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Für Demokratie und gegen Rechtsextremismus

Mehr als 3.500 Menschen setzen am Dienstagmittag bei einer Gedenkveranstaltung für Eugen Bolz ein Zeichen für Demokratie.

Rottenburg am Neckar
Diözese Rottenburg-Stuttgart

Am Gedenktag des Glaubenszeugen Eugen Bolz rief die Stadt Rottenburg zu einer Aktion für Demokratie und Menschenrechte Kundgebung auf. Foto: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Jochen Wiedemann

„Nie wieder ist jetzt!“, „Wer schweigt, macht sich schuldig“ oder „Menschenrechte statt rechte Menschen“: mit Schildern wie diesen haben sich am Dienstagmittag Jung und Alt am Eugen-Bolz-Platz in Rottenburg versammelt, um gemeinsam ein Zeichen gegen rechte Hetze und für Demokratie zu setzen.

Auslöser für die bundesweiten Proteste waren Berichte über ein geheimes Treffen von Rechtsextremen mit Vertretern der AfD und des Vereins Werteunion, bei dem über eine „Re-Migrations-Agenda“ gesprochen wurde, die eine massenhafte Ausweisung von Menschen mit Migrationshintergrund beabsichtigt.

Die Aktion für Demokratie und gegen Rechtsextremismus fand im Rahmen des Todestags von Eugen Bolz statt. Der ehemalige Staatspräsident des Volksstaats Württemberg wurde am 23. Januar 1945 von den Nazis hingerichtet, da er sich dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus angeschlossen hatte. Der gebürtige Rottenburger gilt bis heute als Vorbild eines christlichen Politikers.

Geschichte darf sich nicht wiederholen

Anlässlich seines Todestags gab es einen Gottesdienst in der St. Moriz Kirche – anschließend würdigten die Eugen-Bolz-Stiftung und die Stadt Rottenburg das Leben und Wirken von Eugen Bolz bei einer Kundgebung. In seiner Ansprache betonte der Oberbürgermeister der Stadt Rottenburg, Stephan Neher, dass es heute Parallelen zur Zeit des Nationalsozialismus gäbe. Man müsse aus dem Vergangenen lernen: „Wir wissen, wohin es führt – deswegen dürfen wir es nicht so weit kommen lassen, dass sich diese Geschichte wiederholt."

Prälat Dr. Klaus Krämer, Ständiger Vertreter des Diözesanadministrators der Diözese Rottenburg-Stuttgart, hob in seiner Rede die Positionierung der Kirche für Demokratie hervor: „Als Christen und als katholische Kirche in Württemberg stehen wir fest an der Seite aller, die sich in unserer Gesellschaft für Freiheit, Gerechtigkeit und die Würde aller Menschen einsetzen. Und der Umgang mit den Schwächsten, mit denen, die am Rand unserer Gesellschaft leben und mit denen, die aus anderen Ländern bei uns Zuflucht gefunden haben, ist der Prüfstein, ob es uns damit auch wirklich ernst ist.“ Es sei wichtig, wie unzählige Menschen in unserem Land, in diesen Tagen auf die Straßen zu gehen, um für unsere Demokratie und die Werte, die sie tragen, einzutreten.

Für das Eugen-Bolz-Gymnasium sprach der Schülersprecher Alexander Podlesnyj. Dabei betonte er, wie wichtig es sei, ein Zeichen zu setzen: „Das Ergebnis von 75 Jahren Grundgesetz darf nicht eine Wiederholung der Geschichte sein.“

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