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Ein besonderer Stab

1927 wird Joannes Baptista Sproll Bischof. Auf ersten Porträts zeigt er sich mit dem Bischofsstab seines Vorgängers. Hatte Sproll keinen eigenen?

Rottenburg am Neckar

Die Eröffnung beginnt am Dienstag, 2. Mai, um 18 Uhr im Bischöflichen Ordinariat. Nach einer Begrüßung durch Bischof Dr. Gebhard Fürst im Foyer des Ordinariats spricht Prof. Dr. Dominik Burkard von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg zum Thema "Rottenburg - Rom - Berlin. Der 'Fall Sproll' im Fokus der Diplomatie" und Dr. Herbert Aderbauer vom Diözesanarchiv stellt die mediale Präsentation im neuen Gedenkort vor. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zur Besichtigung der Gedenkstätte.

Die Besucher:innen erwartet eine moderne Erschließung der Lebensstationen Sprolls, aber auch des politischen Kontexts, in dem er sich bewegte. Eine mediale Präsentation sowie Objekte und Zitate veranschaulichen eindrücklich das Leben des Bischofs und sein Engagement gegen den Nationalsozialismus. Die präsentierten Treuebekenntnisse von Katholik:innen aus der Diözese bringen die Solidarität der Gläubigen zum Ausdruck und verdeutlichen, wie sehr die Geschichte von Bischof Sproll auch die Geschichte der Diözese Rottenburg-Stuttgart ist.

Eingangsraum hinterm historischen Portal

Historisch gesehen handelt es sich bei dem Gedenkort dabei um den Eingang in das Bischöfliche Palais, den früheren Wohn- und Arbeitsbereich der Rottenburger Bischöfe. Im Frühjahr und Sommer 1938, nachdem sich Sproll bei der Wahl über den bereits vollzogenen Anschluss Österreichs an das Reich enthielt, um nicht gleichzeitig Nationalsozialisten in den Reichstag wählen zu müssen, belagerten nationalsozialistische Gruppierungen das Palais, warfen Steine durch das Fenster und schmierten Hetzparolen auf den Bürgersteig.

Über Wochen gab es lautstarke Kundgebungen. Am 23. Juli 1938 brachen Nationalsozialisten dann schließlich gewaltsam die Pforte auf und verwüsteten die Wohnung Sprolls. Das historische Portal und der Eingangsraum, in dem sich der Gedenkort befindet, verweisen damit selbst auf die – auch unmittelbar physische – Verfolgung des Bekennerbischofs Sproll.

Ausstellung auch für Kinder und Jugendliche geeignet

Die Ausstellung ist auch für Kinder, Jugendliche und Schulklassen anschaulich gestaltet. Der Gedenkort ist eine Zweigstelle des Diözesanmuseums in Rottenburg, bei dem es unter Telefon 07472 / 922180 und -82 sowie per E-Mail an museum-sprollgedenkort@bo.drs.de weitere Informationen gibt.

Zu sehen ist auch ein besonderer Bischofsstab. Was es mit diesem auf sich hat, erzählt Diözesanarchivar Dr. Herbert Aderbauer in unserem Video (oben).

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