Alle sechs Jahre tritt das Generalkapitel der Franziskanerinnen von Sießen zusammen. Am Montag wählte es Schwester M. Tanja Lohr (51) zur Generaloberin. Ihre Nachfolgerin im Amt der Generalvikarin wurde Schwester Rosa Maria Severino (62), die bisherige Provinzoberin in Brasilien. Die neue Generalrätin Schwester M. Ernestina Keketsi (50) leitete bislang das Noviziat in Südafrika. „Erstmals ist es ein international zusammengesetztes Leitungsteam“, teilt Schwester M. Anna-Barbara Regnat, Öffentlichkeitreferentin des Klosters, mit. „Alle drei Provinzen sind im obersten Leitungsgremium der Kongregation vertreten.“ Hinzu kämen die Provinzoberinnen, die im September und Oktober mit der jeweiligen Provinzleitung gewählt würden.
Schwestern gestalten ihre Zukunft interkulturell
Weihbischof Thomas Maria Renz, in der Diözese für die Ordensgemeinschaften zuständig, verkündete das Ergebnis der Wahl am Montagabend in einer liturgischen Feier. Der neuen Struktur, in der die Provinzen in Brasilien und Südafrika der deutschen mit dem Mutterhaus in Sießen gleichgestellt wurden, ging ein mehrjähriger interkultureller Prozess voraus, wie Schwester Anna-Barbara berichtet. Unter dem Leitwort „Mut, Brücken zu bauen“ habe das Generalkapitel ein klares Zeichen gesetzt. In einer Welt in der sich verschiedene Kulturen, Nationalitäten und Religionen immer mehr mischen, wollen sich die Franziskanerinnen den Herausforderungen des interkulturellen Lebens auch in den eigenen Reihen stellen.