„Es war die Idee von Gerhard Schneider“, erinnert sich Ursula Aleker an den Beginn der Laudes-Gruppe. Das war 2001. Schneider – jetzt Weihbischof der Diözese – absolvierte damals sein Diakonatsjahr in Munderkingen und lud zum Laudesbeten ein. Etwa ein Dutzend Gläubige folgten der Einladung; Ursula Aleker war eine von ihnen.
Die Laudes (Morgenlob) sind Teil des Stundengebets, das auch Tagzeitenliturgie, Chorgebet oder Brevier genannt wird. Dieser uralte Gebetsschatz der Kirche führt zu den Wurzeln des christlichen Glaubens. Gestützt auf das Wort Jesu (Lk 18,1) und den Aufruf der Apostel, „ohne Unterlass“ zu beten (1 Thess. 5,16), entwickelte sich in Klöstern eine geordnete Liturgie, die den Tag strukturiert und dabei helfen soll, sich immer wieder auf Gott auszurichten. Herzstück sind die Psalmen, die die ganze Bandbreite menschlicher Erfahrung und Emotionen – Dank und Bitte, Freude und Kummer, Glaube und Zweifel – ins Wort bringen. Das vor allem in geistlichen Gemeinschaften und von Priestern und Diakonen gepflegte Gebet spannt sich wie ein Netz über Kontinente und Zeitzonen und wird auch als „Atem der Kirche“ bezeichnet.