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Gesandt als kluge Verwalter der Gnade Gottes

Bischof Dr. Klaus Krämer hat vier Männer zu Ständigen Diakonen geweiht. Die Feier stand unter dem Leitwort: „Den Armen eine frohe Botschaft bringen“.

Ulm (Donau)
Bischof Krämer mit den vier neugeweihten Diakonen.

In der Kirche St. Mariä Himmelfahrt in Ulm-Söflingen hat Bischof Dr. Klaus Krämer (Mitte) vier Männern das Sakrament der Diakonenweihe gespendet. Es sind dies (von links) Hanno Hesterberg, Horst Köstner, Christian Schumann und Klaus Brenner. Foto: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Jens Kramer

Der Bischof stellte die Sorge für die sozial Benachteiligten in den Mittelpunkt seiner Predigt, denn „die Armen und Bedürftigen sind die ersten Adressaten des Evangeliums“. Die frohe Botschaft in Wort und Tat zu verkünden und sie auch dort wirksam werden zu lassen, wo die Kirche nicht mehr oder noch nicht ist, sei der besondere Auftrag der Diakone. Zu Diakonen geweiht wurden in der Kirche St. Mariä Himmelfahrt in Ulm-Söflingen: Klaus Brenner (Neresheim), Hanno Hesterberg (Ulm), Horst Köstner (Dietenheim) und Christian Schumann aus Heiningen.

Untreuer Verwalter ändert sein Verhalten

Mit dem Gleichnis vom untreuen Verwalter (Lk 16,1-13) hätten die Weihekandidaten für den Gottesdienst einen Schrifttext gewählt, „der aufhorchen lässt“, wie der Bischof eingangs sagte – und der doch zum Kern des Diakonats führt. Der ob seiner Verfehlungen bei seinem Herrn in Ungnade gefallene Verwalter nutze den letzten ihm verbliebenen Spielraum, um den Schuldnern seines Herrn, die er zuvor hemmungslos ausgebeutet hatte, etwas Gutes zu tun und sich so ihres Wohlwollens zu versichern, wenn er künftig vielleicht selbst in Not geraten sollte.

Diakone als kluge Verwalter

So wie der untreue Verwalter „das ihm anvertraute Geld dazu verwendet, sich Freunde zu verschaffen, die ihn in ihre Häuser aufnehmen“, fordere Jesus auch seine Jünger auf, sich „mit dem ungerechten Mammon Freunde zu machen“, damit sie in die ewigen Wohnungen aufgenommen werden: „Die Jünger erweisen sich als kluge Verwalter, wenn sie die Mittel und Möglichkeiten, die ihnen anvertraut sind, im Sinne des Reiches Gottes einsetzen“, sagte Bischof Krämer. „Diakone waren in der Alten Kirche solche Verwalter“, weil sie sich, wie die Apostelgeschichte berichtet, um die Versorgung der sozial Benachteiligten in der Jerusalemer Urgemeinde kümmerten. Als die „klugen Verwalter der Güter der Kirche“ sorgten sie für die Armen und die Bedürftigen, für die Witwen und die Waisen. Und das sei weit mehr als die pragmatische Lösung in einer sozialen Konfliktsituation der jungen Kirche gewesen. „Bei der Sorge für die Bedürftigen geht es um die Mitte des Evangeliums.“

Einheit von Wort und Tat ist zentral

Bischof Krämer unterstrich die Einheit von Wort und Tat, die die Verkündigung des Evangeliums erfordere: „Diese Einheit von Wort und Tat ist die Grundvoraussetzung für Glaubwürdigkeit und Authentizität. Sie ist ein zentrales Moment für eine Kirche der Zukunft! Wo Wort und Tat übereinstimmen, wo Menschen Heil und Versöhnung erfahren, wird das Evangelium als frohe und befreiende Botschaft erfahrbar“, sagte Krämer.

Diakone hüten Schatz des Glaubens

Die Sendung des Diakons zu erfüllen, nämlich „den Schatz des Glaubens treu zu hüten, diesen Glauben gemäß dem Evangelium in Wort und Tat zu verkünden und den Armen und den Notleidenden beizustehen“ könne nur gelingen, „wenn wir uns für Gottes Geist öffnen, wenn wir uns von ihm führen lassen und bereit sind, unsere eigenen Pläne und Vorstellungen immer wieder neu an ihm auszurichten“, sagte der Bischof.

Um diesen Geist baten die Weihekandidaten und mit ihnen viele Angehörige, Freunde und Weggefährten sowie zahlreiche Priester und Diakone in der vollbesetzten Kirche in dem Hymnus „Heiliger Geist, der Leben schafft“, der am Anfang der Weiheliturgie stand. Die Allerheiligenlitanei, die auf das Versprechen der vier Männer folgte, wurde wie die gesamte Liturgie musikalisch eindrucksvoll von Dr. Andreas Weil, Dekanatskirchenmusiker im Dekanat Ehingen-Ulm, Petra Elze, Kirchenmusikerin der Suso-Gemeinden, und Solisten der Gesamtkirchengemeinde Ulm gestaltet.

In das neue Amt aufgenommen

In feierlicher Stille, nur unterbrochen durch das Läuten der großen Glocke, übertrug Bischof Dr. Krämer durch Handauflegung und Weihegebet das kirchliche Amt. Es folgten das Anlegen der Stola, das Diakone quer über die linke Schulter tragen, und die Überreichung des Evangeliars als weitere ausdeutende Zeichen der Weihe. Mit der brüderlichen Umarmung der neugeweihten Diakone bestätigte der Bischof und die anwesenden Diakone die Aufnahme von Klaus Brenner, Hanno Hesterberg, Horst Köstner und Christian Schumann in das neue Amt. Als Ständige Diakone werden sie fortan das Evangelium in Liturgie und Leben verkünden.

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