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Höre zu!

Die synodale Haltung „Höre zu“ schafft Raum für Vertrauen und Heilung. Michael Holl erzählt, warum Zuhören auch in der AnsprechBar verändert.

Rottenburg am Neckar
Diözese Rottenburg-Stuttgart / Lea-Theresa Berg

Michael Holl mit der Haltung „Höre zu“ | Foto: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Lea-Theresa Berg

Die Haltung des Zuhörens, des Aufmerksam seins für andere, habe ich besonders in meiner Arbeit als Wallfahrtsseelsorger auf dem Palmbühl entdeckt. In unserer „AnsprechBar“ auf dem Parkplatz vor der Wallfahrtskirche – einem Ort, der zugleich Bar und Einladung zum Ansprechbar-Sein ist – erlebe ich immer wieder, wie heilsam es für Menschen ist, gehört zu werden.

Aktives Zuhören kann den Menschen Kraft für den nächsten Schritt geben und etwas beim Gegenüber verändern. Denn allein der Prozess, beim Erzählen die Gedanken zu ordnen, kann schon Kraft geben. Zuhören eröffnet einen Raum des Vertrauens, weil der/die Erzählende selbst bestimmen kann, wie viel er/sie erzählt. Gleichzeitig lädt mich das Zuhören ein, meine eigene Position zurückzustellen und auf Welten zu lauschen, die mir bisher verborgen waren – vielleicht, weil sie nicht in mein eigenes Weltbild passten.

In der „AnsprechBar“ geben wir bewusst keine Rezepte oder fertigen Antworten. Wir vertrauen darauf, dass die Kraft im Menschen selbst liegt. Am Ende eines Gesprächs schenken wir daher einen Segenswunsch – eine Ermutigung, den eigenen Weg weiterzugehen. König Salomos Bitte um ein „hörendes Herz“ ist dafür ein starkes biblisches Vorbild.

Zuhören heißt, der Person, die spricht, wirklich Raum zu geben. Oft sind wir innerlich eher auf dem Sprung und legen uns schon im Hören zurecht, was wir erwidern wollen. Doch aktives Zuhören braucht Ruhe und die Bereitschaft, nicht sofort zu reagieren, sondern zu verstehen, innerlich beim Gegenüber zu sein. Wie Jesus bei Bartimäus fragen wir: „Was willst du, dass ich dir tun soll?“ – ohne anzunehmen, wir wüssten es besser.

Die Haltung „Höre zu“ kann uns helfen, die anstehenden Veränderungen gemeinsam zu gehen. Denn es geht nicht darum, Recht zu haben, sondern sich auf andere Positionen einzulassen und anzuerkennen, dass meine Position nicht die einzige oder die einzig wahre ist.

„Höre zu“ bedeutet aber auch, auf mich selbst zu hören: auf innere Bewegungen, Stimmungen, Fragen und Vorurteile. Bin ich in Abwehr oder offen für Neues, für Überraschungen? Diese innere Aufmerksamkeit ist Voraussetzung dafür, anderen wirklich begegnen zu können.

Michael Holl, Pastoralreferent und Wallfahrtsseelsorger auf dem Palmbühl

Höre zu – höre aufmerksam zu, bevor du sprichst – versuche, den anderen zu verstehen, bevor du urteilst – setze alles daran, die Aussage des anderen zu retten, bevor du sie verwirfst – halte Widersprüche aus und gib ihnen Zeit

(P. Franz Meures SJ)

Die AnsprechBar ist ein Seelsorge-Angebot der Profilstelle Wallfahrtsseelsorge Palmbühl des Dekanats Balingen. Wer ein offenes Ohr bei einem ehrenamtlichen Seelsorger der AnsprechBar möchte, darf sich an Michael Holl (E-Mail: mholl@drs.de, Telefon oder Whatsapp: 0174/1057563) wenden, um einen Termin zu vereinbaren. Jeden Monat gibt es an einem Freitagnachmittag von 15.30 – 17.30 Uhr im Pfarrhaus Kaffee und Gebäck mit Mitarbeiter:innen der AnsprechBar (Termine: 12.12.25, 23.1.26, 6.2.26, 20.3.26, 17.4.26)

Die zehn synodalen Haltungen können Orientierung geben und Impulse setzen, wie in Gremien eine offene und ehrliche Auseinandersetzung stattfinden kann – besonders in den Zeiten der Veränderungen, die vor uns liegen. Daher stellen wir Ihnen in den nächsten Wochen die zehn synodalen Haltungen vor – begleitet von Stimmen aus der gesamten Diözese. 

Lassen Sie sich inspirieren, wie „Haltung zeigen“ unseren gemeinsamen Weg zur Kirche der Zukunft prägen kann. 

Material und Unterstützung finden Sie hier

Alle bereits veröffentlichten Synodalen Haltungen und weitere Informationen finden Sie in unserem Dossier „Fastenzeit” sowie auf der Website „Kirche der Zukunft”.

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