Mit ausgebreiteten, zum Himmel gerichteten Armen steht der heilige Franziskus wieder auf seinem Findling an der Zufahrt zur Wallfahrtskirche in Weikersheim-Laudenbach – als wäre jene Nacht zum 1. Mai 2025 nicht gewesen.
Damals wurde die Bronze-Statue aus der Verankerung gerissen und beschädigt. Brachiale Gewalt muss im Spiel gewesen sein. Das löste Betroffenheit im Ort aus. Denn die Bewohnerinnen und Bewohner sind mit der Franziskus-Figur verbunden. So versammelten sich nun auch rund 50 Menschen in der Nähe der Bergkirche, um an der Segnung der wieder aufgestellten Statue teilzunehmen.
Dank an den Künstler und die Helfer
„Offene Arme und ein offenes Herz für Menschen, die unterwegs sind auf ihrem Lebensweg“, so beschrieb Pfarrer Burkhard Keck die Darstellung. Er erinnerte daran, dass sich der Todestag des heiligen Franziskus in diesem Jahr zum 800. Mal jährt. Keck griff auch den Sonnengesang auf, das wohl bekannteste Gebet des Heiligen.
Der Pfarrer dankte dem Bildhauer Leo Wirth sowie Jochen Mündlein, August Denninger und Andre Oechsner, die diesen nach dem Vandalismus-Vorfall beim Ab- und Aufbau sowie der Montage einer neuen Verankerung unterstützten. Wirth hatte die Figur einst geschaffen. Er kümmerte sich um die Reparatur der Statue. Bei dem Vandalismus-Vorfall war der rechte Fuß stark beschädigt worden und musste in einer Kunstgießerei bei Göppingen neu hergestellt werden. Zum Glück hatte er noch die Negativformen, wie Wirth erklärte. Nach dem Guss musste er den Fuß noch überarbeiten.
Geschenk an die Heimatgemeinde
Pfarrer Keck erwähnte außerdem die Spendenbereitschaft: Beim Weihnachtsliedersingen im vergangenen Dezember unter dem Motto „Wir helfen dem Franziskus wieder auf die Beine“ kamen demnach mehr als 2000 Euro zusammen, und der Lions Club Bad Mergentheim unterstützte die Aktion mit 1000 Euro.
Auch Pater Tobias Link äußerte Dank und besprengte die Statue mit Weihwasser. Der Kapuziner aus dem Kloster Werne hatte einst die Idee für die Franziskus-Statue gehabt und Spenden gesammelt, sodass der Bronze-Franziskus später im Jahr 2000 aufgestellt werden konnte. Er habe damals seiner Heimatgemeinde eine Freude machen wollen, sagte der 85-jährige Ordensmann.