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Erhöhter Gesprächsbedarf

Religionslehrerinnen berichten über ihre Erfahrungen nach dem Corona-Lockdown und die seelsorgliche Hilfestellung über das Telefon.

Die Schultür während der Osterzeit. Foto: Ulrike Balle-Grünbaum

Die Präsenzzeiten an den Schulen werden nach dem Corona-Lockdown wieder hochgefahren. In dieser Situation besteht nach den Erfahrungen von Religionslehrerinnen und Schulseelsorgerinnen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart ein spürbar erhöhter Bedarf an Begleitung und Gesprächen. Wegen der vielen anderen schulischen Aufgaben ist es für sie und für ihre Kollegen jedoch schwierig, die für Unterstützungsangebote erforderliche Zeit aufzubringen.

Ulrike Balle-Grünbaum beispielsweise ist Religionslehrerin und Schulseelsorgerin aus Aalen. Sie berichtet über die ersten gemeinsamen Stunden mit ihren Schülerinnen und Schülern nach dem Lockdown. Oft sei es mithilfe von Impulskarten zum Gespräch gekommen, sagt sie und gibt ein Beispiel: „Eine Karte zeigte einen Löwen im Käfig.“ Das Bild sei mit Traurig- und einem zuhause Eingesperrtsein verbunden worden. „Dabei sah der Löwe für mich gar nicht traurig aus“, stellt sie fest. So entstanden Anknüpfungspunkte für Gespräche. Auch Beate Brielmaier aus Filderstadt ist Religionslehrerin und Schulseelsorgerin. Mit den Schülern, die Hilfe benötigen, versucht sie derzeit oft über das Telefon Kontakt zu halten. Das sei zeitintensiv und aufreibend. Und trotz dieses zusätzlichen Engagements weiß sie: Die, die von sich aus nicht um Hilfe bitten, fallen unter den fortwährenden Corona-Bedingungen durch das Raster.

„Das genaue Hinsehen auf die Probleme unserer Schülerinnen und Schüler ist etwas, das im Normalbetrieb gelebter Anspruch unserer Schule ist“, sagt Brielmaier. Dabei zeige die Erfahrung der vergangenen Wochen und Monate, dass der Bedarf nach Gesprächen gewachsen ist. Nach der langen Lockdown-Phase ist sie so nun froh darüber, dass es zumindest an einigen Tagen wieder die Möglichkeit gibt, die Schülerinnen und Schüler persönlich in der Schule zu sehen.

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