Der Bischof stellte die Sorge für die sozial Benachteiligten in den Mittelpunkt seiner Predigt, denn „die Armen und Bedürftigen sind die ersten Adressaten des Evangeliums“. Die frohe Botschaft in Wort und Tat zu verkünden und sie auch dort wirksam werden zu lassen, wo die Kirche nicht mehr oder noch nicht ist, sei der besondere Auftrag der Diakone. Zu Diakonen geweiht wurden in der Kirche St. Mariä Himmelfahrt in Ulm-Söflingen: Klaus Brenner (Neresheim), Hanno Hesterberg (Ulm), Horst Köstner (Dietenheim) und Christian Schumann aus Heiningen.
Untreuer Verwalter ändert sein Verhalten
Mit dem Gleichnis vom untreuen Verwalter (Lk 16,1-13) hätten die Weihekandidaten für den Gottesdienst einen Schrifttext gewählt, „der aufhorchen lässt“, wie der Bischof eingangs sagte – und der doch zum Kern des Diakonats führt. Der ob seiner Verfehlungen bei seinem Herrn in Ungnade gefallene Verwalter nutze den letzten ihm verbliebenen Spielraum, um den Schuldnern seines Herrn, die er zuvor hemmungslos ausgebeutet hatte, etwas Gutes zu tun und sich so ihres Wohlwollens zu versichern, wenn er künftig vielleicht selbst in Not geraten sollte.
Diakone als kluge Verwalter
So wie der untreue Verwalter „das ihm anvertraute Geld dazu verwendet, sich Freunde zu verschaffen, die ihn in ihre Häuser aufnehmen“, fordere Jesus auch seine Jünger auf, sich „mit dem ungerechten Mammon Freunde zu machen“, damit sie in die ewigen Wohnungen aufgenommen werden: „Die Jünger erweisen sich als kluge Verwalter, wenn sie die Mittel und Möglichkeiten, die ihnen anvertraut sind, im Sinne des Reiches Gottes einsetzen“, sagte Bischof Krämer. „Diakone waren in der Alten Kirche solche Verwalter“, weil sie sich, wie die Apostelgeschichte berichtet, um die Versorgung der sozial Benachteiligten in der Jerusalemer Urgemeinde kümmerten. Als die „klugen Verwalter der Güter der Kirche“ sorgten sie für die Armen und die Bedürftigen, für die Witwen und die Waisen. Und das sei weit mehr als die pragmatische Lösung in einer sozialen Konfliktsituation der jungen Kirche gewesen. „Bei der Sorge für die Bedürftigen geht es um die Mitte des Evangeliums.“