Zum Inhalt springen

Glaube, Zweifel, Popmusik

Das popmusikalische Projekt „Credo Collab" hat Finale gefeiert - und steht nun am Anfang eines Albums sowie mehrerer Konzerte mit jungen Leuten.

Mannheim, Universitätsstadt

Beim Finale von Credo Collab gab es viel Live-Musik. Foto: Joscha Reuther/Erzdiözese Freiburg

Wie klingt Glaube im Jahr 2026? Nicht nach festen Antworten, sondern nach Suche, Umwegen und auch Zweifeln. Neue Popklänge des christlichen Glaubens haben am Samstag beim Song-Contest-Abschluss von „Credo Collab“ für Begeisterung gesorgt. Insgesamt 120 Besucher:innen feierten damit einen Meilenstein des Popmusikprojekts der katholischen Kirche in Baden-Württemberg. Prämiert wurden insgesamt 15 Gewinner:innen aus ganz Deutschland, deren Songs auch live zum ersten Mal auf der Bühne zu hören waren. Aus den Gewinnersongs und sieben weiteren Liedern soll bis Frühjahr 2027 ein gemeinsames Album entstehen, das in mehreren Konzertevents an verschiedenen Orten in Baden-Württemberg nach und nach veröffentlicht wird.

Zweifel als Teil des Glaubens

Die Gewinnersongs drücken Zweifel, Suche und Glauben als lebenslangen Prozess aus: Die Künstlerin Elli aus Nordrhein-Westfalen gehört mit ihrem Song „suchend, fühlend, zweifelnd“ zu den fünf Hauptgewinnern, die jeweils ein Produktionsbudget von 3000 Euro gewonnen haben. Auch die Gewinnerin Michal aus Mannheim stimmt in ihrem Gewinnersong nachdenkliche Töne an und singt im Song „Berge und Täler“ vom persönlichen Auf und Ab des Glaubenswegs. Sie verbindet vor allem Musik und Comedy miteinander. Der Musiker und Produzent Samuel Breuer aus Köln wählt einen überraschenden Zugang: Er gewinnt mit dem Song „Danke“, der von seiner persönlichen Reise zu einem neuen tiefen Gottvertrauen mit interreligiöser Sicht erzählt. Der Singer-Songwriter Björn Amadeus aus Osnabrück trifft mit dem Gewinnersong „Wovon soll ich noch träumen“ ein Lebensgefühl vieler junger Erwachsener. Den Abend mit insgesamt elf Artists und Bands auf der Bühne beendete die Mannheimer Band Fara, die mit ihrem Song „Komm nach Haus“ ebenso zu den fünf Hauptgewinnern zählt. Das Lied greift das biblische Motiv des verlorenen Sohns auf, der von offenen Armen zuhause empfangen wird. 

„Mit dem Song Contest waren wir auf der Suche nach Popsongs, die christliche Glaubensthemen in ungewohnter Weise ausdrücken. Gerade Zweifel und Fragen sind im christlichen Popmainstream seltener“, erzählt Mitinitiator Tobias Aldinger von der Erzdiözese Freiburg. „Wir freuen uns sehr, dass dies mit 50 Einsendungen zum Contest gelungen ist.“

Weitere Preisträger*innen prämiert

Zehn weitere Preisträger*innen wurden mit einem Preisgeld von 300 Euro prämiert. Dazu gehörten Wildhier (Merlin Wild) aus Künzell, Bastian Benoa aus Stuttgart, Clär (Clara Repmann) aus Frankfurt, Rebecca Krämer aus Kandern, Simon Taglauer aus Fürth, Josef John aus Singen, die Band Munday aus Mannheim, Elisa Maria Loveecchio aus Tettnang, Hedwig Petersen aus Freiburg und Samuel Rösch aus Sachsen. „Danke für die vielen Einsendungen und Songs, die persönlichen Glauben ausdrücken und auch mutige Fragen stellen. Sie zeigen, dass der christliche Glaube kein Verfallsdatum hat,“ betont Georg Austen vom Bonifatiuswerk, einer der fünf Jurymitglieder. Das katholische Hilfswerk hat zusammen mit der Erzdiözese Freiburg die Preisgelder im Wert von 18.000 Euro ermöglicht.

Finale ist erst der Anfang

Dieses Finale war eigentlich erst der Anfang des popmusikalischen Projekts „Credo Collab“. Nun geht es an die Arbeit für das gemeinsame Album, und damit verbunden auch an mehrere Konzerte.
„Unsere Ausgangsfrage war immer: Wie klingt ein popmusikalisches Glaubensbekenntnis junger Menschen?“, beschreibt der Referent für Popularmusik Sebastian Heeß der Diözese Rottenburg-Stuttgart die Projektidee. Mitinitiator Jan Eisele aus der Erzdiözese Freiburg ergänzt das Projekt-Anliegen: „Wir wollen die Kraft der christlichen Lebensweisheit hörbar machen und jungen Menschen Raum für Begegnung, Kunst und für den eigenen Glaubensausdruck ermöglichen.“

Auf der Website www.credo-collab.de und auf Instagram @credo.collab kann die Entstehung des Albums verfolgt werden.

Über „Credo Collab"

Credo Collab ist ein musikalisches Experiment: Was passiert, wenn ein 1700 Jahre altes Glaubensbekenntnis auf die Fragen unserer Generation trifft – und von Popmusikerinnen und Popmusikern neu interpretiert wird? Neben dem Song Contest umfasst das Projekt ein Songwriting-Camp, eine Albumproduktion sowie eine Reihe von Konzerten und Workshops Hinzu kommt ein großes Album-Release-Konzert im Frühjahr nächsten Jahres.

Aktuelles

zum Thema

Hartmut Salzmann

Wo der Norden den Horizont erweitert

Rottenburg

Zwei junge Frauen aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart entdecken mit dem „Praktikum im Norden“ des Bonifatiuswerkes Schweden.

BDKJ Rottenburg-Stuttgart

Ausgesandt nach Afrika, Asien und Lateinamerika

Rot an der Rot

Freiwillige starten in den Weltkirchlichen Friedensdienst im Globalen Süden oder kehren nach ihrer Tätigkeit in der Diözese in die Heimat zurück.

Aktuelles

aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart

DRS / Annika Werner

Landwirt sein, aus Liebe zur Familie und zur Natur

Rottweil

Der Hof der Sauters ist seit 300 Jahren im Familienbesitz. Damit er weiterbestehen kann, führt ihn der 33-jährige Samuel auf mehreren Standbeinen.

Angelika Sönnichsen

Frieden wächst, wo Menschen einander begegnen

Rottenburg

Bischof Dr. Klaus Krämer besucht Friedens-, Bildungs- und Klimaprojekte in Burundi. Die Reise zeigt, wie langjährige Partnerschaft Zukunft schafft.

Christine Eberle

Kunst zum Entdecken und Nachdenken

Ellwangen (Jagst)

Eine Ausstellung mit Werken von Judith Wettemann-Ebert knüpft an die Themen der Landesgartenschau und besonders an die dortige Blumenschau an.

Markus Waggershauser

Im Storchengang durchs kalte Wasser

Jordanbad

Wassertreten im Kneippbecken ist gut für die Gesundheit und erfrischt im Biberacher Jordanbad und anderswo Körper und Seele - nicht nur im Sommer.

Constanze Stark

Eine Kirche mit außergewöhnlicher Geschichte

Hechingen

Eine alte Legende erzählt, dass Engel die Wallfahrtskirche über Nacht an ihren heutigen Ort getragen haben. Doch was steckt dahinter?