[...] Vergessen kommt dem Ungeschehen-Machen gleich.
Bischof Fürst
Bischof Fürst betonte: „In Zukunft können wir uns nicht mehr herausreden. Denn im Erinnern wissen wir, wohin unser Wegsehen, aber auch unser Hinsehen führen kann.“ Es gehe darum wachzuhalten, warum Täter Menschen zu Opfern machten und auch darum, sich an das Leid der Opfer zu erinnern, sagte der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart. „Denn Vergessen kommt dem Ungeschehen-Machen gleich.“
Erinnerungen an Geschehnisse drohen zu verblassen
Dabei müssten wir heute mehr denn je innehalten und uns fragen: „Was tun wir, damit sich Auschwitz nie wieder wiederholt?“ Dies vor allem auch deshalb, weil immer weniger Zeitzeugen ihre Geschichte erzählen könnten und die Erinnerung daher zu verblassen drohe. Und Bischof Fürst hielt, den Schriftstellers Navid Kermani zitierend, fest: „Damit sich überhaupt eine Erinnerung ins Herz brennt, auf die sich die Mahnmale, Stolpersteine, Gedenkrituale beziehen, wird es für künftige Generationen noch wichtiger sein, mit eigenen Augen die Orte zu sehen, an denen Deutschland die Würde des Menschen zermalmte, jene Länder zu bereisen, die es mit Blut tränkte.“