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Entdeckerlust im Gepäck

Glaube bewegt: Drei junge Menschen aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart absolvieren mit dem Bonifatiuswerk ein Praktikum in Schweden.

Paderborn/Rottenburg
Luisa Muckle freut sich auf ihre Zeit in Schweden (r.). Monsignore Georg Austen (Generalsekretär des Bonifatiuswerkes) und Laura Maring (Projektreferentin) wünschen ihr alles Gute. Foto: Theresa Meier

Luisa Muckle freut sich auf ihre Zeit in Schweden (r.). Monsignore Georg Austen (Generalsekretär des Bonifatiuswerkes) und Laura Maring (Projektreferentin) wünschen ihr alles Gute. Foto: Theresa Meier

Auf zu neuen Abenteuern heißt es für 22 junge Menschen aus 13 deutschen Bistümern. In den nächsten Wochen geht es für sie mit dem „Praktikum im Norden“ des Bonifatiuswerkes der deutschen Katholiken nach Schweden, Dänemark, Norwegen, Lettland, Estland oder Island. Dort lernen sie für einige Monate die katholische Diaspora-Kirche kennen und werden in einer kirchlichen Einrichtung mitarbeiten.

Bevor die Reise nach Nordeuropa und ins Baltikum startet, sind die Praktikanten zu einem Vorbereitungsseminar in Paderborn zusammengekommen. Von der Verantwortlichen des Praktikantenprogramms, Laura Maring und der Projektkoordinatorin, Ricarda Clasen, haben sie wichtige Tipps und Hinweise für ihren Auslandsaufenthalt in diesen immer noch herausfordernden Zeiten der Pandemie erhalten. Eine enge Betreuung durch das Bonifatiuswerk und die jeweiligen Mentoren vor Ort sei in dieser Zeit entscheidend.

Aus dem Diözese Rottenburg-Stuttgart zieht es Fabia Egle, Luisa Muckle und Achim Schwarz im August und September nach Schweden. Mit der 18-jährigen Fabia Egle aus Tuttlingen geht Ende August zum ersten Mal eine Praktikantin in den „Stiftsgården Marielund“ in Schweden, der rund 30 Kilometer westlich von Stockholm liegt. Dort wird sie sich um die Betreuung der Gäste kümmern, Schlafzimmer und Mahlzeiten vorbereiten oder aber auch bei Besuchen von Erstkommunion- und Firmgruppen aus dem Bistum Stockholm mitwirken. Auch weitere Einsatzstellen in Stockholm, wie der „Caritas-Mötesplats“, ein Treffpunkt für Menschen, die neu in Schweden sind, können die Arbeit vor Ort ergänzen. „Nach dem Abitur soll es nach Skandinavien gehen, das stand für mich schon früh fest. ‚Das Praktikum im Norden‘ bietet mir dafür eine gute Möglichkeit. Gleichzeitig kann ich mich sozial engagieren. Außerdem freue ich mich darauf, Schweden mit seiner ganz eigenen Kultur kennenzulernen und mich selbst weiterzuentwickeln“, erklärt die Abiturientin.

Luisa Muckle aus Tübingen zieht es ins St. Birgittenkloster im schwedischen Vadstena. „Ich möchte die unterschiedlichsten Aufgabenbereiche im Gemeindeleben entdecken, ein neues Land mit seiner Kultur, seinen Menschen und seinem kirchlichen Leben kennenlernen und dadurch eventuell meine Gottesbeziehung aus einem anderen Blickwinkel neu erfahren und vertiefen können“, beschreibt die 27-Jährige ihre Motivation für das Praktikum. An das Kloster der Birgittinnen ist ein Gästehaus mit rund 20 Betten angegliedert, in dem Gäste aus aller Welt übernachten. Zu ihren Aufgaben werden die Betreuung der Gäste und die Unterstützung der Schwestern bei ihrer täglichen Arbeit gehören.

Der 18-Jährige Achim Schwarz aus Welzheim wird bis Juni nächsten Jahres die katholische Gemeinde St. Eugenia in Stockholm unterstützen. Dort erwarten ihn unterschiedliche Aufgaben, sei es in der Studentengruppe der Gemeinde, der Caritas oder der katholischen Buchhandlung, die in St. Eugenia angesiedelt ist. „Das ‚Praktikum im Norden‘ soll ein Ort sein,  an dem ich mit mir ringe, mich leiten lasse, mich finde. Umgeben von Tätigkeiten, die mich erfüllen und deren spirituellen Geist ich einatmen kann. Indem ich die gewohnte Welt hinter mir lasse, möchte ich meinen Lebensanker finden und die Frage beantworten, ob ich einer pastoralen Berufung nachgehen soll“, erklärt der Abiturient.

„Einfach aufbrechen und das Abenteuer wagen. Die jungen Menschen, die sich für unser ‚Praktikum im Norden‘ entscheiden, reisen mit vielen Erwartungen im Gepäck in ihre Einsatzstellen. Die Zeit in Nordeuropa und dem Baltikum bietet ihnen vielfältige Einblicke in die Diaspora-Kirchen, aber auch in die verschiedensten Kulturen vor Ort. Neue Begegnungen und Perspektiven lassen nicht selten Brücken für die Zukunft bauen. Immer wieder merken wir, wie sich ein nachhaltiges Netzwerk bildet, nicht nur unter den ehemaligen Praktikanten, sondern auch zu ihren jeweiligen Einsatzorten: Glaube bewegt einfach und stiftet Gemeinschaft“, sagt der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen, über das Programm.

Das "Praktikum im Norden"

Das "Praktikum im Norden" ermöglicht jährlich rund 20 jungen Menschen einen Aufenthalt in Nordeuropa und dem Baltikum, um ihnen unmittelbare Einblicke in das kirchliche Leben in der Diaspora zu bieten. Es ist ein Kooperationsprogramm zwischen dem Bonifatiuswerk und dem Newman Institut im schwedischen Uppsala. Finanzielle Unterstützung erhält es vom Erzbistum Paderborn.

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