Zum Inhalt springen

In der Kita spielt unsere Zukunft

Die Kirche bleibt mit ihrem hohen Kindergarten-Engagement weiterhin vor Ort pastoral präsent. Das betonte Bischof Klaus Krämer auf dem Katholikentag.

Würzburg
Bischof Dr. Krämer am Stand der Diözese auf dem Katholikentag.

Im Gespräch mit Bischof Dr. Klaus Krämer und mittels kleiner bunter Zettel nahmen viele Katholikentags-Besucherinnen und -Besucher am Stand der Diözese Rottenburg-Stuttgart die Einladung zum Dialog über die Kirche der Zukunft an. Foto: drs/Jerabek

„Mehr Mut, mehr Hoffnung“ - „Eine Kirche, die sich mehr einmischt für Frieden, für Freiheit und für Menschenrechte“ - „Eine Gemeinschaft mit Gott in der Mitte“ – so stand auf einer großen blauen Wand geschrieben. Was ist wichtig für die Kirche, wollten die Mitarbeitenden am Stand der Diözese Rottenburg-Stuttgart auf dem Katholikentag in Würzburg wissen. Viele der rund 4000 Besucherinnen und Besucher an diesem Stand schrieben auf kleine bunte Zettel, was sie sich von der Kirche (auch) in Zukunft erwarten – „Mehr Spiritualität“, „Diakonat der Frau“, „Ökumene!“ – und welche Fragen sie haben: „Was ist eigentlich mit den Kindergärten?“ hieß es da zum Beispiel. Und wer am Samstagnachmittag am weißen spitzen Zelt „FB-M-11“ vorbeischaute, konnte mit dem Bischof direkt ins Gespräch kommen.

Kirche ist ganz konkret im Alltag von Familien präsent

Für Dr. Klaus Krämer ist die Beibehaltung des derzeitigen Kindergarten-Engagements in der Diözese Rottenburg-Stuttgart von sehr hoher Bedeutung, „weil hier Kirche ganz konkret im Alltag von Familien präsent ist“, betonte der Bischof mit Blick auf Fragen zum Entwicklungsprozess „Kirche der Zukunft“. Mit rund 850 katholischen Kindergärten, die ungefähr 48.000 Kinder in zirka 2600 Gruppen betreuen, stellt frühkindliche Betreuung und Bildung einen zentralen Bestandteil des diözesanen Engagements im katholischen Württemberg dar. Etwa 11.000 pädagogische Fachkräfte (davon zirka 800 Auszubildende) sind in diesem Bereich beschäftigt.

Kindergärten als Lebensorte des Glaubens

„Die Kindergärten sind Lebensorte des Glaubens und wertvolle Segensorte. In ihnen wird Glaube erfahrbar, indem Kinder und ihre Familien Begleitung, Bildung und Wertevermittlung erleben“, erklärte der Bischof. In dem diözesanen Entwicklungsprozess geht es deshalb um die Frage, wie die pastorale Begleitung der Kitas und Familienzentren auch in den geplanten neuen, größeren Kirchengemeinden gewährleistet werden kann. Die derzeitige Regelung sieht vor, dass in jeder Seelsorgeeinheit, in der katholische Kitas sind, ein Mitglied des Pastoralteams als Kindergarten-Beauftragter die Einrichtungen pastoral begleitet.

Kitas verbinden den kirchlichen und staatlichen Auftrag

Analog zum Prozess in den Gemeinden, Verwaltungsstrukturen effizienter und ressourcensparend zu organisieren, aber pastoral weiterhin vor Ort präsent zu sein, hält die Diözese im Bereich der Kinderbetreuung auch an der bewährten Partnerschaft mit den Kommunen fest. In fast 190 Einrichtungen in der ganzen Diözese Rottenburg-Stuttgart funktioniert das partnerschaftliche Modell, bei dem die Kirchengemeinde oder ein Kindergartenverbund Träger des Kindergartens, aber nicht Eigentümer des Gebäudes ist, problemlos. „Die Kindergärten sollen Zeugnis geben von der bedingungslosen Liebe Gottes zu allen Menschen. Zugleich zeigen sie Verantwortung für die Gesellschaft, denn die Kitas verbinden den kirchlichen und staatlichen Auftrag“, unterstreicht Bischof Krämer.

Vielfältige Fragen und Themen

„Ich bin auch als Hörender gekommen und nehme die vielfältigen Fragen und Themen, die im Gespräch oder an der Pinnwand angeklungen sind, mit, um sie weiter in den Entwicklungsprozess einzuspielen“, sagte der Bischof nach seinem anderthalbstündigen Besuch am diözesanen Stand. „Beindruckt und mit Dankbarkeit erfüllt hat mich einmal mehr die hohe Bereitschaft der vielen Engagierten in den kirchlichen Gremien und in den Gemeinden, mit denen ich sprechen konnte, sich auf diesen neugierigen Dialog mit der Zukunft einzulassen.“

Mehr zum Autor

Aktuelles

zum Thema

Pavel Jerabek

Ein bisschen „We are family“

Würzburg

Was ich den Bischof schon immer mal fragen wollte. Beim Besuch von Dr. Klaus Krämer am Stand der Diözese ist Zeit für Gespräche und fürs Selfiemachen.

Diözese Rottenburg-Stuttgart / Arkadius Guzy

Mini-Orgel und umgearbeitete Kirchenstühle

Rottenburg

Der Stand der Diözese auf der Kirchenmeile des Katholikentags zieht mit besonderer Gestaltung das Interesse der Besucherinnen und Besucher auf sich.

Aktuelles

aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Arkadius Guzy

Solidarität in Zeiten des Wandels

Neckarsulm

Bei der diözesanen Eröffnungsveranstaltung zum Monat der Weltmission richtet sich der Blick nach Madagaskar, aber auch auf hiesige Herausforderungen.

Diözese Rottenburg-Stuttgart

Was am Hochzeitstag schiefgehen kann

Im Herbst geben sich viele Paare das Ja-Wort. Pfarrer Michael Heil aus Stuttgart erzählt im Audio, was er bei Trauungen schon alles erlebt hat.

Ines Szuck

Bischof Krämer: „Diözese bleibt mit Kita-Engagement in der Fläche präsent“

Stuttgart

Auf dem Weg zur Kirche der Zukunft berät der Diözesanrat über zentrale Fragen der weiteren Ausgestaltung und stimmt über die nächsten Schritte ab.

Gregor Moser

Bischof Krämer besucht Geflüchtetenprojekt OMID

Stuttgart

Caritas hilft traumatisierten Geflüchteten in Unterkünften der Landeshauptstadt. Mitarbeitende berichten von zunehmendem Druck und Diskriminierung.

Ines Szuck

Mutig nach vorne - Impulse aus Heiligenbronn

Heiligenbronn

Wie entsteht die Bereitschaft, Vertrautes neu zu denken? Darum geht es beim Besuch des Präsidiums des Diözesanrats bei der Stiftung St. Franziskus.