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Gott kommt in die Welt

Die Muttergottes, die Jesus ganz zärtlich in den Armen hält, ist die Lieblingsfigur von Pater Anton Wölfl in der Krippe am Schönenberg.

Ellwangen
Mann sitzt vor Krippe

Gott wird Mensch und vertraut sich einer Familie an: In der Weihnachtskrippe auf dem Schönenberg findet Pater Anton Wölf das ganz toll dargestellt. Bild: DRS / Annika Werner

Immer wieder fasziniert von den vielen liebevollen Details, die es in der Krippe zu entdecken gibt, ist Pater Wölfl. Für unsere kleine Impuls-Reihe über die Krippe in der Schönenbergkirche hat er aber Maria mit dem Jesuskind ausgewählt, auch wenn sie eigentlich „außer Konkurrenz“ unter den Lieblingsfiguren jeder Weihnachtskrippe sind. „Gott wird Mensch und vertraut sich einer Familie an, und hier am Schönenberg ist das ganz toll dargestellt, wie die Muttergottes Jesus ganz zärtlich in den Armen hält“, sagt der Pfarrer der Pfarr- und Wallfahrtskirche. Ihn erinnert die Krippenszene an einen Ausruf aus seiner bayerischen Heimat, der benutzt wird, wenn etwas Unerwartetes passiert. Wie an Heiligabend, als Gott als Mensch in unsere Welt gekommen ist.

„Hier kommen ganz viele Menschen her, zur Wallfahrt oder wenn sie Sorgen haben“, berichtet Wölfl. Herzstück der Kirche ist die Gnadenkapelle, in der das Wallfahrtsbild in einem prunkvollen Schrein verwahrt wird. „Sie kommen hierher und gehen vielleicht mit einem Lächeln oder mit einer Träne in den Augen weg. Aber an Weihnachten dürfen wir uns freuen, dass Gott Mensch wird, dass er uns vertraut und wir auch ihm vertrauen dürfen.“

Die Weihnachtsbotschaft nahegebracht

Die Weihnachtskrippe auf dem Schönenberg, die das ganze Jahr über zu besichtigen ist, befindet sich in der Ignatiuskapelle auf dem Emporengeschoss und liegt direkt über der Gnadenkapelle. Die Verbindung zu Ignatius, dem Gründer des Jesuitenordens, kommt nicht von ungefähr: „Die Krippe ist hier sinnfällig aufgestellt, da es die Jesuiten waren, die als erste den Krippenkult förderten“, erklärt Dr. Wolfgang Steffel von der „action spurensuche“, einer ignatianischen geistlichen Bewegung im Raum Ellwangen. Die Jesuitenniederlassung in Augsburg - Ellwangen gehörte einst zu diesem Bistum - war ein Zentrum für Krippenkunst. In den Archivalien finde sich ein Hinweis, dass die erste Ellwanger Krippe in Verbindung mit dem 2022 seliggesprochenen Jesuitenpater Philipp Jeningen steht. „Er brachte schon in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts den Gläubigen mittels einer Krippendarstellung die Weihnachtsbotschaft nahe“, sagt Steffel. Von dieser Krippe gebe es aber nichts, außer eben diesem schriftlichen Hinweis.

Unterwegs auf dem „Ellwanger Krippenweg“

„Je näher es auf Weihnachten zugeht, sind ganz viele Familien hier oben“, berichtet Pater Wölfl. Die großen Figuren - eine Oberammergauer Arbeit aus den Jahren 1910/1911 - und insbesondere ihre Gesichter beeindrucken durch große Ausdruckskraft. Die Krippe bestand ursprünglich aus 53 holzgeschnitzten Figuren und erhielt nach mehreren Veränderungen in den Jahren 1992/1993 durch Sieger Köder ihre heutige Gestalt. Der berühmte Malerpfarrer (1925–2015) fügte einige Figuren und Szenen hinzu und schuf das Hintergrundgemälde.

Die Krippe auf dem Schönenberg ist übrigens Teil des „Ellwanger Krippenwegs“. Zwischen Weihnachten und Anfang Februar kann man in Kirchen, Kapellen und im Schlossmuseum zehn verschiedene Krippendarstellungen besichtigen. Die Zeitspanne reicht dabei von der prächtigen Barockkrippe im Schlossmuseum bis hin zur jüngsten, so genannten „Arme-Leute-Krippe“ von Sieger Köder. Außer zu Ellwanger Krippen führt der Weg auch in die nähere Umgebung nach Rosenberg und Hohenberg, nach Hinterbrand und Hütten.

In unserer Reihe über die Krippe in der Wallfahrtskirche Schönenberg stellen Gemeindemitglieder über den Advent bis zum Dreikönigstag ihre Lieblingsfigur(en) vor.

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