Die Liebe zu Gott gibt Halt und lässt die Menschen zu Zeugen der Hoffnung werden – mit diesem Zuspruch, der auch ein Auftrag ist, wandte sich Pfarrer Gianfranco Loi beim Gottesdienst zu Ehren des heiligen Tiberius an die Wallfahrer und alle, die es gerne gewesen wären. Denn wo sich sonst die Gläubigen aus der ganzen Region selbst oben in den Galerien eines rappelvollen Münsters in mehreren Reihen drängen und mit einem prominenten Festprediger, zehn bis 15 Konzelebranten und 50 Ministranten ein großes Fest des Glaubens feiern, waren die Obermarchtaler und einige wenige Ehrengäste fast familiär unter sich. Doch indem man „aufgrund der Verordnungen, aber auch aufgrund der uns als Christen aufgetragenen Nächstenliebe“ dieses Jahr auf große Feierlichkeiten verzichte, sich aber dennoch zur Feier der Eucharistie versammele, sei die diesjährige Wallfahrt ein großes Glaubenszeugnis und „vielleicht mehr denn je ein Fest des Glaubens“, sagte Loi.