Das Projekt„Friedensglocken für Europa“ bildete den Anlass und den Rahmen für eine Pilgerreise, die Katholikinnen und Katholiken aus dem tschechischen Pìst‘ im vergangenen Jahr nach Grötzingen führte. In diesem Sommer gab es nun den Gegenbesuch: Eine Pilgergruppe aus Grötzingen und Tübingen-Lustnau machte sich im August auf zu einer mehrtägigen Fahrt nach Pìst’, die „ganz im Zeichen der Freundschaft und des Friedens“ stand, verbunden mit dem Wunsch nach einem Wiedersehen, wie es seitens der Teilnehmenden heißt. Ein nächstes Zusammentreffen sei schon in Planung.
Glocken-Rückführung initiiert weitere Begegnungen
So seien das im September 2021 in „Maria Hilfe der Christen“ Aichtal-Grötzingen vom damaligen Bischof Dr. Gebhard Fürst eröffnete Projekt „Friedensglocken für Europa“ und die damit verbundene Rückführung der ersten historischen Glocke an ihren Herkunftsort in Pìst‘ als Initialkraft für weitere Begegnungen von Vertretern aus Klerus und Mitgliedern der Kirchengemeinden in Deutschland, Polen und Tschechien zu verstehen: Unter anderem gab es so im Juni 2023 ein Zusammentreffen mit Bischof em. Dr. Fürst, Dekan Volker Weber und einer Delegation in den polnischen Städten Elblag und Frombork, so wie auch im April 2024 ein Zusammentreffen mit Weihbischof Dr. Gerhard Schneider und einer Delegation in Pìst‘ und Ostrava, wo weitere historische Glocken aus der Diözese Stuttgart-Rottenburg feierlich übergeben wurden.
Geste der Wiedergutmachung steht am Anfang
Durch den gegenseitigen Besuch der Pilgergruppen in Grötzingen und Pìst‘ werde dem Projekt „Friedensglocken für Europa“ lebendiger Sinn gegeben, beschreibt es Anette Matrai aus Aichtal in ihrer Mitteilung und sie schreibt von Dankbarkeit darüber, „dass aus der ursprünglichen Geste der Wiedergutmachung sich freundschaftliche Bande entwickeln konnten“. Am Vorabend der Rückfahrt nach Deutschland habe es so ein großes Gemeindefest im Kulturzentrum in Pìst‘ gegeben und eine Abschluss-Runde habe verdeutlicht, dass es vielerlei Gründe für die Teilnehmenden gab, dankbar und froh zu sein, teilt Matrai mit. Sie zitiert einige der Stimmen aus dieser Runde und beginnt mit der Aussage: „Pìst‘ und Umgebung ist eine wundervolle Gegend. Die Menschen, mit denen wir zusammen waren, sind inzwischen unsere Freunde. Dass eine unserer Glocken diese Verbindung ermöglicht hat, erlebe ich als einzigartige Fügung“. Eine zweite Stimme sagt: „Das beeindruckendste für mich war, die Geschichte der tschechischen Region Hlucin kennen zu lernen. Die freundschaftlichen Beziehungen haben sich durch die herzliche, freundliche und ehrliche Art unserer Gastgeber verstärkt.“ Und ein Teilnehmender aus Pìst‘ sagte: „Ich nehme mir fest vor, meine Deutschkenntnisse zu verbessern, weil ich mehr von euch verstehen und mehr mit euch sprechen möchte.“