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„Hilfe, Rat und Lebensmut finden"

Bei der Dekanatswallfahrt zum Grab von Pater Philipp Jeningen am 2. Oktober klingt die Seligsprechung des „guten Paters" im Juli nach.

Ellwangen (Jagst)

Am Grab von Pater Philipp Jeningen in der Liebfrauenkapelle der Ellwanger Basilika finden viele Menschen Hilfe, Kraft und Lebensmut. Zur Seligsprechung am 16. Juli 2022 wurde die Kapelle neu gestaltet. Foto: drs/Jerabek

Seit vielen Jahren findet am ersten Sonntag im Oktober um 18 Uhr die Dekanatswallfahrt zum Grab von Pater Philipp Jeningen statt. Am 16. Juli konnte die Seligsprechung gefeiert werden, weshalb der Wallfahrt in diesem Jahr eine besondere Bedeutung zukommt. Vor allem für die Kirchengemeinden des Dekanatsbezirks Ellwangen/Neresheim ist der Besuch in der Liebfrauenkapelle der Basilika St. Vitus zu einer guten Tradition geworden. „Bis heute strömen unglaublich viele Menschen hierher, um Hilfe, neue Kraft, um Rat und Lebensmut zu finden", sagt Prof. Dr. Sven van Meegen, Leitender Pfarrer der Seelsorgeeinheit Ellwangen.

Seit der Seligsprechung ist in der frisch renovierten, gotisch ausgestalteten Marienkapelle das Segens- und Krankenkreuz des seligen Jesuitenpaters zu sehen. „Mit diesem Kreuz hat Pater Philipp die Kranken und Sterbenden in den Spitälern und zuhause besucht; mit diesem Kreuz hat er mit ihnen gebetet und ihnen neue Kraft und neuen Lebensmut zugesprochen", erklärt Pfarrer van Meegen. „Die Sterbenden hat er begleitet zur Schwelle hin zum ewigen Leben." Dass es gelungen ist, dieses Kreuz den vielen Menschen zugänglich zu machen, die am Grab des „guten Paters" beten, freut den Pfarrer besonders.

Gott ins Herz einprägen

Als Volksmissionar war Pater Philipp Jeningen im 17. Jahrhundert in Ellwangen tätig. Der aus Eichstätt stammende Jesuit wirkte zunächst als Lehrer in Mindelheim und Dillingen, ehe er 1680 nach Ellwangen gesandt wurde. Als Beichtvater vor allem im Marien-Wallfahrtsort auf dem Schönenberg sowie in der Stiftskirche, der heutigen Basilika St. Vitus, sah er seine Aufgabe darin, „dem Nächsten Gott, Jesus und die Gottesmutter ins Herz einzuprägen“, ihn aus der Gleichgültigkeit und Oberflächlichkeit herauszuführen und ihm zu einem herzlichen, von Herzen kommenden Verhältnis zu Gott, Jesus Christus und der Gottesmutter zu verhelfen. Gerade die Beziehung zu Maria, ihre Nähe, die er insbesondere in der Anbetung erfuhr, prägten seine Spiritualität.

Aus dem Wallfahrtsseelsorger wurde immer mehr ein Volksmissionar, der zu den Menschen ging. In einer Zeit, die ähnliche Krisensymptome zeigte wie die heutige – Priestermangel und „Wüstenerfahrungen“ im Glauben – besuchte er zwischen 1680 und 1704 um die 1000 Orte, um die Gegenwart Gottes den Menschen ganz sichtbar vor Augen zu stellen. Es gab stille Anbetung, eine feurige Predigt über das Leiden Jesu und die Liebe Gottes, über Sünde und Vergebung, gefolgt von stundenlangem Beichthören, einer Katechese für Kinder und Hausbesuchen bei alten und kranken Menschen. Pater Philipp wird „der gute Pater Philipp" genannt, „weil er den Menschen liebevoll begegnet ist", sagt Pfarrer van Meegen. „Sie haben gemerkt: aus ihm spricht Gott selbst; er bringt das Gute, das Gott für uns will, den Menschen nahe - direkt und persönlich als Seelsorger."

Dekanatswallfahrt zum Grab von Pater Philipp Jeningen

Der Gottesdienst am 2. Oktober beginnt um 18 Uhr in der Basilika St. Vitus. Anschließend gibt es Gelegenheit zur Begegnung mit einem Umtrunk und Handvesper im Kreuzgang der Basilika.

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