Entstanden ist die Resonanz-Messe aus der Sehnsucht nach spiritueller Vertiefung und Vergewisserung, nach Erneuerung von Beziehung – zu Gott, sich selbst und anderen. „Die Sehnsüchte, welche Säkularisierung, Digitalisierung, Kommerzialisierung, aber auch die Coronazeit in uns erwecken, können auch neue Gottesdienstformen hervorbringen“, sagt Initiator David Langer. Ein fünfköpfiges Team aus dem Dekanat Ehingen-Ulm und der Gemeinde St. Josef in Blaustein hat den Gottesdienst vorbereitet, und zwar mit vielen Ideen und liebevollen Details. In den ausgelegten Kreativmappen finden sich neben dem Faltbogen mit den Hütten auch eine Kunstkarte mit der Verklärung Jesu als Motiv, eine Themenkarte mit einem passenden Gebet, Kugelschreiber und bei Familien auch Kinderbögen.
Mit „Resonanz“, jenem Begriff, der dem neuen Gottesdienstformat seinen Namen gibt, greift das Team eine Theorie des Jenaer Soziologieprofessors Hartmut Rosa auf. Mit Blick auf die fast überall zu beobachtende Beschleunigung – nicht nur im Wirtschaftssystem, sondern auch in vielen gesellschaftlichen Entwicklungen – und die damit verbundene Erfahrung von Entfremdung sieht Rosa nicht Entschleunigung als Gegenmittel, sondern den Versuch, der Welt anders gegenüberzutreten. Anstatt Dinge kontrollieren und schnell und effizient handhaben zu wollen, lässt sich der Mensch im Zustand der Resonanz von Begegnungen mit Anderen, von Orten, von Musik, der Natur – in diesem Fall von modernen geistlichen Liedern, von Impulsangeboten, von der Anbetung des Allerheiligsten – berühren und erlaubt diesen, etwas in ihm zum Schwingen zu bringen.
Manch ein Besucher ertappt sich am Ende der Messe bei dem Wunsch, die soeben erfahrene Resonanz, das erhebende Gefühl dieses Gottesdienstes, die Gänsehaut bei einfühlsam vorgetragenen Liedern, auch das stimmige Miteinander der Generationen und Lebenslagen, festhalten zu wollen, dafür gleichsam eine Hütte zu bauen, ganz so wie Petrus auf dem Berg Tabor. Das Weitere ist bekannt. Trotzdem sei hier wenigstens eine letzte Sprach-Hütte erlaubt: Zu-gabe, bitte!