepreise infolge der Corona-Pandemie und geopolitischen Krisen wie dem Ukrainekrieg in finanzielle Not geraten waren. Ausgangspunkt für den Fonds war die Energiepreispauschale des Bundes, auf die auch Kirchensteuer anfiel. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart stellte diese Kirchensteuer-Mittel – wie auch die anderen großen Kirchen in Baden-Württemberg – in Höhe von 5,1 Millionen Euro gezielt in einem Energiefonds für bedürftige Menschen zur Verfügung. Über die Beratungsstellen der Caritas konnten Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen Beihilfen beantragen, wenn sie durch die steigenden Energiekosten überbelastet waren und keinen unmittelbaren Anspruch auf staatliche Unterstützung hatten. Weitere 190.000 Euro flossen in Tafelläden sowie in das Projekt „Stromsparcheck“ innerhalb der Diözese.
Ingangsetzen einer Armutsspirale konnte verhindert werden
„Der Energiefonds hat vielen Menschen schnell und unbürokratisch geholfen“, so Dr. Annette Holuscha-Uhlenbrock, Caritasdirektorin der Diözese Rottenburg-Stuttart. „Die Kirchen haben so gezielt einen wirksamen Beitrag geleistet, um Armut in Baden-Württemberg zu verhindern.“ Durch die steigenden Energiepreise im Zuge der Corona-Pandemie gerieten viele Alleinerziehende, kinderreiche Familien sowie Rentnerinnen und Rentner in finanzielle Bedrängnis. Nachzahlungen bei den Nebenkosten oder gestiegene Abschlagszahlungen fielen an und konnten durch den kirchlichen Energiefonds finanziell abgefedert werden. Auch Beziehende von Wohngeld, Kinderzuschlag oder BAföG wurden durch die Energiebeihilfen unterstützt, so dass ein Bezug von umfassenden staatlichen Leistungen vermieden werden konnte. Das Ingangsetzen einer Armutsspirale konnte vielfach verhindert werden.
Beratungsstellen der Caritas helfen weiterhin
Auch nach dem Auslaufen des Energiefonds können sich Menschen in finanziellen Notlagen an die Allgemeine Sozialberatung der Caritaswenden. Zugleich bleibt es Aufgabe des Sozialstaats, dafür zu sorgen, dass steigende Energie- und Lebenshaltungskosten Menschen mit niedrigen Einkommen nicht in existenzielle Not bringen.
Zum Hintergrund:
Die beiden katholischen Kirchen – die Diözese Rottenburg-Stuttgart und die Erzdiözese Freiburg - sowie die evangelischen Landeskirchen in Baden und Württemberg haben über ihre Wohlfahrtsverbände Caritas und Diakonie die Kirchensteuer, die auf die gesetzliche Energiepreispauschale anfiel, vollständig an Bedürftige weitergegeben. In der Diözese Rottenburg-Stuttgart flossen die Mehreinnahmen direkt in die Unterstützungsfonds für Energie der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Diese zusätzlichen Einnahmen kamen somit denjenigen zugute, die tatsächlich durch die hohen Energiekosten in eine Notlage gekommen sind.