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Georg als Helfer in Krisenzeiten

Dekan Sigmund Schänzle reitet am Sonntag mit der Georgs-Reliquie und einem Begleiter durch Stadt und Fluren.

Ochsenhausen

Pfarrer Sigmund F.J. Schänzle und Pferdebesitzer Wolfgang Wiest beginnen den Sankt-Georgs-Ritt zu zweit vor der Basilika in Ochsenhausen - Archivfoto 2020: Hans-Peter Wachter

Nach der Miniaturausgabe der Prozession hoch zu Ross im vergangenen Jahr hofften die Verantwortlichen, am kommenden Sonntag beim 45. St.-Georgs-Ritt wieder mit hunderten Reiterinnen und Reitern durch die Straßen Ochsenhausens ziehen zu können. Corona hat erneut einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Dennoch wollen sich Dekan Sigmund Schänzle und ein Begleiter mit der Kreuz- und Georgs-Reliquie um 12 Uhr zu Pferd auf den Weg machen. Er habe mit dieser Form 2020 gute Erfahrungen gemacht und postive Rückmeldungen erhalten. „Denn wir haben in diesen Zeiten Gottes Segen und Schutz mehr denn je nötig“, schreibt der Pfarrer an die Seelsorgeeinheit St. Benedikt.

Georg als Drachentöter heute

Wenn es darum geht Krisen durchzustehen, ist der heilige Georg als Patron der Ochsenhausener Basilika ein guter Ansprechpartner. Er zählt zu den 14 Nothelfern und soll der Legende nach einen bösen Drachen zur Strecke gebracht haben. Solche Bestien gab und gibt es symbolisch gesehen zu allen Zeiten. Litt Georg selbst um das Jahr 300 unter der Christenverfolgung durch Kaiser Diokletian, könnte der Drache heute für die Coronapandemie oder den Klimawandel stehen, welche die Menschheit bedrohen.

Auch wenn diese nicht zu töten sind, lassen sie sich möglicherweise zähmen. In Einklang mit der Schöpfung Gottes zu leben ist für Sigmund Schänzle das Gebot der Stunde. Deshalb spricht er am 2. Mai nicht nur den Menschen auf ihren Balkonen und Terrassen, an Fenstern und in Gärten entlang des Prozessionsweges den Segen Gottes zu. Der Schutz von oben soll auch Tieren, Bäumen und den Saaten auf den Feldern gelten.

Schöpfung als Geschenk

Mit dem Segen sei aber auch der Auftrag zu nachhaltiger Verantwortung für die Schöpfung Gottes verbunden, betont der Priester und Dekan von Biberach. In seinem Schreiben nennt er die Verschmutzung der Flüsse und Meere durch Plastikmüll als Beispiel. „Schöpfung ist nicht unser Verdienst oder unser Eigentum, sondern sie ist Geschenk“, beschreibt Schänzle den christlichen Ansatz. Den heiligen Georg möchte er bitten, dass er helfe die aktuellen Krisen zu überwinden.

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