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Für einen radikalen Universalismus

Der israelische Philosoph und Hochschullehrer Omri Boehm erhielt am Dienstagabend den mit 25.000 Euro dotierten Alfons-Auer-Ethik-Preis verliehen.

Tübingen
Diözese Rottenburg-Stuttgart

Bernhard Sven Anuth (links) verleiht den Alfons Auer Ethik-Preis 2024 an Omri Boehm. Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Gregor Moser

Diözese Rottenburg-Stuttgart

Das Theologicum ist bei der Preisverleihung bis auf den letzten Platz besetzt. Wegen des großen Interesses wird die Veranstaltung auch in einen Nebenraum übertragen. Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Gregor Moser

Die Verleihung erfolgte im Hörsaal Theologicum der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen. Wegen des großen Besucherandrangs wurde die Veranstaltung in einem Nebenraum gestreamt.

Bernhard Sven Anuth, Prodekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen, sprach mit Blick auf die Arbeit des Preisträgers von einem „erfrischenden und hochaktuellen Plädoyer“ für den Universalismus. Dies sei in einer Zeit, in der es „ein Anwachsen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ zu beobachten gibt, von besonderer Bedeutung und wegweisend dafür, „wenn wir darüber nachdenken, wie wir dem Widerstand leisten müssen“. Der Alfons-Auer-Ethik-Preis wird im Abstand von zwei Jahren gemeinsam durch die Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart und die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Tübingen vergeben. Gestiftet wurde er vom Kunstmäzen und Hightech-Unternehmer Siegfried Weishaupt aus Schwendi.

Mit der Nominierung von Omri Boehm würdigten Fakultät und Akademie dessen herausragende Arbeiten zur moralischen Verantwortung eines radikalen Universalismus, der das Menschsein und die Würde des Menschen nicht nur als philosophische Tatsache, sondern auch als ethische Aufgabe versteht. Dass Boehm diesen Universalismus auch nach dem Anschlag der Hamas auf Israel und der militärischen Antwort des Staates Israel darauf geltend macht, zeige, dass seine Konzeption auch in den Krisen der Gegenwart sprach- und handlungsfähig mache.

Die Laudatio auf den Preisträger hielt Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank. Er sagte: „In einer Zeit, in der Universalismus eine Mangelware wurde, gibt uns Omri Boehm eine erfrischende Interpretation, die uns als Menschen in die Verantwortung nimmt.“

Zum Hintergrund:

Der Alfons-Auer-Ethik-Preis wurde von dem Unternehmer Siegfried Weishaupt gestiftet, weil er sich besonders für ethische und kulturelle Herausforderungen interessiert und so wie Alfons Auer aus dem oberschwäbischen Schwendi stammt. Ein akademisches Kuratorium unter dem Vorsitz der Tübinger Rektorin Prof. Dr. Dr. h.c. Karla Pollmann hat den diesjährigen Preisträger einstimmig nominiert. Weitere Informationen zum Alfons-Auer-Ethik-Preis sowie die Dokumentation der bisherigen Ehrungen finden Sie hier.

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