„Um ein Kind aufzuziehen, braucht es ein ganzes Dorf. “ Silke Jourdan zitiert das bekannte afrikanische Sprichwort, um deutlich zu machen, dass Bildung und Erziehung keine Sache allein der Eltern ist. Damit ein Kind zu einem zufriedenen und sozial kompetenten Menschen wird, ist ein Netzwerk aus vielen „Dorfbewohnern“ notwendig, die bei dieser Aufgabe mithelfen. Sie erklärt: „Das Netzwerk, das rund um die Kirche entstehen kann, ist für viele Familien wie ein Dorf.“ Und dieses Dorf soll Kinder stärken – so steht es auch im Infoflyer der Kirchengemeinde.
Silke Jourdans vielfältige Aufgaben haben sich kontinuierlich im Austausch mit Pfarrer Andreas Krause, mit den Erzieher: innen, mit den Eltern und Kindern entwickelt. Jourdan ist Ansprechperson für Eltern und Familie, stellt die pädagogische Qualität der Kita sicher, ist pastorale Unterstützung, begleitet die Mitarbeiter:innen und stellt bei allem, was sie tut den Kontakt zwischen der Kita oder dem Kindergarten, dem Familienzentrum sowie der Kirchengemeinde her. Sie ist zuständig für den Krabbel-, Kinder-, und Familiengottesdienst, für die Vorbereitung der Erstkommunion und neuerdings auch für Tauffeiern in Stuttgart. Vielfältige Aufgaben – Silke Jourdan netzwerkt und trägt dazu bei, dass für die Familien und Kinder die Kirche zum Dorf wird.
Wer hat Sie beauftragt, Frau Jourdan?
Der Rottenburger Kindergartenplan hat das so eingerichtet, dass in jeder Seelsorgeeinheit eine Kindergartenbeauftragte Pastoral ist.
Was sind Ihre Aufgaben?
Meine Aufgabe ist es genau hinzusehen, wo die Erzieher: innen Unterstützung brauchen, um in ihrer Kita religionssensibel zu arbeiten. Ich verantworte die pädagogische und konzeptionelle Arbeit. Das ist sowas wie ein Lehrplan für die Kitas. Darin ist auch das Thema Religion verankert, und zwar nicht nur in den christlichen Kitas, weil das ein Thema ist, das die Kinder in ihrem Alltag erleben. Auch wenn Kinder nicht religiös erzogen werden, sollen sie zu dem Thema sprachfähig gemacht werden. Die Aufgabe der Kita ist es, alles aufzugreifen, was die Kinder mitbringen – vom Sinn des Lebens bis zu den großen philosophischen Fragen. Und Erzieher:innen müssen reagieren können, wenn der Hase oder der Vogel gestorben ist.