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Holy Shift bringt junge Kirche in Bewegung

Live-Musik, Workshops, Glaube und Gemeinschaft: Das Organisationsteam verrät, was junge Menschen beim Holy Shift Festival 2027 erwartet.

Tübingen
Ein Mann steht, eine Frau liegt auf und eine andere Frau sitzt vor einer Mauer vor einer Kirche. Sie tragen bunte Hoodies und deuten auf ein Werbeplakat des Holy Shift Festivals. DRS / Annika Werner

Jörg Kohr, Magdalena Henken-Viereck und Julia Scharla vom Organisationsteam freuen sich auf das Holy Shift Festival 2027. Foto: DRS / Annika Werner

Von mitreißenden Konzerten über kreative Workshops bis hin zum inspirierenden, gemeinsamen Abendgebet – beim Holy Shift Festival am 23. und 24. April nächsten Jahres im Wilhelmsstift in Tübingen ist viel geboten. Das Festival soll junge Menschen in ihrem Glauben bestärken und Gemeinschaft erlebbar machen. 

Momentan ist die Planung in vollem Gange. Wir haben mit Magdalena Henken-Viereck, Julia Scharla und Jörg Kohr vom Organisationsteam gesprochen.Sie erklären, welche Idee hinter dem Holy Shift Festival steckt und warum sich der Besuch besonders für Firm- und Jugendgruppen lohnt.

Im Frühling und Sommer gibt es hunderte Festivals – wieso auf ein katholisches gehen? Und was heißt eigentlich Holy Shift?

Julia Scharla: Musik verbindet und es gibt so coole Bands und Künstler, die Musik mit Tiefgang machen. Manche stellen in ihren Songs auch Fragen, die viele junge Leute umtreiben; auch Fragen, die man vielleicht gerne Gott stellen würde. Das Holy Shift Festival bringt das zusammen: bewegenden Sound und Gemeinschaft, bei der eben auch der Blick über den Tellerrand möglich ist; wo deutlich wird, dass wir mit unserem Glauben nicht allein sind. Darum geht es. 

Magdalena Henken-Viereck: Shift heißt „Veränderung“ – und die braucht unsere Welt so dringend! Momentan ist so viel im Fluss, weltpolitisch und in der Diözese. Wir fragen uns, was die Zukunft bringt. Mit dem Festival wollen wir zeigen, dass wir nicht machtlos sind, sondern die Zukunft miteinander gestalten, im Engagement für andere.

Jörg Kohr: Holy bedeutet heilig und lässt anklingen, dass wir gemeinsam unsere Welt und unsere Kirche gestalten und dabei auch auf Gott vertrauen. Wir bestärken uns gegenseitig im Glauben und erleben, dass wir von etwas getragen sind, das größer ist als wir selbst. 

Aber passt das überhaupt zusammen, ein großes Event und Glaube, der doch was ganz Persönliches ist?

Magdalena Henken-Viereck: Ich kann für mich selbst sprechen: ohne Erlebnisse wie den Weltjugendtag oder die Ministrantenwallfahrt nach Rom hätte ich vermutlich nicht meinen Beruf bei der Kirche ergriffen. Diese Veranstaltungen waren für mich eine enorme Bestärkung, weil sie zeigen: Du bist in deinem Glauben nicht allein, sondern Teil von etwas Größerem. 

Und gläubig zu sein ist heutzutage ja nicht mehr selbstverständlich…

Magdalena Henken-Viereck: Genau – deswegen ist es nochmal wichtiger, miteinander unterwegs zu sein und öffentlich davon zu erzählen. Als Kirche wollen wir junge Menschen mit dem katholischen Jugendfestival bestärken, ihnen zeigen, dass sie in ihren Gruppen vor Ort nicht allein sind und ihnen Wertschätzung geben. 

Was steht bei dem katholischen Festival auf dem Programm?

Magdalena Henken-Viereck: Am Freitagabend wird es Konzerte geben: mit der Jack Russel’s Halsbänd, Jonny vom Dahl und Heike Ostertag. So haben wir eine tolle Mischung aus energiegeladener, tanzbarer und nachdenklicher, berührender Musik. Auch die BoniTeens, ein katholischer Jugendchor aus Metzingen, der Musicals auf die Bühne bringt, haben uns schon zugesagt. Nach der Party gibt es einen gemeinsamen Gottesdienst am Abend, bei dem die Teilnehmenden gemeinsam zur Ruhe kommen können. 

Julia Scharla: Der Samstag startet dann im Wilhelmsstift, wo alle nochmal zusammenkommen. Auch Bischof Klaus Krämer wird vor Ort sein – wir freuen uns, dass er sich den ganzen Tag Zeit nimmt, um mit den Jugendlichen zu sprechen und zu hören, was sie umtreibt. Am Vormittag wird er an der Podiumsdiskussion teilnehmen. Danach können die jungen Menschen ihren Interessen bei zahlreichen Workshops nachgehen. Diese finden an verschiedenen Orten in der Tübinger Innenstadt statt – etwa im Wilhelmsstift und in Räumen der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen.

Welche Workshops werden angeboten?

Magdalena Henken-Viereck: Die Workshops greifen Themen auf, die junge Menschen heute wirklich bewegen. Da ist zum einen die Frage: Wer bin ich, und was gibt mir Halt? Ein Workshop zur christlichen Persönlichkeitsentwicklung nimmt genau das in den Blick.Aber es geht auch darum, wie wir die Welt um uns herum verstehen und gestalten. Bei Workshops zu Digitalität und KI, zu sozialer Gerechtigkeit oder Nachhaltigkeit geht es darum: Wie kann ich als junger Mensch heute einen Unterschied machen?

Und dann gibt es Raum für die großen Fragen: Warum gibt es Leid? Wie kann ich von Gott reden, wenn die Welt so ist, wie sie ist? Workshops zu theologischen Grundfragen laden dazu ein, Glauben und Vernunft miteinander ins Gespräch zu bringen. Auch das Thema Krieg und Frieden wird dabei nicht ausgeblendet.

Und natürlich gibt es auch Raum für Kreativität und Spaß. Ob Impro-Theater, Poetry Slam, Kunst oder Musik – hier können junge Menschen ausprobieren und gemeinsam etwas erleben. Wer sich körperlich austoben möchte, kann Bubble Soccer oder Kistenklettern ausprobieren.

So viel Programm – das könnte anstrengend werden, oder?

Jörg Kohr: Wer eine Pause braucht, kann sich in unseren schönen Lounge-Bereichen ausruhen oder sich an Infoständen zu verschiedenen Bildungsangeboten der Kirche informieren. Das Festival endet dann am späteren Nachmittag, damit die Jugendgruppen zu einer vertretbaren Zeit nach Hause kommen. 


Für wen ist das Holy Shift Festival?

Das Festival richtet sich an Jugendliche und Junge Erwachsene ab 14 Jahren: Firm-, Jugend- und Ministrantengruppen, Pfadfinder:innen, Theologiestudierende sowie weitere interessierte Jugendliche und junge Erwachsene. Die Übernachtung von Gruppen mit minderjährigen Teilnehmenden ist mit Aufsichtspersonen möglich. Einzelne Gäste können nur übernachten, wenn sie über 18 Jahre alt sind, da die Aufsichtspflicht nicht anders gewährleistet werden kann. Interessierte Gruppenleiter:innen und Aufsichtspersonen können sich an drei Online-Terminen über das Holy Shift Festival informieren. 


Wieso ist das Festival für Jugendgruppen interessant?

Jörg Kohr: Wir schnüren ein Komplettpaket für die Gruppenleiter:innen: Für nur 15 Euro erhalten die jungen Leute ihr Ticket inklusive aller Workshops, Konzerte und sogar Übernachtung mit Frühstück. 

Bis auf die An- und Abreise ist das ganze Erlebnis organisiert – das kann zum Beispiel ideal für die Firmvorbereitung sein. Damit sich die Anfahrt lohnt, findet das Festival über zwei Tage hinweg statt – dank des gemütlichen Abends ohne Abreise kann sich beim gemeinsamen Gebet ein Zauber entfachen. 

Die Diözese ist groß und die Leute haben ja dann zum Teil eine weite Anreise. Wieso findet das Festival in Tübingen statt?

Magdalena Henken-Viereck: Tübingen haben wir ausgewählt, weil es zentral in der Diözese liegt. Und natürlich bündelt sich hier unsere Men- und Womenpower: Viele der Mitveranstaltenden arbeiten hier oder in der Nähe. Außerdem hat Tübingen einfach Flair und ist für sich schon einen Ausflug wert. 

Das Holy Shift Festival steigt nächstes Jahr zum ersten Mal – was ist Ihre größte Hoffnung für das Event? 

Julia Scharla: Wir freuen uns, wenn viele Menschen kommen. Und wir wünschen uns, dass sie beseelt aus dem Festival gehen und sich denken: „Holy Shit – wie gut, dass ich dabei war.“


Bischof Krämer im Gespräch über das Holy Shift Festival 2027


Magdalena Henken-Viereck ist Leiterin des Theologischen Mentorats in Tübingen. Das Mentorat begleitet Studierende der katholischen Theologie. Es ist Anlaufstelle für alle, die sich überlegen, Pastoralreferent:in oder Religionslehrer:in zu werden oder als Theolog:in in anderen Berufsfeldern tätig zu sein. 

Dr. Jörg Kohr ist Politikwissenschaftler und Theologe. Er ist Leiter der Diözesanstelle „Berufe der Kirche“ und Rektor des Ambrosianums. Am Ambrosianum können sich junge Menschen ein Jahr lang auf ihr (Theologie-)Studium vorbereiten und bereits vor dem Studium die notwendigen Sprachen lernen. 

Julia Scharla leitet das Religionspädagogische Mentorat und den Bewerberkreis. Das Mentorat dient der Begleitung von Studierenden der Angewandten Theologie, der Religionspädagogik und der Praktischen Theologie.

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