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Jugendtag als „Energydrink" für Glaube und Alltag

Hunderte junge und junggebliebene Menschen feierten in Untermarchtal ihren Glauben und ihre Hoffnung - und wollen nicht müde werden, Gutes zu tun.

Untermarchtal

Hunderte Jugendliche und junge Erwachsene haben beim Jugendtag in Untermarchtal ihren Glauben gefeiert. Die Mittagspause nutzte Bischof Dr. Klaus Krämer zum Gespräch mit Teilnehmenden - hier eine Firmgruppe aus Unterschneidheim. Foto: drs/Jerabek

Bischof Dr. Klaus Krämer rief die versammelten jungen Leute dazu auf, der Hoffnung ein Gesicht - ihr Gesicht - zu geben und sich aus dem Glauben heraus für das Gute stark zu machen. Beim mitreißenden Abschlussgottesdienst des Jugendtags in der Vinzenzkirche erinnerte Krämer an das Leitwort des vom verstorbenen Papst Franziskus ausgerufenen Heiligen Jahres 2025, das ähnlich wie das Jugendtagsmotto einen Gegenakzent zu der sich ausbreitenden Mutlosigkeit setze: Pilger der Hoffnung zu sein.

Wenn sich angesichts von Krisen, Kriegen und Klimawandel vielfach Müdigkeit und Hoffnungslosigkeit breit machten, die sich mit einem Energydrink oder einer Tasse Kaffee nicht beseitigen lassen, seien Menschen gefragt, die der Perspektivlosigkeit ihre Hoffnung entgegensetzen, „die von der Hoffnung Zeugnis geben". Papst Franziskus habe immer wieder den Blick auf Menschen gelenkt, die „Gesichter der Hoffnung sind" - Menschen, „auf deren Gesichtern ein Glanz aufstraht, der von einer Hoffnung zeugt, die mit der Realität, in der sie leben, gar nicht zu erklären ist, weil diese Menschen nach unseren Maßstäben in einer hoffnungslosen Situation leben - und trotzdem die Hoffnung nicht aufgeben", sagte Krämer.

Hoffnung zu haben sei nicht weltfremd. „Wer Hoffnung hat, ist ein realistischer Mensch: einer, der die Gefahren und Bedrängnisse kennt; wer Hoffnung hat, der gibt aber nicht auf". Hoffnung zu haben „heißt ein Ziel vor Augen zu haben, eine Zukunft, auf die wir uns zubewegen, und als Christen vertrauen wir darauf, dass Gott uns diese Zukunft bereiten will, dass er selbst diese Zukunft für uns ist", sagte der Bischof.

Hoffnungszeichen sein

Menschen, die sich für eine bessere Welt einsetzen und ihr Leben einer größeren Sache widmen, seien Hoffnungszeichen. Krämer erinnerte an Dietrich Bonhoeffer, Eugen Bolz, Bischof Joannes Baptista Sproll und Mutter Teresa - „Beispiele von Menschen, die sich für das Gute stark gemacht haben". Solche Menschen, die sich dafür einsetzen, dass die Würde eines jeden geachtet und seine Rechte respektiert werden, vor allem derer, die am Rand der Gesellschaft leben, brauche es auch heute, und ein solcher Mensch „kann jeder von uns sein". Als einige der vielfältigen Möglichkeiten, sich zu engagieren, zählte Krämer die Sternsinger und Freiwilligendieste, etwa in Tansania, auf, aber auch den Einsatz für die Bewahrung der Schöpfung. Neben dem ehrenamtlichen Engagement stehe aber auch die Überlegung, „ob das nicht eine Perspektive für mein ganzes Leben sein kann, ob ich nicht einen Beruf wähle, in dem ich wirklich anderen Menschen helfen und mit dazu beitragen kann, dass in unserer Welt sich das Gute etwas mehr durchsetzt". Auch die vielfältigen Berufe der Kirche böten dazu gute Möglichkeiten.

Dabei dürfe jeder und jede darauf vertrauen, „dass mehr als jeder Energydrink die Beziehung zu Gott, die Nachfolge Jesu Christi das ist, was uns wirklich Kraft und Energie gibt", sagte der Bischof. „Das Schöne ist, dass jeder, der Jesus nachfolgt, eben auch spürt, dass Er uns begleitet auf diesem Weg; dass Er uns den Rücken stärkt." 

Ein weiter Horizont

Sich gegenseitig den Rücken zu stärken und Energie zu tanken für den Alltag - darum ging es beim Jugendtag auch in den vielfältigen Workshops im Bildungsforum, mit denen Schwestern und Engagierte aus verschiedenen Bereichen des vinzentinischen Netzwerks Einblicke in ihre Arbeit gaben und zum Dialog einluden. Themen wie Gefängnisseelsorge und Hospizarbeit, Best-practice-Beispiele auf dem Weg zu einer besseren Welt wie die „Tafel" zählten ebenso dazu wie Angebote in den Bereichen Gesundheit, Ängste & Sorgen, Glauben, Gebet und Beichte sowie Bildung - und wie immer kreative Angebote in der Alten Scheune wie Freundschaftsbänder oder Rosenkränze knüpfen, Nagelbilder herstellen oder an einer langen Wimpelkette für Gerechtigkeit und Frieden mitzuwirken. Zum ohnehin weiten Horizont des Jugendtages zählte der Besuch einer Basketball-Mannschaft von Mädchen aus Kampala (Uganda). Das „Mambas Basketball-Programm" von Noah Felk zielt darauf ab, benachteiligte Kinder in dem afrikanischen Land durch Teamsport und Bildungsprogramme zu stärken. - Noch ein Beispiel, wo Menschen nicht müde werden, Gutes zu tun.

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